Tuttosport
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Rodengo Saiano tanzt Manfredonia schwindelig - 3:0 und Applaus im Stehen

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball einfach Spaß macht - zumindest, wenn man im gelb-blauen Teil des Stadions saß. Rodengo Saiano besiegte am Freitagabend AC Manfredonia in der 3. Liga Italien (1. Div) mit 3:0 (1:0) - und ließ 8.874 Zuschauer mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause gehen. Das Team von Trainer Jan Beyer zeigte dabei eine Mischung aus jugendlicher Spielfreude, taktischer Disziplin und einer Prise italienischer Theatralik, die dem Spiel erst die richtige Würze gab.

Schon die ersten Minuten ließen erahnen, wohin die Reise gehen würde. Nach kaum sechzig Sekunden prüfte Giorgio Bianchi den gegnerischen Torwart Christian Lombardo mit einem strammen Schuss - eine nette Begrüßung, die der Keeper mit einem gequälten Grinsen quittierte. "Ich dachte, er schießt den Ball in die Dolomiten", witzelte Lombardo später, "aber er zielte auf mich - leider sehr genau."

Rodengo Saiano erspielte sich im Minutentakt Chancen. 18 Torschüsse am Ende sprechen eine deutliche Sprache - Manfredonia kam auf ganze einen. Ja, richtig gelesen: einen einzigen. Der kam in der 72. Minute von Andrea Villa, und Torhüter Igor Zunino war so überrascht, dass er kurz nachsehen musste, ob der Ball wirklich Richtung Tor flog. "Ich war froh, endlich mal was zu tun zu haben", grinste der 19-Jährige später.

Das Spiel bekam seine erste Belohnung kurz vor der Pause. In der 42. Minute fasste sich Giacomo Morabito ein Herz, zog aus zentraler Position ab - und der Ball zischte unhaltbar zum 1:0 ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Morabito hinterher schmunzelnd zu, "aber wenn’s ein Tor wird, sag ich natürlich, es war Absicht." Mit diesem Treffer belohnte sich Rodengo für eine dominante erste Hälfte, in der die Gäste kaum über die Mittellinie kamen, und wenn doch, dann eher aus Versehen.

Nach dem Seitenwechsel ging das muntere Offensivspiel weiter. In der 57. Minute schickte Morabito den jungen Luca Cariati auf die Reise, der den Ball mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers ins lange Eck legte - 2:0. Trainer Jan Beyer riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Luca trainiert manchmal, als wäre er im Halbschlaf", sagte er später lachend, "aber wenn’s drauf ankommt, ist er hellwach."

Nur zwei Minuten später durfte auch Giorgio Bianchi jubeln. Nach einem langen Pass von Innenverteidiger Dario Bassi nahm der Flügelflitzer Maß und verwandelte eiskalt zum 3:0. Der Rest war Schaulaufen - und ein bisschen Ballbesitzpflege. 55 Prozent standen am Ende auf dem Statistikbogen, doch gefühlt hatte Rodengo den Ball zu 90 Prozent.

Manfredonia versuchte es mit offensiver Aufstellung, aber ohne Pressing, ohne Durchschlagskraft und - nach der frühen Verletzung von Michele Mancuso in der 12. Minute - auch ohne viel Glück. Ersatzmann Loris Trevisan machte seine Sache ordentlich, aber gegen die stürmischen Vegliaturo, Marittima und Co. sah er oft nur die Rücklichter. Trainer Beyer hatte zur Pause klug reagiert: Der junge Vincenzo Cerutti kam für den müde gewordenen Antonio Cocco, und das Spiel blieb schnell, frisch und gefährlich.

In der Schlussphase gönnte sich Rodengo Saiano sogar den Luxus, etwas Tempo herauszunehmen. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen aufhören, das Tor zu belagern", erzählte Beyer mit einem Augenzwinkern. "Nicht, dass Manfredonia noch Mitleid bekommt."

Die Statistik unterstreicht das Bild: 18:1 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei verschiedene Torschützen - eine Demonstration mannschaftlicher Geschlossenheit. Der Sieg war nie in Gefahr, und wäre das Spiel noch eine halbe Stunde länger gegangen, hätten die Gäste wohl trotzdem kein Tor erzielt.

Nach Schlusspfiff klatschten die Fans ihre Helden minutenlang ab. Kapitän Morabito bedankte sich artig, Cariati posierte für Selfies, und der junge Marittima rief in die Kameras: "Jetzt wollen wir mehr!" - was in der 3. Liga so viel heißt wie: Vielleicht ja nächste Woche wieder treffen.

Trainer Jan Beyer verabschiedete sich mit einem trockenen Kommentar: "Ich mag Spiele, in denen ich mich nicht aufrege. Heute war so eins."

Und für AC Manfredonia bleibt immerhin die Gewissheit, dass es kaum schlimmer kommen kann. Oder, wie ihr Verteidiger Alberti mit Galgenhumor meinte: "Wir haben defensiv gestanden - nur leider immer zu spät."

Ein Abend, der zeigte, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Wer schießt, gewinnt. Und wer 18-mal schießt, gewinnt eben 3:0.

03.11.643996 08:42
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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