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Rodengo Saiano verzweifelt an Sarzanese - 22 Schüsse, kein Tor

Es gibt diese Abende im Fußball, an denen man das Gefühl hat, das Tor sei zugemauert, der Ball verhext und der gegnerische Torwart ein entfernter Verwandter von Superman. So einer war der 12. Februar 2026 in Rodengo Saiano. 7247 Zuschauer sahen eine Partie, die mit 0:0 endete, aber eigentlich 3:0, 5:0 oder wenigstens 1:0 hätte heißen müssen - wenn es nach Chancen gegangen wäre.

Von Beginn an stürmte die Mannschaft von Trainer Jan Beyer, als gäbe es kein Morgen. Schon in der zweiten Minute prüfte der 19-jährige Gaetano Uffugo den Keeper von Sarzanese, Christian Altilia, mit einem satten Schuss. Eine Minute später zog Luca Cariati aus 18 Metern ab - wieder Altilia. Und so ging es weiter: Cerva in der sechsten, Cerutti in der 16. und 23., Cariati in der 24., Soverato in der 26. Minute. Der Ball flog, flog, flog - und flog vorbei oder wurde gehalten.

"Ich dachte, irgendwann geht einer rein. Vielleicht in der 120. Minute, auch wenn es gar keine Verlängerung gibt", scherzte Beyer nach dem Spiel und schüttelte den Kopf. Sein Team hatte 22 Torschüsse, die Gäste aus Sarzana ganze zwei. Aber der Fußballgott hatte an diesem Abend offenbar andere Pläne.

Sarzanese? Nun ja, die Gäste wirkten wie ein Team, das mit einem Punkt auswärts ganz gut leben kann - und das von Anfang an. Trainer Marco Lazzari (der in den offiziellen Unterlagen nicht auftauchte, aber an der Seitenlinie unübersehbar dirigierte) ließ seine Elf in einem kompakten 4-4-2 verteidigen, mit dem Ziel, das Zentrum dichtzumachen und Zeit von der Uhr zu nehmen. "Unsere Strategie war einfach", grinste nach Abpfiff Mittelfeldmann Marco Capasso, "wir wollten sie müde schießen lassen." Mission erfüllt.

Rodengo Saiano spielte dagegen mit offenem Visier, offensiv, aggressiv, aber ohne das nötige Glück. Vincenzo Cerutti, der ungestüme 19-jährige Mittelstürmer, vergab allein vier Großchancen zwischen Minute 16 und 70. "Ich weiß nicht, ob der Ball eckig war oder ich runde Füße hatte", sagte er mit einem gequälten Lächeln. "Wenn ich ehrlich bin, hätte ich heute wohl selbst mit drei Toren nicht zufrieden ausgesehen."

Kurz vor der Pause musste Beyer erstmals wechseln - Arnaldo Romaniello kam für Lorenzo Cerva, um die Defensive etwas zu stabilisieren. Nach dem Seitenwechsel ging es aber im selben Takt weiter: Angriff, Schuss, Abpraller, Verzweiflung. Uffugo und Cariati rackerten unermüdlich über die Flügel, Soverato schickte Pass um Pass in die Tiefe, und hinten sicherte der junge Romaniello fast schon gelangweilt ab, weil Sarzanese kaum über die Mittellinie kam.

Dann der Schreckmoment in der 64. Minute: Federico Di Paolo blieb nach einem Zweikampf liegen, hielt sich das Knie und musste vom Platz. "Er hat einen Schlag abbekommen, vermutlich nichts Schlimmes", beruhigte Beyer, der aber sichtlich genervt wirkte. "Wenn man schon kein Tor schießt, dann wenigstens unverletzt bleiben - das wäre schön."

Kurz darauf setzte Sarzanese ein kleines Lebenszeichen: Jose Enrique Prieto zog in der 60. Minute ab, wenig später Capasso aus der Distanz - die einzigen beiden Schüsse aufs Tor der Gäste. Beide Male war Luigis Nicola im Tor der Hausherren hellwach. Danach durfte wieder Rodengo Saiano: Cerutti in der 67., Cariati in der 73., Cocco in der 81. - aber es blieb beim gleichen Lied: keine Melodie, kein Treffer.

In der 87. Minute dann die letzte Szene, die für Aufregung sorgte: Sarzaneses Rechtsverteidiger Gudmund Sundström blieb nach einem Pressschlag liegen, musste ausgewechselt werden. Die Gäste retteten sich mit letzter Kraft ins Ziel - und feierten das 0:0, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Wir haben geblutet, geschwitzt und gebetet", schnaufte Abwehrmann Paolo Corigliano. "Und am Ende hat uns der liebe Fußballgott gehört."

Statistisch gesehen war das Remis fast eine Beleidigung für die Gastgeber: 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast 50 Prozent Ballbesitz, 22 Torschüsse - gegen zwei. Aber am Ende zählt eben nur, was auf der Anzeigetafel steht.

"Das war wie ein Date, bei dem alles perfekt läuft - nur dass am Ende keiner küsst", resümierte ein Fan auf der Tribüne, während er sich den Schal enger zog. Vielleicht die treffendste Analyse des Abends.

Und so blieb Rodengo Saiano eine Lehrstunde in Geduld, Effizienz und Ironie. Trainer Beyer versprach zum Schluss: "Wir werden weiter so spielen. Irgendwann knallt’s. Vielleicht schon nächsten Sonntag - oder in der übernächsten Saison."

Bis dahin bleibt den Fans nur, sich an den kleinen Dingen zu freuen: an 22 Schüssen, die wenigstens das Tornetz zum Flattern brachten - von außen.

06.08.643990 09:35
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Ich werde nicht akzeptieren, dass gesagt wird: Die Mannschaft ist ein Scheißhaufen. So einfach ist es nicht. Logisch sind wir ein Scheißhaufen. Aber das ist nicht der einzige Punkt.
Christian Ziege nach der EURO 2000 über die deutsche Nationalmannschaft
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