Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Rodengo Saiano zerlegt AS Trieste - jung, wild, gnadenlos effizient

Wenn 3983 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion von Rodengo Saiano pilgern, dann wissen sie: Hier gibt’s kein Tiki-Taka, sondern ehrlichen, kernigen Fußball. Doch was die Fans am 12. Spieltag der 3. Liga Italien (1. Div) geboten bekamen, war mehr als ehrliche Arbeit - es war ein jugendlicher Wirbelsturm. Am Ende hieß es 4:0 für die Hausherren gegen einen völlig überforderten AS Trieste, und man hatte das Gefühl, dass das Ergebnis fast noch schmeichelhaft für die Gäste war.

Trainer Jan Beyer, sonst eher ein Mann der leisen Töne, grinste nach dem Abpfiff in sich hinein. "Ich sag’s ehrlich: Ich hab sie heute einfach laufen lassen. Die Jungs wollten zeigen, was in ihnen steckt - und das haben sie eindrucksvoll getan."

Den Anfang machte in der 26. Minute Vincenzo Cerutti, 18 Jahre jung, mit dem Selbstbewusstsein eines Routiniers. Nach einem cleveren Steckpass von Domenico Roggiano tauchte der Mittelstürmer frei vor dem Tor auf und schob eiskalt ein. Während die Triestiner noch über ihre Abseitsfalle diskutierten, hatte Cerutti bereits den Daumen in den Nachthimmel gestreckt. "Ich hab gar nicht nachgedacht", sagte er später, "ich hab einfach draufgehauen. Wenn du nachdenkst, ist der Ball weg."

Bis zur Pause blieb es beim 1:0, obwohl Rodengo Saiano 10 der 17 Torschüsse bereits in der ersten Hälfte abfeuerte. Trieste, mit leichtem Ballbesitzvorteil (50,6 Prozent), wirkte bemüht, aber zahnlos. Ihr Pressing? Nicht existent. Ihr Spielaufbau? Ein bisschen wie ein alter Fiat Panda im ersten Gang - laut, aber ohne Vortrieb.

Nach der Pause wurde Beyer mutig. Zwei offensive Wechsel zur 45. Minute: Vegliaturo und Uffugo kamen - und das Spiel kippte endgültig in Richtung Torrausch. In der 59. Minute setzte Vegliaturo das nächste Ausrufezeichen: nach Vorarbeit von Luca Cariati schlenzte der 20-Jährige den Ball so fein ins Eck, dass selbst der Torwart von Trieste kurz applaudierte - innerlich, versteht sich. "Ich wollte den eigentlich volley nehmen", grinste Vegliaturo, "aber mein Fuß hatte eigene Pläne."

Die Gäste versuchten zu reagieren, doch ihre sechs Torschüsse blieben harmlose Grüße an den frisch eingewechselten 17-jährigen Keeper Igor Zunino, der in der 61. Minute debütierte. "Ich hab gezittert, aber mehr vor Kälte als vor Aufregung", sagte der Teenager später mit roten Wangen.

In der 75. Minute folgte Vegliaturos zweiter Streich - diesmal nach perfektem Querpass von Gaetano Uffugo. Der junge Linksaußen drehte jubelnd ab, und man konnte ihm ansehen: Dieser Abend wird in seinem Karrierealbum bleiben.

Doch es war noch nicht vorbei. In der 84. Minute revanchierte sich Uffugo selbst: Nach einem kraftvollen Vorstoß von Routinier Giorgio Bisignano, der sich trotz einer Gelben Karte in der 62. Minute weiter in jeden Zweikampf warf, vollendete der 18-Jährige trocken zum 4:0. Das Stadion tobte, und Trainer Beyer brüllte in Richtung seiner Bank: "Das ist Jugendfußball, meine Herren!"

AS Trieste hingegen wirkte resigniert. Trainerkommentare wurden nach dem Spiel nur hinter vorgehaltener Hand weitergegeben. Einer der Spieler, der ungenannt bleiben wollte, murmelte: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore." Prägnanter lässt sich das Spiel kaum zusammenfassen.

Statistisch sah es fast ausgeglichen aus - 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, aber 17:6 Torschüsse für Rodengo Saiano sprechen eine deutliche Sprache. Die Heimelf war aggressiver, wacher und schlicht effizienter. Während Trieste in der Theorie "balanciert" spielte, bewegte sich ihr Angriffsspiel irgendwo zwischen harmlos und unsichtbar.

Als die Fans nach 90 Minuten das Stadion verließen, hörte man einen älteren Zuschauer sagen: "So jung und schon so kaltblütig - die könnten meine Enkel sein, aber ich würd’ sie trotzdem in der Serie B sehen!" Ein Satz, der wohl vielen aus der Seele sprach.

Rodengo Saiano hat mit diesem 4:0 ein Ausrufezeichen gesetzt: jung, frech und taktisch gereift. Und wer weiß - vielleicht wird man in ein paar Jahren sagen, dass an diesem Abend in einem kleinen Stadion nahe Brescia eine Generation begann, die den italienischen Unterhausfußball aufmischte.

Jan Beyer verabschiedete sich mit einem verschmitzten Lächeln: "Heute war’s ein Fest. Morgen trainieren wir wieder. Aber vielleicht lass ich sie ausnahmsweise mal länger schlafen."

Ein sarkastischer Schlusssatz? Vielleicht dieser: Wenn Trieste weiter so "balanciert" spielt, wird ihre Waage bald kippen - allerdings Richtung Tabellenkeller.

26.05.643987 10:43
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist eine Deprimierung.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager