Tuttosport
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Rodengo Saiano zerlegt Lavagnese - Vegliaturo trifft vierfach beim 5:2-Spektakel

Es war einer dieser Abende, an denen man als Zuschauer froh ist, rechtzeitig ins Stadion gekommen zu sein - und als Verteidiger von Lavagnese vermutlich lieber zu Hause geblieben wäre. Vor 11.339 Zuschauern im Stadio Comunale von Lavagna verwandelte Rodengo Saiano den 24. Spieltag der 3. Liga Italien (1. Div) in ein Torfestival. 5:2 hieß es am Ende für die Gäste, die nach einer wilden ersten Halbzeit und einer gnadenlosen zweiten Hälfte den Hausherren die Grenzen aufzeigten.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll für Lavagnese begonnen. Schon in der 9. Minute jagte Enrico Morelli nach feiner Vorarbeit von Marvin Adam den Ball mit so viel Wucht unter die Latte, dass Gästetorwart Niccolò Argusto kurz überlegte, ob er den Beruf wechseln sollte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, so schnell war der drin", stöhnte Argusto später lachend.

Doch wer dachte, die Gastgeber könnten an diesem Abend die 50,5 Prozent Ballbesitz auch in Tore ummünzen, der hatte die Rechnung ohne Alessandro Vegliaturo gemacht. Der 22-jährige Flügelflitzer aus Rodengo Saiano hatte offensichtlich beschlossen, den Abend zu seinem persönlichen Bewerbungsvideo zu machen. In der 18. Minute glich er nach einem Pass von Luca Cariati aus, nur vier Minuten später legte Gaetano Uffugo nach - 2:1 für die Gäste.

Lavagnese antwortete immerhin prompt: Wieder war es Morelli, diesmal nach Zuspiel von Riccardo Parisi (25.), der Argusto überwand und das Stadion kurzzeitig in Euphorie versetzte. 2:2 zur Pause - ein Spiel, das nach allem aussah, nur nicht nach einem klaren Ausgang.

"Wir wollten die Balance halten", sagte Heimtrainer Helmut Kraft später mit einem Blick auf die Statistik, "aber wenn der Gegner 24 Schüsse aufs Tor bringt, ist das mit der Balance so eine Sache." Tatsächlich hatte Lavagnese nach der Pause kaum noch Zugriff. Rodengo Saiano stürmte mit einer Offensivwucht, die an einen verspäteten Frühjahrsorkan erinnerte.

Wieder Vegliaturo, diesmal in der 51. Minute, dann erneut in der 58. - und als ob das nicht genug wäre, legte der junge Italiener in der 63. Minute noch ein viertes Tor nach. 5:2 nach gerade einmal einer Stunde Spielzeit. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Vegliaturo hinterher. "Und wenn der Ball mich liebt, dann liebe ich ihn zurück."

Sein Trainer Jan Beyer hingegen blieb sachlich: "Wir haben die Räume gut genutzt und ruhig gespielt. Dass Alessandro so einen Lauf hatte - das kann man nicht planen."

Lavagnese hingegen kämpfte tapfer, aber vergeblich. Die letzten 20 Minuten waren ein einziger Abwehrkampf, durchzogen von frustrierten Gesten und einem unglücklichen Moment, als Linksverteidiger Miroslav Vidic in der 72. Minute verletzt vom Platz musste. "Das war der Moment, in dem wir endgültig den Faden verloren haben", meinte Kapitän Matteo Santa später.

Die Statistik sprach ohnehin Bände: 24 Torschüsse für Rodengo Saiano, gerade einmal vier für Lavagnese. Trotz leichtem Ballbesitzvorteil wirkten die Gastgeber hilflos. Jeder Angriff der Gäste roch nach Gefahr - und jeder Schuss schien potenziell ein Tor zu sein.

In der 80. Minute stand Beyer kurz an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und rief seinem Team zu: "Jetzt bitte kein sechstes, sonst glaubt uns keiner mehr!" Sein Gegenüber Helmut Kraft schüttelte nur den Kopf und murmelte: "Ich hätte auch gern mal dieses Problem."

Beim Abpfiff applaudierten selbst einige Heimfans dem überragenden Vegliaturo, der mit einem breiten Grinsen den Spielball unter den Arm klemmte. "Vier Tore - das passiert nicht jeden Tag", sagte er, "aber heute passte einfach alles. Vielleicht lag’s am Abendessen."

Rodengo Saiano klettert mit diesem Sieg weiter ins obere Tabellendrittel und darf wieder vom Aufstieg träumen. Lavagnese dagegen wird sich fragen müssen, wie man aus 50 Prozent Ballbesitz und zwei frühen Treffern am Ende mit einer derart deutlichen Niederlage vom Platz gehen kann.

Oder, um es mit den Worten eines Fans auf der Tribüne zu sagen: "Wenn du zweimal führst und trotzdem mit 2:5 verlierst, dann war’s wohl nicht dein Abend, oder?"

Ein Abend, den Alessandro Vegliaturo dagegen wohl nie vergessen wird - und den Lavagnese möglichst schnell vergessen möchte.

22.10.643996 19:52
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In der Mannschaft wissen natürlich alle, dass der Paul Breitner ein Arschloch ist, nur sagt es keiner offiziell.
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