Dagbladet
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Roi schockt Asker nach 63 Sekunden - Fredrikstad siegt 1:0

Eliteserien | 9. Spieltag | 19.08.26 | Asker BK - Fredrikstad BK 0:1

Es gibt Fußballabende, an denen ein Spiel langsam Fahrt aufnimmt. Und es gibt Fußballabende, an denen der erste Angriff schon nach 63 Sekunden sämtliche Pläne zerknüllt. Beim 9. Spieltag der Eliteserien erwischte Fredrikstad BK den denkbar besseren Start und nahm beim Asker BK einen 1:0-Sieg mit nach Hause. Die 12.500 Zuschauer im Stadion waren kaum mit dem Einrichten auf ihren Sitzen fertig, da zappelte der Ball bereits im Netz.

Nestor Roi vollendete in der ersten Minute einen Angriff, den Marius Berg vorbereitet hatte. Der Fredrikstad-Stürmer blieb links vorn nicht lange höflich, zog die Gelegenheit durch und brachte die Gäste in Führung. Ein Treffer, der so früh fiel, dass selbst die Stadionuhr vermutlich kurz überlegte, ob sie nicht versehentlich schon bei Minute 90 angekommen war.

"Das war der Start, den man sich als Auswärtsmannschaft wünscht", hätte ein Fredrikstad-Spieler danach wohl gesagt. "Für Asker war es eher die Sorte Begrüßung, bei der man erst einmal prüft, ob die Haustür abgeschlossen war." Tatsächliche Spieler- oder Trainerzitate liegen zu dieser Partie allerdings nicht vor - der Satz gehört damit in die Kategorie der gut gelaunten Fußball-Fantasie.

Asker reagierte prompt. Roger Nilsen prüfte in der zweiten Minute die Gästeabwehr, Einar Bergmann versuchte es in der fünften, Jon Fjortoft schaltete sich wenig später von rechts ein. Heikki Nyman und Simen Grindheim legten nach. Das Heimteam war keineswegs geschockt genug, um sich aufzugeben. Es fehlte jedoch das Entscheidende: der Ball im Tor.

Besonders Grindheim blieb ein auffälliger Unruheherd. In der 21., 27. und 43. Minute kam der Angreifer zu weiteren Abschlüssen. Fredrikstads Verteidiger Carsten König sah nach einer halben Stunde die Gelbe Karte - ein kleines Andenken an einen Abend, an dem Asker immer wieder anklopfte, aber keinen Schlüssel fand.

Auf der anderen Seite blieb Fredrikstad gefährlich. Kai Hangeland schoss in der 10. und 12. Minute, Marius Berg sowie Einar Bjornebye sorgten vor der Pause für weitere Warnungen. Die Gäste spielten dabei nicht spektakulär, aber zielstrebig. Ihr taktisches Rezept war über weite Strecken ausgewogen: keine wilde Jagd, kein überhitztes Pressing, sondern kontrolliertes Passspiel und der geduldige Blick auf die nächste Lücke.

"Nicht schön, aber wirksam", hätte ein Zuschauer auf der Tribüne trocken bemerken können. Ein anderer soll in einer erfundenen Szene geantwortet haben: "Das ist wie ein Regenschirm. Man bewundert ihn nicht, aber man ist froh, wenn man ihn dabeihat."

Nach dem Seitenwechsel suchte Asker weiter den Ausgleich. Bergmann kam in der 53. Minute zum Abschluss, Max Heighway versuchte es in der 76. Minute. Doch Fredrikstad blieb statistisch überlegen: 13 Torschüsse standen am Ende neun der Gastgeber gegenüber. Auch beim Ballbesitz hatten die Gäste mit 53,0 Prozent leicht die Nase vorn; Asker kam auf 47,0 Prozent. In den Zweikämpfen war das Bild ähnlich knapp, mit einem kleinen Vorteil für Fredrikstad.

Die Schlussphase gehörte dennoch den Nerven. Fredrikstad setzte weitere Akzente, Henriquez schoss in der 80. Minute, Hangeland in der 86., König sogar zweimal. Asker wartete auf den einen Moment, der den Abend noch gerettet hätte. Er kam nicht.

So blieb es beim 0:1 (0:1). Roi war der Mann des frühen Augenblicks, Fredrikstad der Meister der defensiven Geduld. Asker hatte Chancen, Ball und Mut - nur leider nicht das Tor. Im Fußball ist das ungefähr so, als würde man eine ausführliche Bewerbung schreiben und im Betreff die eigene Telefonnummer vergessen.

20.08.2026 16:09
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Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer.
Werner Lorant
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