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Rotterdam siegt im Torfestival - Nedved glänzt, Heerenveen hadert

Wenn sich 35.803 Zuschauer an einem kalten Januarabend in Rotterdam aufwärmen wollen, dann bitte so: mit sieben Toren, drei Führungswechseln, einer roten Karte und einem Spiel, das mehr Drama bot als eine Soap zur Prime Time. SBV Rotterdam besiegte den FC Heerenveen mit 4:3 (2:1) - und das, obwohl die Gäste über weite Strecken den Ball laufen ließen, aber irgendwann das Spiel aus der Hand gaben.

Es begann furios. Bereits in der 10. Minute ließ Vaclav Nedved die Heimfans jubeln. Nach einem feinen Pass von Logan Edgecomb zirkelte der Tscheche den Ball ins lange Eck, als wolle er damit ein Kunstwerk signieren. "Ich hab nur gehofft, dass der Ball nicht über das Stadiondach fliegt", grinste Nedved später. Heerenveen antwortete acht Minuten später - kurioserweise durch Innenverteidiger Ingo Chalana, der nach einer Ecke von Alessandro Petrizzi mit einem wuchtigen Kopfball traf. "Ich dachte, ich steh da nur zur Dekoration", witzelte Chalana, "aber offenbar war ich mal richtig platziert."

Kurz vor der Pause dann wieder Rotterdam: Richard Bencik traf in der 44. Minute nach Vorlage von Ebbe Villadsen. Der Treffer war so präzise, dass selbst der Linienrichter kurz applaudierte - angeblich, um sich die Hände zu wärmen. Mit 2:1 ging es in die Kabinen, wo mancher Heerenveen-Spieler wohl den Sinn des Lebens und der Raumdeckung überdachte.

Doch die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag - und zwar gleich doppelt. Erst glich Filip Krejci in der 49. Minute nach Vorarbeit von Youngster Koenraad Vandermark aus, und nur fünf Minuten später brachte Alessandro Petrizzi die Gäste sogar mit 3:2 in Führung. Der Italiener jubelte mit einem Sprint zur Eckfahne, der allerdings abrupt endete, als Teamkollege Wouter Wyman ihn versehentlich umrannte. Vielleicht war das ein böses Omen, denn nur drei Minuten danach sah Wyman Rot - und zwar nicht vor Wut, sondern vom Schiedsrichter.

"Das war kein Foul, das war pure Leidenschaft", verteidigte ihn Trainer Adam Kramer, der sich selbst eine Gelbe verdient hätte für seine pantomimische Darstellung des "Ball gespielt"-Gestus. Heerenveen musste mit zehn Mann weitermachen - und Rotterdam witterte Morgenluft.

Kersten Rittner, der Coach der Hausherren, reagierte sofort: Doppelwechsel in der 50. Minute. "Ich wollte frischen Wind", erklärte er. "Und bekam gleich einen Orkan." Denn nur 23 Minuten später drehte Nedved erneut auf, traf zum 3:3 - wieder nach Vorlage von Edgecomb, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, das Spiel alleine zu schreiben. Eine Minute später setzte Durul Kuru den Schlusspunkt: 74. Minute, 4:3, wieder vorbereitet von Edgecomb. Drei Assists, ein Spielmacher, ein Mann, der vermutlich noch im Bus zurück nach Hause Autogramme auf Bälle und Bierdeckel geben musste.

Heerenveen versuchte in Unterzahl noch einmal alles, schoss insgesamt 13-mal auf das Tor (Rotterdam 15), hatte sogar mehr Ballbesitz (52,4 Prozent), doch die Effizienz blieb im nordniederländischen Gepäck. Alessandro Petrizzi traf in der 82. Minute nur den Pfosten, und spätestens als Stefanos Kalafatis kurz vor Schluss ebenfalls vergab, war klar: Das wird nichts mehr.

Ein kleiner Schreckmoment zum Ende: Rotterdams Ansgar Eriksen musste in der 88. Minute verletzt vom Feld. "Ich spüre was zwischen Achillessehne und Eitelkeit", sagte er mit gequältem Lächeln. Zwei Minuten später kassierte Milan Kadlec noch Gelb - womöglich, weil er zu früh die Siegeszigarre ausgepackt hatte.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven. Eher für Leute mit doppeltem Herzschrittmacher", meinte Trainer Rittner nach dem Abpfiff. "Aber ehrlich, wenn man 4:3 gewinnt, ist alles gut. Außer meinem Blutdruck."

Und so endete ein Abend, der alles bot, was man vom Fußball liebt - oder fürchtet: Tempo, Tore, Chaos und Geschichten, die man noch beim Frühstück erzählt. Die Fans sangen sich heiser, die Spieler taumelten erschöpft vom Feld, und irgendwo in der Katakombe soll Nedved gesagt haben: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein zweites Stadion - eins für die Tore, eins für die Emotionen."

Man könnte es auch einfacher sagen: SBV Rotterdam spielte wild, gewann verdient - und Heerenveen fuhr heim mit der Erkenntnis, dass selbst 52 Prozent Ballbesitz kein Torwartproblem lösen.

22.02.643987 19:30
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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