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Rot-Weiß Salzburg ringt FC Pinzgau nieder - frühes Tor entscheidet zähe Partie

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 25.569 Zuschauer und ein Spiel, das man getrost unter die Kategorie "Arbeiten statt Zaubern" einsortieren kann. Rot-Weiß Salzburg schlägt den FC Pinzgau mit 1:0 - und das dank eines frühen Treffers von Peter Stastny, der in der 6. Minute den einzigen Moment echter Fußballpoesie des Abends lieferte.

Es lief noch nicht einmal richtig die Uhr, da kombinierten sich die Salzburger so flüssig durch die Pinzgauer Abwehr, dass man fast an Sommerfußball glauben wollte. Yanik Will flankte scharf von links, Stastny rauschte heran, nahm den Ball direkt und versenkte ihn ins rechte Eck. Torwart Vitor Xavier war noch in der Bewegung - und sah dem Ball nur hinterher. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Stastny nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. War keiner."

Danach allerdings wurde es zäh. Pinzgau, taktisch klar defensiv eingestellt, fand nur schwer ins Spiel, hatte mit 53 Prozent Ballbesitz zwar mehr vom Leder, aber wenig daraus gemacht. "Wir wollten kontern, aber man muss auch mal den Ball gewinnen, um zu kontern", erklärte ihr Trainer Andy Clock trocken.

Salzburg dagegen zeigte, warum Statistik nicht gleich Dominanz bedeutet: 16 Torschüsse, viele davon aus der zweiten Reihe, aber nach dem frühen 1:0 wirkte das Team von Dietmar Schmitzberger erstaunlich genügsam. "Wir wollten kein Risiko eingehen", sagte der Coach, "nach dem 1:0 haben wir das Spiel kontrolliert." Nun ja - "kontrolliert" war vielleicht das richtige Wort, wenn man es synonym zu "auf Sparflamme" versteht.

Das Spiel plätscherte in der Folge dahin, wie ein Gebirgsbach im Winter - klar, kalt, aber ohne Bewegung. Pinzgau kam zu sieben Abschlüssen, zweimal musste Salzburgs Keeper Henrick Ganesvoort sein Können zeigen, besonders in der 46. Minute, als Evan Pienaar plötzlich frei vor ihm auftauchte. Ganesvoort blieb ruhig, breitete sich aus und parierte. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich anschießt", lachte der Torwart später. "Das hat er dann auch gemacht."

Im Mittelfeld ackerte der Torschütze Stastny unermüdlich, Nevio Beto auf links rannte sich die Seele aus dem Leib, und vorne sorgte Karsten Klein immer wieder für Alarm - allerdings mehr für die Eckfahne als für den gegnerischen Keeper. Seine Schüsse in der 17., 29., 49. und 89. Minute waren eher eine Hommage an den Begriff "Torannäherung".

Kurzzeitig kam sogar Dramatik auf: In der 84. Minute verletzte sich Uwe Konrad am linken Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Sein Ersatz Jorge Dieguez war kaum auf dem Feld, als Serge Fournier - ebenfalls eingewechselt - sich prompt die Gelbe Karte abholte. "Ich wollte ein Zeichen setzen", meinte Fournier mit einem Grinsen, "der Schiri hat’s verstanden."

Pinzgau versuchte in der Schlussphase noch einmal, das Ruder herumzureißen, doch Salzburg verteidigte kompakt. "Die standen da wie eine Festung", seufzte Pinzgaus Stürmer Domingo Ferron, der zwar dreimal zum Abschluss kam, aber jedes Mal an Ganesvoort oder der eigenen Nervosität scheiterte.

Statistisch liest sich das Ganze wie ein Lehrstück in Effizienz: Salzburg mit weniger Ballbesitz, dafür aber mehr Zielstrebigkeit. 1:0 zur Pause, 1:0 am Ende - minimalistisch, aber eben erfolgreich. Coach Schmitzberger fasste es mit einem Augenzwinkern zusammen: "Manchmal ist Fußball wie Kochen - wenn’s gleich am Anfang schmeckt, warum sollte man noch was nachwürzen?"

Während die Fans mit kalten Fingern, aber warmen Herzen das Stadion verließen, sammelte Pinzgau enttäuschte Blicke ein. "Wir hätten mehr verdient gehabt", murmelte Trainer Clock, "aber am Ende zählen Tore, nicht Ballbesitzstatistiken."

Ein lauer Sieg für Salzburg, ein bitterer Abend für Pinzgau - und ein weiteres Beispiel dafür, dass ein frühes Tor manchmal alle Taktiktafeln der Welt überflüssig macht. Vielleicht war’s kein Fußballfest, aber zumindest ein Abend, an dem die Fans sagen konnten: "Wir waren dabei, als Stastny traf."

Und wer weiß - vielleicht schreiben sie das Datum 7. Januar 2026 irgendwann ins Geschichtsbuch der Effizienzfußballer. Denn Rot-Weiß Salzburg hat gezeigt: Man muss nicht schön spielen, um zu gewinnen. Man muss nur einmal treffen - und dann so tun, als wäre das der Plan gewesen.

08.04.643987 20:50
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