Sport-Blick
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Rot-Weiss Thun stolpert daheim - Aarberg siegt mit Minimalismus und einem Geistesblitz

Manchmal braucht es im Fußball keine großen taktischen Revolutionen, keine wilden Pressing-Experimente, keine hitzigen Wortgefechte an der Seitenlinie. Manchmal reicht ein einziger Moment der Klarheit - und ein Spieler, der weiß, wo das Tor steht. So geschehen am 5. Spieltag der 2. Liga Schweiz, wo der FC Aarberg bei Rot-Weiss Thun durch ein Tor von Noah Badham in der 54. Minute einen 1:0-Auswärtssieg einfuhr.

29.462 Zuschauer hatten sich im Thuner Stadion eingefunden, um ihre Rot-Weißen zu sehen - und sie bekamen, nun ja, viel Ballbesitz (49,3 Prozent), reichlich Torschüsse (zehn an der Zahl) und jede Menge "Beinahe"-Momente. Nur das Entscheidende fehlte: ein Treffer.

Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass Thun zwar nach vorne wollte, aber sein Visier noch nicht richtig eingestellt hatte. Innenverteidiger Jacques Blanchard holte sich in den Minuten 8 und 10 gleich zwei Abschlüsse - der erste landete auf der Tribüne, der zweite auf der Brust von Aarbergs Keeper Erik Frigard. "Ich dachte, wenn keiner trifft, dann mach’ ich’s halt selbst", grinste der 18-Jährige nach dem Spiel, "aber offenbar sollte es heute nicht sein."

Kurz darauf musste Thuns Rechtsverteidiger Klaus Menzel nach einem rustikalen Einsteigen in der 4. Minute früh Gelb sehen - ein Zeichen dafür, dass es kein Freundschaftsspiel werden würde. "Er hat den Ball gespielt", verteidigte ihn Trainer Müller auf der Pressekonferenz und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "...also irgendwann, kurz nach dem Gegenspieler."

Die Partie blieb lange offen. Noah Jones und Julien Meissner prüften Frigard mehrfach, doch der Aarberger Schlussmann zeigte, warum er diese Saison schon als "Katze von Aarberg" durchgeht. Besonders in der 33. Minute, als Meissner aus vollem Lauf abzog - und Frigard mit einer Flugeinlage antwortete, die man sonst nur in Zeitlupenwerbungen sieht.

Und dann kam Minute 54. Vincent Leblanc, bis dahin eher unauffällig, zog auf rechts an, sah den startenden Noah Badham - und der traf aus rund 16 Metern trocken ins linke Eck. Keine Schnörkel, kein Zögern, einfach Fußball in seiner reinsten Form. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Badham hinterher lachend zu, "aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich: geplant!"

Thun versuchte danach alles. Trainer Müller brachte in der 67. Minute Stürmer Julien Savard für den angeschlagenen Charles Valentine, der nach einem Zweikampf humpelnd vom Platz musste. Doch auch Savard fand kein Durchkommen gegen Aarbergs dicht gestaffelte Abwehr. "Wir haben Beton angerührt", erklärte Aarberg-Coach Joao Alves nüchtern. "Schön war’s nicht, aber effektiv."

Während Thun weiter anrannte, blieb Aarberg gefährlich im Konter. Domingo Moutinho hatte in der 67. Minute die Vorentscheidung auf dem Fuß, verzog aber knapp. Am Ende retteten die Gäste das 1:0 über die Zeit - auch weil Ezequiel Brito in der Nachspielzeit noch Gelb kassierte, um einen letzten Thuner Angriff zu stoppen. "Wenn’s sein muss, geh ich auch mit Karte nach Hause", meinte Brito mit einem Schulterzucken.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 10:8 Torschüsse, fast gleich viel Ballbesitz, aber eben ein Tor Unterschied. Und dieser eine Unterschied trägt den Namen Badham.

"Wir hätten den Punkt verdient gehabt", sagte Thuns Kapitän Frederic Giese im Kabinengang, "aber der Fußball ist manchmal ein zynischer Kerl."

Vielleicht war er das an diesem kalten Januarabend wirklich. Denn während Thun alles versuchte und sogar der Stadionsprecher gegen Ende aufmunternd "Ein Tor noch!" skandierte, blieb die Anzeigetafel stur bei 0:1 stehen.

"Manchmal ist es wie beim Würfeln", resümierte Müller mit einem gequälten Lächeln. "Nur dass wir heute keine Sechs, sondern eine Niete geworfen haben."

Aarberg hingegen durfte jubeln - nicht laut, aber zufrieden. Alves klopfte jedem Spieler einzeln auf die Schulter, als wollte er sagen: "Ein Tor reicht, wenn man’s richtig macht."

Und so endete ein Spiel, das keine Fußballlehrstunde war, aber eine Lektion in Effektivität. Rot-Weiss Thun bleibt mit leeren Händen zurück, Aarberg nimmt drei Punkte und ein Lächeln mit nach Hause.

Man könnte sagen: Der Fußball hat wieder mal seine eigene Logik bewiesen - und die ist, wie immer, herrlich unfair.

06.03.643987 09:12
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Ich glaube nicht, dass der Verein mir Steine in den Vertrag legt.
Torsten Legat zu evtl. Wechselproblemen mit Eintracht Frankfurt
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