Irish Sports
+++ Sportzeitung für Irland +++

Rovers tanzen Dundalk aus - 3:1-Auswärtssieg mit Stil und Selbstbewusstsein

Dundalk - 27.000 Zuschauer im ausverkauften Oriel Park sahen am Freitagabend ein Spiel, das man getrost in die Kategorie "lehrreich" einordnen darf - zumindest aus Sicht der Gastgeber. Denn was die Dublin Rovers beim 3:1 (2:0) zeigten, war eine Mischung aus Effizienz, Witz und einer Prise Fußball-Arroganz, die man sich nur leisten kann, wenn man’s draufhat.

Dabei fing alles gar nicht so schlecht an für Dundalk. Trainer Daddy Yankee - ja, der Name ist echt, und nein, er hat nichts mit Reggaeton zu tun - ließ offensiv auf den Flügeln spielen. "Wir wollten Tempo bringen, den Ball schnell machen", erklärte er hinterher mit einem gequälten Lächeln. Und tatsächlich: Mit 54 Prozent Ballbesitz und kurzen Pässen sah das Ganze zeitweise aus wie gepflegter Kombinationsfußball - bis Dublin den Stecker zog.

In der 37. Minute war’s soweit: Daniel Kinsella, eigentlich eher für Flanken als für Vollspannschüsse bekannt, zog aus gut 18 Metern ab. Der Ball zischte flach ins linke Eck, und Torwart Taylor Kinsella (kein Verwandter, aber fühlte sich bestimmt so an) schaute dem Leder nur hinterher. Bruder Ewan Kinsella hatte den Angriff eingeleitet - Familienbande, die funktionieren.

Vier Minuten später stand es schon 0:2. Diesmal war es Fernando Bujia, der nach einem butterweichen Pass von Innenverteidiger Oliver Kenny plötzlich allein vor dem Tor auftauchte. Ein Haken, ein Schuss, ein Tor - Lehrbuchstoff. Dundalks Abwehr? Eher ein offenes Buch.

"Wir haben einfach unseren Stil gespielt", grinste Dublin-Coach Paul Abramowich nach dem Spiel. "Offensiv, aber ohne Hektik. Die Jungs wissen, wann’s Zeit ist, den Dolch rauszuziehen." Und tatsächlich: 11 Torschüsse der Rovers standen am Ende nur 6 von Dundalk gegenüber. Präzision schlägt Ballbesitz - das alte Fußballgesetz.

Nach der Pause versuchte Dundalk alles, um zurückzukommen. Flanken aus allen Lagen, zumeist halbhoch, halbherzig. Louis Finnan prüfte Keeper Brandon Carr (39.), Radostin Kolew drosch die Kugel in die Abendluft (36.). Immerhin: Der Wille war da. Aber Dublin blieb cool, fast schon gelangweilt.

In der 70. Minute dann der endgültige Nackenschlag: Nach einer Ecke wuchtete Innenverteidiger Maxim Skworzow den Ball per Kopf ins Netz - 0:3. Assist? Wieder Oliver Kenny, der an diesem Abend offenbar die Präzision eines Uhrmachers hatte. "Ich hab’ nur gehofft, Maxim trifft diesmal den Ball statt meinen Kopf", witzelte Kenny später in der Mixed Zone.

Dundalk reagierte mit einem Doppelwechsel: Sean Hunt und Dylan Cunningham raus, die jungen Elliot Kenny und Alfie Long rein. Frisches Blut, aber kein frischer Wind. Dublin brachte seinerseits gleich drei Teenager - Cantwell, Miller, Houghton - und spielte die letzten 15 Minuten mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und jugendlicher Frechheit.

Erst in der Nachspielzeit gab’s dann noch einen Trostpreis für die Gastgeber. Radostin Kolew traf nach Zuspiel von Tyler O’Halloran zum 1:3 (91.), und der Jubel war so überschwänglich, als hätte man gerade das Pokalfinale gewonnen. "Man muss sich auch über kleine Dinge freuen", meinte Kolew danach trocken.

Statistisch gesehen durfte Dundalk sogar von einem "optischen Sieg" sprechen: mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Eifer. Nur eben weniger Tore. Dublin dagegen spielte das, was man in Irland wohl als "kalte Effizienz mit Guinness-Note" bezeichnen würde.

Trainer Abramowich verabschiedete sich mit einem Schulterzucken: "Wir hätten noch zwei mehr machen können, aber ich wollte die Jungs nicht überanstrengen." Daddy Yankee dagegen suchte nach Worten: "Wir haben’s versucht, aber Fußball ist manchmal wie Musik - du kannst alles richtig spielen, und trotzdem klingt’s schief."

Was bleibt, ist ein verdienter Sieg der Dublin Rovers, die mit nunmehr beeindruckender Leichtigkeit an der Tabellenspitze kratzen. Dundalk dagegen muss sich fragen, ob Schönspielerei wirklich der Weg zum Erfolg ist - oder nur der schönste Weg zum nächsten 1:3.

Und so ging ein kalter Januarabend mit warmem Applaus für die Gäste zu Ende. Dublin Rovers sangen ihren Sieg fast schon lässig zu Ende, während Dundalk nachdenklich in die Kabine schlich. Vielleicht summte Daddy Yankee dort leise: "Lo mejor está por venir." Hoffentlich.

10.04.643987 03:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.
Christoph Daum
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager