Gazeta Sportowy
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Rush Chorzow tanzt Wista Plock aus - Kraft doppelt, Stadion bebt

Wenn 42.011 Zuschauer an einem frostigen Januarabend das Stadion von Rush Chorzow füllen, dann wissen sie: Es wird nicht warm, aber heiß. Und tatsächlich, das 4:2 gegen Wista Plock am 8. Spieltag der polnischen 1. Liga hatte alles - Tempo, Tore, und ein bisschen Chaos inklusive.

Die Gäste begannen mit mehr Ballbesitz - 54 Prozent standen am Ende auf ihrem Konto -, doch die Effektivität blieb in Chorzow. Nach nur 21 Minuten schien Wista den Ton anzugeben: Kamil Adamski, der flinke Linksaußen, nutzte einen feinen Pass von Francisco Butragueño und schob eiskalt ein. Trainer Bryan Adams (ja, wirklich so heißt er) ballte die Faust an der Seitenlinie - vielleicht summte er innerlich "Everything I Do", aber das bleibt Spekulation.

Doch der Jubel hielt keine fünf Minuten. Adrian Dreszer, Chorzows Mittelstürmer, machte in der 26. Minute das, was er am liebsten tut: den Ball mit dem ersten Kontakt kontrollieren und mit dem zweiten versenken. Vorlage kam von Dawid Gorawski, der das Mittelfeld über 90 Minuten dominierte. "Ich sah, dass Adrian schon loslief, da musste ich nur noch liefern", grinste Gorawski nach dem Spiel.

Und kaum hatte der Stadionsprecher den Torschützen zu Ende verkündet, lag der Ball schon wieder im Netz der Gäste. In der 28. Minute zimmerte Torsten Kraft, der rechte Flügelstürmer, das Leder aus spitzem Winkel ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu, "aber manchmal weiß der Ball selbst besser, wo er hinwill."

Zur Halbzeit stand es 2:1 für die Hausherren - und das trotz leichtem Übergewicht der Gäste im Mittelfeld. Trainer Herth Ussia blieb dennoch ruhig: "Wir spielen offensiv, das ist unser Stil. Wenn’s kracht, dann richtig."

Direkt nach Wiederanpfiff kam die Szene, die das Spiel endgültig kippte. Patryk Chalaskiewicz, der junge Mittelfeldmotor, traf in der 46. Minute nach einem herrlichen Doppelpass mit Linksverteidiger Tomasz Blaszczykowski zum 3:1. Der Jubel war laut, der Trainer der Gäste dagegen still. In der Coaching-Zone sah Bryan Adams plötzlich aus, als überlege er, ob er nicht lieber wieder Musik machen sollte.

Wista versuchte es weiter, kontrollierte den Ball, aber nicht das Spiel. Adamski rackerte, Butragueño wirbelte, Franck Brun prüfte Keeper Ernesto Manuel zweimal - doch Chorzow blieb eiskalt. In der 82. Minute machte Torsten Kraft mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf, nach Vorlage von Pablo Calvente. "Torsten war heute wie eine Espresso-Maschine im Dauerbetrieb", scherzte Ussia nach Abpfiff. "Volle Energie, kein Tropfen daneben."

Die Gäste gaben sich trotzdem nicht auf. Wieder war es Adamski, der kurz vor Schluss, in der 87. Minute, einen Konter vollendete - sein zweiter Treffer des Abends. Der junge Krzysztof Zdebel hatte ihn herrlich freigespielt. "Wenn wir früher so kombiniert hätten, wäre mehr drin gewesen", murrte Adamski in der Mixed Zone.

Am Ende blieb es beim 4:2. Statistisch sah das Spiel enger aus: neun Torschüsse für Chorzow, sieben für Plock. Doch die Effizienz der Hausherren machte den Unterschied. Gelbe Karten gab’s für Karol Gilewicz (Rush) und Saruhan Toraman (Plock) - beide mehr Symbol für Einsatz als für Härte.

Auch taktisch war alles klar verteilt: Rush spielte von Anfang an offensiv, mit starkem Pressing und viel Mut. Wista dagegen lauerte auf Konter - die kamen, aber selten an. "Wir wollten kompakt stehen und blitzschnell umschalten", erklärte Bryan Adams nach dem Spiel. "Leider war unser Blitz manchmal mehr Glühwürmchen."

Zum Schluss tanzten die Fans von Rush Chorzow im Schneetreiben und sangen sich warm. Herth Ussia verschwand mit einem zufriedenen Grinsen in den Katakomben, während Torsten Kraft noch Autogramme schrieb - auf Bierdeckel, Mützen und sogar ein Paar Torwarthandschuhe.

Ein Abend, wie ihn Chorzow liebt: laut, leidenschaftlich, und mit vier Toren im Gepäck. Wista Plock wird sich fragen, wie man mit mehr Ballbesitz trotzdem so leer ausgehen kann. Die Antwort ist einfach: Man muss treffen - und das tat an diesem Abend fast nur Rush.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne zusammenfasste: "Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner."

10.04.643987 03:35
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