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Salzburg dreht das Spiel: 3:1 nach später Explosion gegen Kottingbrunn

Manchmal dauert es, bis ein Motor zündet - beim ASK Salzburg war es am 8. Spieltag der 1. Liga Österreich ganze 63 Minuten lang so. Dann aber brannten die Mozartstädter ein Feuerwerk ab, das die 31 866 Zuschauer im ausverkauften Stadion von den Sitzen riss. Am Ende stand ein 3:1‑Sieg gegen tapfere Kottingbrunner, die früh geführt und lange gehofft hatten - bis sie vom Salzburger Sturmwirbel überrollt wurden.

Schon nach vier Minuten schien der Abend einen anderen Verlauf zu nehmen. Kottingbrunns Rechtsverteidiger Jannick Bock, sonst eher als Staubsauger in der Defensive bekannt, stürmte nach einem feinen Zuspiel von Theodor Herman über die rechte Seite, zog ab und traf - 0:1! "Ich dachte zuerst, der Ball sei zu weit, aber dann flog er wie im Traum", grinste Bock nach dem Spiel, ehe er mit einem Augenzwinkern hinzufügte: "Leider war’s das schönste Erlebnis des Abends."

Denn danach kämpfte Kottingbrunn gegen immer stärker werdende Salzburger und irgendwann auch gegen die eigene Müdigkeit. Zwar hatten die Gäste mit leichtem Ballbesitzvorteil (51,6 Prozent) und einer disziplinierten Defensivordnung lange alles im Griff, doch Salzburg kam mit 17 Torschüssen immer wieder gefährlich in die Box. Besonders Michel Ackermann, der rechte Flügelstürmer der Hausherren, prüfte Keeper Pol Moutinho mehrfach - und sollte später noch seine große Stunde erleben.

Vor der Pause allerdings wirkte ASK‑Coach Andreas Schuntner zunehmend ungeduldig. "Wir haben gespielt, als ob wir auf Glatteis laufen", schimpfte er Richtung Ersatzbank. Die Zuschauer sahen, wie er in der 46. Minute gleich doppelt wechselte: der junge Bernd Huber kam für Charles Densham ins Mittelfeld, Dror Itzhaki ersetzte Jay Carey hinten links - frisches Blut für eine müde Mannschaft.

Und siehe da: Mit Beginn der zweiten Hälfte schaltete Salzburg einen Gang höher, presste mutiger, riskierte mehr. Zwar sah Innenverteidiger Juan Herrero in der 48. Minute Gelb, doch das schien der nötige Weckruf zu sein. In der 63. Minute schlug Ackermann endlich zu: Nach einem Abpraller im Strafraum blieb er eiskalt und netzte zum 1:1 ein. Das Stadion explodierte, Schuntner riss die Arme hoch - und plötzlich lief alles wie von selbst.

Kottingbrunn wirkte geschockt, versuchte zwar, mit Kontern über den flinken Curt Schwarz zu antworten, doch deren sechs harmlose Torschüsse blieben ohne Ertrag. In der 82. Minute folgte dann der Moment, der Bernd Hubers Einwechslung endgültig rechtfertigte: Der 18‑Jährige spielte einen Traumpass in den Lauf von Jonas Speeck, der den Ball humorlos unter die Latte drosch - 2:1! "Ich hab einfach gehofft, dass er läuft", sagte Huber später bescheiden, während Speeck grinste: "Der Junge hat ein Auge - und offenbar gute Ohren, ich hab nämlich ’Spiel mich!’ gebrüllt."

Nur zwei Minuten später machte Enrique de Almeida den Deckel drauf. Der rechte Außenverteidiger, der sich plötzlich in Strafraumhöhe wiederfand, traf nach Vorarbeit von - richtig geraten - Ackermann zum 3:1. Ein Tor, das selbst Trainer Schuntner kurz die Contenance verlieren ließ. "Ich wollte gerade ’nicht so weit aufrücken!’ rufen", erzählte er lachend, "da war der Ball schon drin. Dann hab ich’s mir verkniffen."

Für Kottingbrunn endete der Abend bitter: Jannick Bock, Held des frühen Führungstreffers, sah in der 87. Minute Gelb‑Rot nach einem übermotivierten Einsteigen. Trainer Michael Goldfinger blieb trotzdem gelassen: "Wenn du so früh in Führung gehst, musst du das cleverer runterspielen. Aber ich kann den Jungs keinen großen Vorwurf machen - Salzburg war in der zweiten Hälfte einfach eine Klasse besser."

Statistisch untermauert das Ergebnis die klare Tendenz: 17 Torschüsse der Salzburger gegenüber 6 der Gäste, dazu 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Ein verdienter Heimsieg - auch wenn er sich lange Zeit nicht so anfühlte.

Und so verabschiedeten sich die Fans mit einem zufriedenen Raunen in die Salzburger Nacht, während Michel Ackermann noch Autogramme schrieb und murmelte: "Wir hätten’s auch spannender machen können - aber dann wär’s ja kein Salzburg‑Spiel."

Ein ironisches Schlusswort, das passt: Erst wenn’s dramatisch wird, laufen die Salzburger zur Hochform auf. Für Kottingbrunn dagegen bleibt die Erkenntnis, dass frühe Träume manchmal im späten Pressing der Realität zerplatzen.

19.04.643987 13:45
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