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Salzburgs Torfestival: Rot-Weiß schießt Kärnten aus dem Stadion

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Gegner versehentlich beim falschen Sport aufgelaufen ist. Vor 21.433 Zuschauern in der prall gefüllten Red-White-Arena fegte Rot-Weiß Salzburg den SC Kärnten mit 6:1 vom Platz - und das, obwohl die Gäste laut Statistik sogar mehr Ballbesitz hatten. Aber Ballbesitz schießt bekanntlich keine Tore, und Salzburg hatte an diesem 4. Spieltag der 1. Liga Österreich schlicht alles: Tempo, Präzision und eine unverschämte Leichtigkeit.

Schon nach sieben Minuten begann das Spektakel. Der erst 20-jährige Martin Lorenz zog nach feinem Zuspiel von Javi Aznar aus der zweiten Reihe ab - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann hab’ ich mir gedacht: Ach, warum nicht?", grinste Lorenz nach dem Abpfiff. Drei Minuten später revanchierte sich Aznar mit einem Treffer der Marke "Lehrbuch-Stürmer". Nach Vorlage von Christian Lockhart drosch der Spanier den Ball humorlos unter die Latte - 2:0.

Kärnten wirkte konsterniert, fast höflich in der Gegenwehr. Trainer Ha Luncke stand ratlos an der Seitenlinie und gestikulierte wild, während sein Team den Salzburger Flügelstürmern hinterherhechelte. "Wir wollten eigentlich kontrolliert auftreten", murmelte Luncke später, "aber offenbar hat meine Abwehr das als ’Kontrollverlust’ interpretiert."

Nach 19 Minuten wurde es endgültig bitter: Karsten Klein traf nach einer butterweichen Vorlage von Sander Cure zum 3:0. Cure, erst seit Sommer im Team, zeigte Spielwitz und Übersicht, als hätte er nie etwas anderes getan, als in der Salzburger Mittelfeldzentrale Bälle zu verteilen. Drei Minuten später war wieder Aznar zur Stelle - diesmal nach glänzender Kombination über Lorenz und Cure. 4:0 nach 22 Minuten. Die Fans standen Kopf, der Stadionsprecher hatte Mühe, mit dem Jubeltempo mitzuhalten.

Kurz vor der Halbzeit gönnte Salzburg den Kärntnern ein kleines Trostpflaster. Harry Kavanagh traf nach einem schnellen Gegenstoß, eingeleitet vom wackeren Bernt Saint-Pierre. Torwart Tiago Galindo griff daneben, und das Publikum quittierte es mit einem wohlwollenden "Na gut, einen dürft’s halt haben". 4:1 zur Pause - und dennoch fühlte sich das Ergebnis schon entschieden an.

Zur zweiten Halbzeit brachte Trainer Dietmar Schmitzberger den agilen Serge Fournier, der sofort für frischen Wind sorgte. In der 56. Minute ließ er es selbst krachen: Nach Vorlage von Uwe Konrad setzte er den Ball präzise ins lange Eck - 5:1. "Ich hab’ mich einfach gefreut, dass ich mal ran durfte", sagte Fournier lachend. "Und wenn’s läuft, läuft’s eben."

Kärnten versuchte sich zwischenzeitlich am Wiederaufbau, doch mehr als ein paar harmlose Distanzschüsse kamen dabei nicht heraus. Der Gelbe Karton für Innenverteidiger Manuel Varela in der 66. Minute war sinnbildlich für den Frust der Gäste. Luncke reagierte mit einem tiefen Seufzer, während Schmitzberger an der Seitenlinie zufrieden am Kaugummi kaute.

Als die Partie schon ihrem Ende entgegenschlenderte, setzte ein Verteidiger den Schlusspunkt: Leif Söderberg, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, traf in der 87. Minute nach einer Ecke von - natürlich - Sander Cure per Kopf zum 6:1. Der Jubel war ausgelassen, Söderberg riss die Arme hoch und brüllte: "Ich hab’s euch gesagt, irgendwann geht einer rein!" Seine Mitspieler grinsten ungläubig - es war sein erstes Saisontor.

Die Statistik erzählte eine absurde Geschichte: Kärnten hatte 53 Prozent Ballbesitz, Salzburg "nur" 47. Aber 20 Torschüsse der Hausherren zu mickrigen drei der Gäste sprechen eine deutlichere Sprache. Rot-Weiß verteidigte leidenschaftlich (Zweikampfquote 57,8 Prozent) und spielte mit einer Konsequenz, die in dieser Liga selten zu sehen ist.

"Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: Spaß haben und Tore schießen", bilanzierte Trainer Schmitzberger mit einem breiten Grinsen. "Manchmal ist Fußball eben einfach."

Und tatsächlich: So leichtfüßig, so spielfreudig, so torhungrig hat man Salzburg lange nicht gesehen. Der Sieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer taktisch klugen, offensiven Ausrichtung - über die Flügel, mit Mut, Tempo und Effizienz.

Zum Schluss meinte ein Kärntner Fan resigniert: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Und am Ende zählt halt Letzteres." Treffender kann man diesen Abend kaum zusammenfassen.

Ein Fazit mit Augenzwinkern: Wenn Rot-Weiß Salzburg so weitermacht, müssen demnächst selbst die Tornetze um Verstärkung bitten.

04.03.643987 18:47
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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