La Prensa Libre
+++ Sportzeitung für Costa Rica +++

San Carlos FC zerlegt Limonense - Drei Tore, keine Gnade, viele Geschichten

Es gibt Spiele, die riechen schon nach zehn Minuten nach einer klaren Sache. Und dann gibt es Spiele wie dieses: CF Limonense gegen San Carlos FC am 8. Spieltag der 1. Liga Costa Rica. 20.000 Zuschauer im Estadio Juan Gobán, warme Abendluft, ein bisschen Karibik-Feeling - aber auf dem Platz war’s eher ein einseitiger Tropensturm. Am Ende leuchtete ein gnadenloses 0:3 (0:1) auf der Anzeigetafel, und ehrlich gesagt: Es hätte schlimmer kommen können.

Von Beginn an diktierte San Carlos das Geschehen. Noch bevor die Fans ihr erstes Bier austrinken konnten, prügelte sich San Carlos’ Rechtsaußen Fritz Ajalon schon in die Statistik: Schuss aufs Tor, Minute 1. Danach folgte eine ganze Parade von Abschlüssen, als hätte Trainer Spritty Bohne seinen Jungs befohlen, das Zielwasser gleich eimerweise zu trinken. 23 Torschüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche - Limonense brachte es auf einen. Einen! Und das in der 63. Minute, durch Jorge Valente, der wenigstens kurz so tat, als könne er das Spiel noch drehen.

Doch zurück zum Anfang: In der 17. Minute fiel, was längst in der Luft lag. Rechtsverteidiger Giorgio Nocara stürmte wieselflink die Linie entlang, flankte butterweich, und Adrian Bergantiños köpfte präzise zum 0:1 ein. "Ich musste nur die Augen schließen und hoffen, dass er reingeht", grinste Bergantiños später - bescheiden, aber mit einem Funkeln im Blick, das sagte: Natürlich wusste ich, dass der reingeht.

CF Limonense dagegen wirkte, als habe man beim Warmmachen zu lange dem Sonnenuntergang zugesehen. Trainername? Fehlanzeige in der Statistik, aber seine Körpersprache sprach Bände: Arme verschränkt, Blick gen Rasen, der Ausdruck irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und stillem Gebet. Seine Mannschaft kassierte früh Gelbe Karten - Domingo Cascon schon in Minute 7, Robert Benett gleich nach der Pause. Es war, als wollten sie wenigstens in der Statistik auffallen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich - nichts. San Carlos blieb überlegen, Limonense blieb passiv. In der 53. Minute erhöhte Rafael Gama nach Vorlage von Raul Figueras auf 0:2. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: Seitenwechsel, Doppelpass, Abschluss. "Wir haben einfach gespielt, was wir trainieren", sagte Gama danach und grinste, "und manchmal klappt’s sogar."

Limonense versuchte zu reagieren, brachte etwas mehr Körper, aber weniger Ball. 49 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, also fast Gleichstand - nur dass San Carlos wusste, was man mit dem Ball anfängt. In der 80. Minute besiegelte der 23-jährige Alex Collantes den Abend endgültig: ein gezielter Flachschuss nach Zuspiel von Fernando Montanes, 0:3. Collantes rannte jubelnd zur Eckfahne, blieb dann stehen, als hätte er selbst nicht geglaubt, dass er getroffen hatte. "Ich habe ehrlich gesagt gedacht, der Torwart hat ihn noch", sagte er später lachend. "Aber dann war’s zu spät - für ihn und für Limonense."

Die Gastgeber hatten ihre Momente - kurz nach der Stunde, als Valente tatsächlich mal aus spitzem Winkel abzog. Doch der Ball landete, wie so viele an diesem Abend, sicher in den Händen des gegnerischen Keepers. Der hatte ansonsten einen ruhigen Arbeitstag: nicht mal Schweißperlen auf der Stirn, als er nach dem Spiel in die Kabine verschwand.

Trainer Spritty Bohne, bekannt für seine launigen Interviews, brachte es trocken auf den Punkt: "Wir haben gut gespielt, aber ehrlich - Limonense hat uns eingeladen. Und wir sind höflich genug, Einladungen anzunehmen."

Die Zuschauer gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause. Die einen lobten San Carlos’ Effizienz, die anderen schüttelten über Limonense den Kopf. "Das war kein Heimspiel, das war eine Lehrstunde", murmelte ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions.

Statistisch war’s ein Klassenunterschied: 23:1 Torschüsse, 60:40 Zweikampfquote zugunsten der Gäste, und eine Gelb-Sammlung, bei der Limonense fast schon Sammelkarten hätte drucken können.

Am Ende blieb die Erkenntnis: San Carlos FC ist heiß auf die oberen Tabellenränge, während Limonense schleunigst Feuer im Sturm entfachen muss - oder wenigstens einen zweiten Torschuss zustande bringt.

"Wir müssen das abhaken", sagte Limonenses Mittelfeldmann Vitorino Baiao noch, bevor er seine Gelbe Karte aus der 83. Minute wahrscheinlich als Souvenir mitnahm. "Es war nicht unser Tag."

Nein, das war’s wirklich nicht. Und wenn man ehrlich ist: Es war eindeutig der Tag von San Carlos - effizient, zielstrebig, und mit einem Trainer, der den passenden Humor hat. Oder wie Spritty Bohne zum Abschied sagte: "Wenn wir weiter so spielen, muss ich bald einen größeren Bus für die Pokale bestellen."

Augenzwinkerndes Fazit: Limonense hat sich am 8. Spieltag einen Sonnenbrand und eine Lektion geholt. San Carlos dagegen tankte Selbstvertrauen - und wahrscheinlich Gratis-Cocktails vom Hotel, das sich über so viele Tore sicher gefreut hat.

19.04.643987 20:57
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Sprücheklopfer
Ich würde Helmut Kohl gerne einmal kennenlernen. Der wird genau so oft angefeindet wie ich. Aber da habe ich wohl keine Chance, weil der Bundeskanzler ja schon Berti Vogts adoptiert hat.
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