US Sports
+++ Sportzeitung für USA +++

San Jose führt - und Kansas City lacht zuletzt

Major League | 1. Spieltag | 17.09.26 | San Jose Blues - Kansas City FC 1:2

Der erste Spieltag der Major League hatte alles, was ein Fußballabend im September so braucht: 42.196 Zuschauer, Flutlicht, große Erwartungen und eine Heimmannschaft, die nach 15 Minuten aussah wie der sichere Sieger. Am Ende aber stand im Stadion der San Jose Blues ein ernüchterndes 1:2 (1:0) gegen Kansas City FC. Fußball, dieses launische Spiel, hatte wieder einmal beschlossen, sich an keinen Drehbuchautor zu halten.

Dabei begann der Abend für San Jose beinahe märchenhaft. In der 15. Minute setzte sich Max McLeod auf der linken Seite durch und schob zur Führung ein. Matthew Ireland hatte den Treffer vorbereitet - ein Angriff wie aus dem Lehrbuch, sofern das Lehrbuch auch ein Kapitel über schnelles Umschalten und ein wenig kontrolliertes Chaos enthält. Die Blues spielten offensiv und lauerten auf Konter, genau wie es Trainer Daniel Schneider vorgesehen hatte.

"Wir wollten mutig auftreten und früh ein Zeichen setzen", sagte Schneider hinterher. "Das Zeichen war dann leider lange Zeit nur ein Ausrufezeichen - kein Schlusspunkt." Eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung, zumal San Jose zur Halbzeit tatsächlich mit 1:0 führte.

Kansas City hatte bis dahin jedoch deutlich mehr vom Spiel. Die Gäste kamen im ersten Durchgang zu zahlreichen Abschlüssen, während die Blues nur sporadisch gefährlich wurden. Insgesamt verzeichnete Kansas City 21 Torschüsse, San Jose lediglich vier. Beim Ballbesitz lagen die Gäste mit 50,36 Prozent nur knapp vorn - der Unterschied war also nicht die große statistische Lawine, sondern vielmehr die Konsequenz vor dem Tor.

Nuri Tekke war dabei ein ständiger Unruheherd. Der 32 Jahre alte Angreifer schoss wiederholt auf das Tor und wirkte, als habe er mit dem San-Jose-Schlussmann Ryan Bail eine private Meinungsverschiedenheit auszutragen. "Wir haben in der ersten Hälfte genug Chancen für zwei Spiele gehabt", soll Tekke in der Kabine gesagt haben. "Irgendwann musste einer reingehen." Der Satz klingt nach Fußballweisheit, wurde aber an diesem Abend tatsächlich noch wichtig.

San Jose machte sich das Leben zudem selbst schwer. Henry Hathaway, Dylan Carter, Oscar Gallagher, Matthew Ireland und Freddie Warrington sahen Gelb. Carter erwischte es besonders hart: Nach seiner Verwarnung in der 27. Minute folgte in der 65. Minute Gelb-Rot. Die Blues mussten fortan in Unterzahl verteidigen. "Ich dachte, ich hätte noch eine Karte frei", soll Carter mit Galgenhumor bemerkt haben. Der Schiedsrichter teilte diese Einschätzung erwartungsgemäß nicht.

Kansas City Coach Abdi Singer reagierte zur Pause mit einem Wechsel und brachte Javi Galan für Morgan Satchmore. Später folgten Argirios Kampantais und Adam Ross. Die Gäste stellten ihr Spiel etwas kontrollierter auf, suchten nicht mehr ganz so hastig den Abschluss und warteten geduldig auf die Lücke. Das war weniger spektakulär, aber erheblich wirksamer - die klassische Methode, mit der man Gegnern den Abend verdirbt.

In der 81. Minute war es schließlich so weit: Everhart Derrick traf zum Ausgleich. Drei Minuten später drehte Nuri Tekke die Partie komplett. Ausgerechnet der Mann, der zuvor immer wieder an Bail oder am eigenen Zielwasser gescheitert war, schoss Kansas City zum 2:1. Die Gäste hatten damit binnen kurzer Zeit aus einer statistischen Überlegenheit einen zählbaren Sieg gemacht.

San Jose versuchte in Unterzahl noch einmal alles, doch die vier eigenen Torschüsse erzählen bereits die Geschichte. Kansas City gewann außerdem 56,26 Prozent der Zweikämpfe und brachte die Führung über die Zeit. Gyula Lorant sah spät noch Gelb, mehr musste Kansas City nicht riskieren.

"Wir haben nicht aufgehört, an unsere Chancen zu glauben", sagte Singer. "Manchmal ist Geduld nur ein anderes Wort für späten Ärger beim Gegner." Für San Jose bleibt die Erkenntnis: Eine Führung ist schön, aber 21 Torschüsse des Gegners sind selten ein gutes Fundament. Kansas City nahm drei Punkte mit - und die Blues immerhin die Erinnerung, dass ein Spiel erst nach 90 Minuten verloren ist. Unglücklicherweise gilt das auch, wenn man schon 1:0 führt.

17.09.2026 21:36
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager