Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

San Marino siegt mit Charme, Kampfgeist und ein bisschen Chaos

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 43.500 Zuschauer - und ein San-Marino-Team, das sich an diesem 8. Spieltag der 1. Liga Italien einen Dreipunkteabend der besonderen Sorte gönnte. Mit 2:1 (2:0) rangen die Mannen von Trainer Husti Nette den Gast aus Gela nieder, der trotz beherztem Auftritt und leichtem Hang zum Drama ohne Zähler die Heimreise antreten musste.

Schon die Anfangsminuten deuteten an, dass San Marino nicht lange fackeln würde. Nach zwei frühen Abschlüssen von Rui Eusebio (2. und 3. Minute) war es derselbe, der in der 10. Minute den Ball endlich im Netz unterbrachte - vorbereitet von Simeon Galitsios, der sich auf links in die Herzen der Fans dribbelte. "Ich hab einfach gehofft, Rui trifft diesmal das Tor und nicht wieder den Parkplatz", witzelte Galitsios nach Schlusspfiff. Eusebio grinste nur und meinte trocken: "Manchmal muss man eben dreimal schießen, um einmal zu treffen."

Gela hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei gute Gelegenheiten durch Jerko Vucevic (5.) und Julien Matthieu (7.), doch Keeper Irakli Schadrin im San-Marino-Tor war hellwach - und ein Hauch von Wahnsinn half wohl auch. "Ich hab ihn gehört schreien, bevor der Ball überhaupt kam", erzählte Verteidiger Van Dousen später lachend. "Da wusste ich: Der hält den."

In der 31. Minute dann Schreckmoment für die Gastgeber: Linksverteidiger Charles Reid musste verletzt raus, wurde aber durch den jungen Filip Jelic ersetzt - ein Wechsel, der sich noch als Glücksgriff herausstellen sollte. Denn kurz vor der Pause, in der 43. Minute, war es eben jener Jelic, der den Ball von der Grundlinie zurücklegte, wo Billy MacMillan lauerte und trocken zum 2:0 einschob. Das Stadion bebte, Trainer Nette sprang an der Seitenlinie in die Luft wie ein Teenager beim ersten Konzert der Lieblingsband. "Das war pure Erleichterung", gab er später zu. "Wir haben in den letzten Wochen oft geführt - und dann alles verspielt. Heute wollte ich das nicht wieder erleben."

Nach dem Seitenwechsel kam Gela mit Wut im Bauch zurück. Trainer Michael Müller hatte offenbar deutliche Worte gefunden ("Ich sagte den Jungs: Wenn ihr schon schlecht spielt, dann wenigstens laut!"). Seine Mannschaft drückte, während San Marino sich aufs Kontern verlegte. Der Ballbesitz blieb mit 51,7 zu 48,3 Prozent fast ausgeglichen, aber Gela nahm mehr Risiko - und wurde in der 69. Minute belohnt: Dennis Bedard traf nach feiner Vorarbeit von Marcel Marcel aus zentraler Position zum 2:1-Anschluss. Der Gästeblock jubelte, Müller ballte die Faust - und Husti Nette sah plötzlich deutlich blasser aus.

Doch San Marino verteidigte mit Herz, Humor und gelegentlicher Panik. David Santarossa prüfte Gelas Keeper Iorgulescu in der 71. Minute mit einem satten Distanzschuss, Owen McGee hätte in der 86. Minute alles klar machen können, traf aber nur den Pfosten. Gela warf in den letzten Minuten alles nach vorn - inklusive Innenverteidiger Bernier, der mehr Zeit im Strafraum verbrachte als im eigenen Halbfeld. Marco Frechaut (90.) und Marcel Marcel (91.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß, fanden aber in Schadrin ihren Meister.

Die Statistik sprach am Ende für San Marino: 10 Torschüsse zu 8, eine hauchdünne Ballbesitzmehrheit, und vor allem zwei Tore, die in den entscheidenden Momenten fielen. "Wir haben gelernt, hässlich zu gewinnen", kommentierte Trainer Nette mit einem verschmitzten Lächeln. "Und das ist manchmal die schönste Art zu siegen."

Gelas Coach Müller hingegen suchte Trost in der Philosophie: "Manchmal ist Fußball eben wie ein schlechter Witz - nur dass keiner lacht." Dann drehte er sich um und klopfte seinem Torschützen Bedard auf die Schulter: "Aber wenigstens haben wir punchline geliefert."

Als das Flutlicht erlosch und die Zuschauer langsam aus dem Stadio Olimpico di Serravalle strömten, hallte noch ein letzter Ruf durch die kalte Nacht: "San Marino - wir lieben euch, auch wenn’s manchmal weh tut!" Es war einer dieser Abende, an denen Leidenschaft wichtiger war als Perfektion. Und vielleicht genau deshalb fühlte sich dieser 2:1-Sieg größer an, als er auf dem Papier stand.

Oder, wie Eusebio es später in der Mixed Zone formulierte: "Heute haben wir nicht nur Gela geschlagen, sondern auch unsere eigenen Zweifel. Und das ist fast schöner als ein Hattrick."

Fast.

10.04.643987 04:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir haben den Schriftzug in unserem Vereinslogo in 'Hosenscheißer 04' geändert. Wir konnten ein großes Sponsoringpaket mit einer Windelfirma schnüren.
Rudi Assauer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager