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San Marino stürmt ins Glück - 2:0 gegen Trondheim BK

Ein kühler Januarabend in San Marino, Champions-League-Qualifikation, Rückspiel der 2. Runde. 43.500 Zuschauer hatten sich eingefunden, um zu sehen, ob ihre Mannschaft tatsächlich das schaffen würde, was man in den Cafés am Vormittag nur mit hochgezogenen Augenbrauen besprochen hatte: Trondheim BK aus dem Wettbewerb zu kegeln. Und siehe da - San Marino tat genau das. Mit 2:0 (1:0) siegten die Gastgeber nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Seele ihrer Fans.

Schon vor dem Anpfiff war klar: Trainer Husti Nette hatte seiner Mannschaft eine klare Marschroute mitgegeben. Offensiv, aggressiv, mutig - so wie ein Team, das keine Angst vor großen Namen hat. "Wir wollten zeigen, dass San Marino nicht nur Steuern, sondern auch Tore kann", zwinkerte Nette später in die Mikrofone.

Das Spiel begann mit einem Donnern, buchstäblich. Nach elf Minuten prüfte Amaury Costinha den norwegischen Torhüter Vitor Tellez mit einem Schuss aus 20 Metern, der die Handschuhe des Keepers auf Betriebstemperatur brachte. Trondheim antwortete prompt: Urban Bengtsson verzog knapp, und auf den Tribünen hörte man das erste erleichterte Aufatmen.

Dann kam die 19. Minute - jener Moment, in dem der rechte Innenverteidiger Olivier Mohr plötzlich beschloss, dass Verteidigen überbewertet sei. Ein weiter Ball von Mohr, ein beherzter Lauf von Charles Reid, und ehe Trondheim wusste, wie ihnen geschah, zappelte der Ball im Netz. 1:0 für San Marino, und das Stadion bebte. Reid jubelte mit ausgestreckten Armen, als hätte er gerade die Alpen bezwungen. "Oli hat mir zugerufen: ’Lauf!’ - und ich bin einfach gelaufen", grinste der Torschütze später.

Trondheim wirkte konsterniert. Zwar hatten die Norweger über weite Strecken mehr Ballbesitz (52 Prozent), doch was half das, wenn San Marino in jedem Zweikampf den Funken mehr Leidenschaft zeigte? Zwei Gelbe Karten - für Oktar Sargun (34.) und Charles Reid (43.) - waren der Preis für den unbändigen Einsatzwillen. Trainer Nette nahm’s gelassen: "Wenn du nach dem Spiel noch ein sauberes Trikot hast, hast du was falsch gemacht."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich: Trondheim versuchte, kontrolliert aufzubauen, während San Marino lauerte - und zuschlug, wenn es nötig war. In der 67. Minute war es wieder so weit: Billy MacMillan, der quirlig-fröhliche Linksaußen, tanzte durch die Abwehr wie ein Tourist durch eine Duty-free-Zone und schob eiskalt zum 2:0 ein. Keine Vorlage, kein Zufall - pure Entschlossenheit.

"Ich hab einfach gedacht: Wenn ich den jetzt nicht reinmache, krieg ich im Bus keinen Sitzplatz", witzelte MacMillan hinterher und kassierte dafür ein herzliches Lachen seiner Mitspieler.

Trondheim-Coach Uwe Kämmerer stand derweil an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und der Miene eines Mannes, der gerade erfahren hat, dass sein Lieblingskaffee ausverkauft ist. "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. So einfach ist das manchmal", sagte er später trocken.

San Marino ließ in der Schlussphase nichts mehr anbrennen. Der eingewechselte Owen McGee sorgte mit frischen Beinen für Entlastung, David Santarossa stabilisierte das Mittelfeld nach seiner Einwechslung in der 83. Minute. Selbst als Trondheim in den letzten Minuten noch einmal anrannte, stand die Abwehr um Mohr und Van Dousen wie eine Mauer aus Granit und mediterranem Stolz.

Am Ende zeigte die Statistik: 16:4 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und das, obwohl Trondheim den Ball länger in den eigenen Reihen hielt. Doch Ballbesitz gewinnt keine Spiele; Tore schon.

Als Schiedsrichter Mauro Di Lino nach 96 Minuten abpfiff, reckten die Spieler San Marinos die Arme zum Himmel, während die Fans lautstark sangen. Trainer Nette verschwand kurz in der Kabine, nur um wenige Minuten später wieder herauszukommen - mit einem breiten Grinsen und einem Plastikbecher Sekt. "Das ist erst der Anfang", sagte er, "aber wenn’s so weitergeht, muss ich mir bald ein Sakko kaufen."

Trondheim dagegen trottete enttäuscht vom Platz. Kämmerer klopfte seinen Spielern auf die Schultern und murmelte: "Wir lernen draus. Vielleicht auch, dass man nicht immer auf Konter warten sollte."

So endete dieser Abend in San Marino mit einem Ergebnis, das in der Statistik nüchtern wirkt - 2:0 -, aber in der Erinnerung der Fans sicher noch lange nachhallen wird. Und irgendwo zwischen den jubelnden Rängen und dem Flutlicht schien der Fußball für einen Moment ganz einfach zu sein: Einsatz schlägt Erfahrung.

Oder, wie es Charles Reid später formulierte: "Manchmal ist der schönste Pass derjenige, der ins Tor geht."

06.03.643987 17:33
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