A Bola
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Sanjoanense fegt Oliveira Bairro mit 4:0 vom Platz

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 35.157 Zuschauer - und eine Mannschaft, die heißer war als der Glühwein an den Stadionständen: Sanjoanense zerlegte am 5. Spieltag der 1. Liga Portugal den Gast Oliveira Bairro mit 4:0. Was nach einem klaren Ergebnis aussieht, fühlte sich auf dem Rasen wie eine Einbahnstraße mit Torschussgarantie an.

Schon in der 16. Minute legte Ejder Mandirali los. Nach einem klugen Pass von Nelio Djalo zog der 32-Jährige von rechts in den Strafraum und schlenzte den Ball mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der sein Frühstück offenbar aus Toren statt Croissants besteht, ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Mandirali später, "aber wenn’s so reingeht, darf man ja nichts sagen."

Sanjoanense ließ nicht locker. Während Oliveira Bairro zwar etwas mehr Ballbesitz sammelte (51,7 Prozent), aber damit ungefähr so gefährlich wirkte wie ein Kaktus im Schneesturm, kombinierte sich das Heimteam munter durchs Mittelfeld. In der 29. Minute war es Jacob Anderson, der nach Vorarbeit des 17-jährigen Rechtsverteidigers Carlos Frechaut das 2:0 erzielte - ein Treffer, der schon fast nach Lehrbuch aussah: Flanke, Kopfball, Netz. Trainer Mario Weinzettl klatschte an der Seitenlinie, als hätte er das Tor selbst gemacht. "Wir wollten von Beginn an zeigen, wer hier das Kommando hat", sagte er später, "und die Jungs haben das verstanden - endlich mal."

Zwei Gelbe Karten für die Gastgeber - Greger Johnsson (17.) und Carlos Frechaut (74.) - brachten kurz etwas Farbe ins Spiel, ohne jedoch die Kontrolle ins Wanken zu bringen. Oliveira Bairro versuchte es hin und wieder mit langen Bällen, doch Sanjoanenses Abwehr um Nelson Barros und den jungen Keeper Nicolas Picard blieb souverän.

Nach der Pause folgte dann der endgültige Knockout. Binnen zwei Minuten machte Sanjoanense aus einem komfortablen Sieg einen Gala-Abend. In der 52. Minute traf Robert Lamarliere nach erneuter Vorarbeit von Nelio Djalo - ein Schuss, trocken, flach, unhaltbar, die pure Effizienz. Kaum hatten die Fans das dritte Tor bejubelt, klingelte es wieder: Vitor Tonel, bedient von Ingo Costinha, verwandelte in der 53. Minute zum 4:0. Oliveira Bairro stand da nur noch staunend herum wie Touristen vor einem Kunstwerk, das sie nicht verstehen.

"Ich habe kurz überlegt, ob wir die Uhr anhalten sollten", witzelte Tonel später, "damit sie mal Luft holen können." Trainer Weinzettl kommentierte gewohnt trocken: "Das war unsere stärkste Phase - und ich bin froh, dass sie länger als zwei Minuten dauerte."

Oliveira Bairro kam im ganzen Spiel auf vier Torschüsse - keiner davon brachte Picard ernsthaft in Verlegenheit. Der Gast wirkte bemüht, aber ideenlos, als hätte jemand das Kreativzentrum im Mittelfeld auf "Urlaub" gestellt. "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Sanjoanense hatte mehr Fußball", sagte ein ernüchterter Oliveira-Trainer nach dem Spiel, dessen Name im offiziellen Bericht fehlte - vielleicht wollte er ihn nach diesem Abend selbst nicht mehr hören.

In der 75. Minute gönnte sich Weinzettl den Luxus dreier Wechsel auf einmal: Anderson, Costinha und sogar Torhüter Picard durften runter. Für sie kamen Postiga, der junge Rui Figo und der 22-jährige Janos Buzanszky. "Warum ich den Torwart getauscht habe?", grinste Weinzettl, "Weil mir langweilig war." Der neue Keeper musste kaum eingreifen - der Ball blieb weiterhin meist im gegnerischen Drittel.

Die letzten Minuten dienten nur noch der Kür. Mandirali probierte es in der 83. und 94. Minute noch zwei Mal, als wolle er das Publikum mit einem Hattrick nach Hause schicken, doch diesmal fehlte die Präzision. Nach dem Schlusspfiff war der Jubel groß - nicht ekstatisch, sondern zufrieden, wie bei einem Publikum, das wusste: Das war heute Fußballarbeit auf höchstem Niveau.

"Wir haben heute gezeigt, dass Offensive auch diszipliniert sein kann", bilanzierte Kapitän Djalo. "Und dass Mario Weinzettl recht hatte, als er meinte: Wir spielen offensiv, aber nicht naiv."

Die Statistik unterstreicht das Bild: 20 Torschüsse für Sanjoanense, nur 4 für Oliveira Bairro. 48 Prozent Ballbesitz reichten dem Heimteam, um viermal zu treffen. Manchmal braucht man eben keinen Ball - nur die richtige Idee, wenn man ihn hat.

Mit diesem Sieg klettert Sanjoanense in der Tabelle weiter nach oben und sendet ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Wer hierherkommt, sollte besser keine Angst vor Offensivfeuerwerken haben - oder sich eine Sonnenbrille mitbringen.

Ein Abend, der zeigte, dass Fußball auch dann Spaß machen kann, wenn das Ergebnis schon nach einer Stunde feststeht. Oder wie Weinzettl augenzwinkernd meinte: "Wenn’s läuft, dann läuft’s - und heute lief’s wie geschmiert."

06.03.643987 12:07
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