El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

Santos trifft früh - Academia Lima startet mit Arbeitssieg gegen Leon Chalaco

Ein Tor, viele Chancen, etwas Nervenkitzel und ein Trainer, der nach dem Spiel aussah, als hätte er selbst 90 Minuten durchgespielt: Academia Lima hat zum Auftakt der 1. Liga Peru vor 43.456 Zuschauern einen knappen, aber verdienten 1:0-Heimsieg gegen Leon Chalaco eingefahren. Es war ein Spiel, das zeigte, dass Ballbesitz zwar schön ist (Lima hatte mit 50,9 Prozent einen Hauch mehr davon), Tore aber weiterhin das einzige bleiben, was wirklich zählt.

Der Abend begann verheißungsvoll. Schon nach wenigen Minuten rollte Angriff um Angriff auf das Tor von Leon Chalaco, und in der 16. Minute war es dann soweit: Javier Santos, der junge Linksaußen mit der jugendlichen Unbekümmertheit eines Straßenkickers, verwandelte nach feinem Zuspiel von Amaury Barros zur 1:0-Führung. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Santos später und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Wenn ich jetzt anfange, über Nachdenken nachzudenken, geht der Ball wahrscheinlich auf die Tribüne."

Und tatsächlich - die Tribüne wäre an diesem Abend oft ein lohnendes Ziel gewesen, denn was Academia Lima an Chancen liegen ließ, war rekordverdächtig. 16 Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikzettel, die meisten davon brandgefährlich, aber eben nicht tödlich. Carlos Galindo prüfte den Gästetorwart Abramson schon in der 6. Minute, Nuno Etxeita schoss in der 11. fast das Tornetz kaputt, und Morgan Robinson versuchte es gleich zweimal mit Wucht und Willen (40. Minute). Doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Trainer Olli Kahn, der an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und diesem typischen "Ich-hätte-den-reingemacht"-Blick stand, kommentierte das nach dem Spiel gewohnt trocken: "Wir haben’s verpasst, den Deckel draufzumachen. Aber wenigstens hat keiner versucht, einen Elfmeter zu schinden - das ist ja auch schon was."

Leon Chalaco brauchte fast eine halbe Stunde, um sich von der frühen Druckphase der Hausherren zu lösen. Erst in der 22. Minute kam Innenverteidiger Alberto Tiago zu einem Abschluss, der allerdings mehr an einen Rückpass erinnerte. Nach der Pause wagten sich die Gäste etwas weiter nach vorne: Almeida (61.) und Rueda (63.) prüften Limas Keeper Noe de Almeida, der beide Male sicher zupackte. "Ich hatte endlich was zu tun", lachte der Schlussmann später.

Die Gäste kassierten dagegen zwei Gelbe Karten - Ingo Prieto (68.) und Hugo Zubiaurre (72.) - und verloren damit kurzzeitig etwas die Contenance. Trainer Kahn kommentierte das mit einem vielsagenden Schmunzeln: "Wenn der Gegner anfängt, zu treten, weißt du, dass du alles richtig machst."

Die zweite Halbzeit brachte dann vor allem Spannung und Nervenflattern. Lima blieb offensiv, Olli Kahn ließ offensiv spielen, aber das Tor des Tages blieb das einzige. In der 76. Minute vergab Xavier Baiao freistehend, kurz darauf setzte Iker Rincon den Ball an den Pfosten. Die Fans auf den Rängen schwankten zwischen Begeisterung und Verzweiflung - spätestens als Santos in der 85. Minute zum wiederholten Male am glänzend reagierenden Abramson scheiterte.

Leon Chalaco warf in der Schlussphase alles nach vorne - na ja, alles, was nach vorne wollte. Hugo Zubiaurre hatte in der 82. Minute noch die große Ausgleichschance, traf aber nur das Außennetz. Danach war’s ein Spiel auf Zeit: Lima verteidigte mit allem, was die Beine hergaben, und der Schlusspfiff wurde gefeiert, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Das war ein dreckiger Sieg, aber ein schöner", sagte Torschütze Santos später mit einem breiten Grinsen. Sein Trainer nickte nur. "Ich mag dreckige Siege", meinte Kahn. "Die riechen nach Arbeit."

Und so startete Academia Lima mit drei Punkten in die neue Saison - dank eines frühen Treffers, viel Einsatz und einer ordentlichen Portion Nervenstärke. Leon Chalaco dagegen muss sich fragen, ob "ausgeglichen" (so ihre taktische Grundausrichtung) nicht vielleicht doch ein Synonym für "harmlos" ist.

In Lima jedenfalls wird man noch ein paar Tage vom Santos-Tor zehren - und vielleicht auch von dem Gefühl, dass hier etwas wachsen könnte. Olli Kahn sagte beim Hinausgehen, halb im Ernst, halb im Spaß: "Wenn wir so weitermachen, muss ich bald keine Interviews mehr geben, dann sprechen die Jungs von selbst."

Ein Satz, der nach diesem Spiel fast wie eine Drohung klang - vor allem für die kommenden Gegner.

29.05.643990 21:38
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