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SC?Bex ringt FC?Küssnacht in hitziger Partie mit 2:1 nieder

Promotion League A | 5. Spieltag | 09.07.26 | SC Bex - FC Küssnacht 2:1

Ein lauer Sommerabend im Juli, 3 000 Zuschauer auf den Rängen des kleinen Stadions in Bex - und nach 90 Minuten hatten wohl alle Beteiligten das Gefühl, sie hätten mindestens zwei Spiele gesehen. Der SC Bex siegte am 5. Spieltag der Promotion League A mit 2:1 gegen den FC Küssnacht - ein Ergebnis, das nüchtern aussieht, aber auf dem Platz alles andere als nüchtern zustande kam.

Es begann mit einem Feuerwerk der Offensive. Schon in der 7. Minute prüfte Bruno Rau den gegnerischen Torhüter mit einem satten Schuss - eine Art Visitenkarte für das, was folgen sollte. "Ich hatte heute einfach Lust, mal draufzuhalten", grinste Rau später. Elf Minuten später segelte der nächste Ball gefährlich in den Strafraum, diesmal von Nils Hoppe. Küssnacht wackelte, aber fiel nicht - noch nicht.

In der 23. Minute brach der Damm: Nach feinem Zuspiel von Marcus Bettencourt drosch Bruno Rau den Ball aus spitzem Winkel in die Maschen. 1:0 für Bex, und das Stadion erwachte endgültig. Zwei Minuten später legte Yannick Fink nach - Christoph Thomas hatte mustergültig aufgelegt, und Fink vollendete eiskalt zum 2:0. Der Jubel war kaum verklungen, da hörte man von der Tribüne den ersten Fan rufen: "Das wird ein Spaziergang!" Wie sich herausstellen sollte, war das reichlich optimistisch.

Denn Küssnacht kam zurück - mit Wucht. Heinz Fuhrmann, der 34-jährige Routinier im Sturm, zeigte in der 31. Minute, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als Laufleistung. Nach einem butterweichen Querpass von Jean‑Pierre Le Tallec schob er zum 2:1 ein. "Ich hab’s mit Gefühl versucht, weil die Beine nicht mehr so schnell sind", meinte Fuhrmann später mit einem Augenzwinkern.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Küssnacht hatte leicht mehr Ballbesitz (51,5 Prozent) und sogar mehr Torschüsse (14 zu 12), doch Bex verteidigte in alter Manier: mit Herz, Chaos und gelegentlich auch Glück. Torwart Pascal Martel avancierte mit mehreren Paraden zum stillen Helden des Abends.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag - allerdings keinem erfreulichen für die Gastgeber. In der 50. Minute sah Petar Dudic nach einem rustikalen Einsteigen glatt Rot. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuert Dudic, "aber der Ball wollte wohl nicht mich." Ab da hieß es: 40 Minuten Unterzahl.

Was folgte, war ein Lehrstück in Nervenstärke. Trainer von Bex (der an der Seitenlinie unermüdlich gestikulierte und dessen Stimme nach dem Spiel "komplett weg", wie er selbst heiser sagte) stellte auf eine Art improvisierte 4‑4‑0 um - alle liefen, keiner blieb stehen. Küssnacht drückte, Fuhrmann und Alexander Hoppe feuerten aus allen Lagen, doch Martel hielt, was zu halten war.

In der 84. Minute sah Küssnachts Innenverteidiger Eric Carter noch Gelb - eine Szene, die sinnbildlich war: viel Einsatz, wenig Ertrag. "Wir haben’s versucht, aber der Ball wollte einfach nicht rein", meinte Trainer des FC Küssnacht nachdenklich. "Vielleicht sollten wir künftig die Latte breiter machen lassen."

Bex dagegen feierte nach dem Abpfiff, als hätten sie die Liga gewonnen. Bruno Rau wurde mit einem spontanen Bierregen bedacht, Yannick Fink posierte mit Fans für Selfies, und Torwart Martel ließ sich erschöpft auf den Rasen fallen. "So ein Sieg in Unterzahl - das schmeckt doppelt", keuchte er, während ein Mitspieler scherzte: "Oder dreifach, nachher an der Bar."

Statistisch hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Küssnacht war in fast allen Zahlen vorn - außer in der wichtigsten. Der SC Bex nutzte seine Chancen entschlossener und verteidigte mit jener Mischung aus Leidenschaft und Leichtsinn, die man in der Promotion League A offenbar braucht, um zu überleben.

Am Ende stand ein 2:1, das sich anfühlte wie 4:3. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, und als die Flutlichter langsam ausgingen, meinte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "So kämpft man sich in die Herzen." Und dann, nach kurzem Nachdenken, fügte er hinzu: "Aber mein Blutdruck macht das nicht mehr lange mit."

Ein bisschen Glück, eine rote Karte, viel Leidenschaft - kurzum: ein Abend, wie ihn der Amateurfußball liebt.

09.07.2026 22:18
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Ich glaube nicht, dass der Verein mir Steine in den Vertrag legt.
Torsten Legat zu evtl. Wechselproblemen mit Eintracht Frankfurt
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