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An einem lauen Maiabend, der nach Grillwurst und Spannung duftete, demonstrierte Schackendorf beim 28. Spieltag der Landesliga 21, warum Heimspiele manchmal doch etwas Magisches haben. Vor 1887 Zuschauern, die zwischen Bierbecher und Gesang eine erstaunliche Ausdauer zeigten, gewann die Truppe verdient mit 2:0 gegen den SV Pullach - eine Partie, die weniger durch Chaos als durch kontrollierte Wucht geprägt war. Bereits in der 15. Minute machte Leon Schumacher das, was Stürmer in besseren Momenten tun: Er traf. Nach einer butterweichen Vorlage von Timm Block drückte der Linksaußen den Ball kompromisslos in die Maschen. "Ich habe einfach draufgehalten, ehrlich gesagt - das war mehr Hoffnung als Plan", grinste Schumacher später, während er sich ein Eispack auf den Oberschenkel legte. Man ahnte da schon, dass der Abend für ihn noch ein Nachspiel haben würde. Pullach, angetreten mit offensiver Grundordnung, sah in der ersten halben Stunde mehr vom Ball, als ihm guttat. Schackendorf agierte clever, lauerte auf Fehler und setzte mit jedem Konter kleine Nadelstiche. Trainer Bruckner (der nach außen hin stets die Ruhe selbst ist, intern aber als jemand gilt, der schon mal seine Taktiktafel mit der Faust "korrigiert") nickte nach dem Führungstreffer nur zufrieden: "So hatten wir das besprochen - na gut, vielleicht nicht ganz so hektisch." Pullach kämpfte, hatte aber Mühe, aus dem Mittelfeld Tempo zu entwickeln. Die beste Gelegenheit der Gäste vergab Thomas Dietrich in der 52. Minute, als er in aussichtsreicher Position den Ball mehr in Richtung Parkplatz als Tor beförderte. Schackendorfs Keeper Olaf Michels kommentierte das trocken: "Da hab ich kurz überlegt, ob ich mich überhaupt strecken muss - hab’s dann gelassen." Das Spiel blieb unterhaltsam, wenn auch nicht hochklassig. Schackendorf zeigte mit 56 Prozent Ballbesitz, wer das Geschehen kontrollierte, und brachte es auf stolze 14 Torschüsse - fast dreimal so viele wie Pullach. Die Gäste verteilten stattdessen fleißig Gelbe Karten: Schröder, Freund und Walter schrieben sich in die Notizblöcke des Schiedsrichters ein, vermutlich in der Hoffnung, wenigstens irgendwo Spuren zu hinterlassen. In der zweiten Halbzeit verlegten sich die Hausherren aufs Verwalten - und das taten sie mit erstaunlicher Reife. Ein paar Mal blitzte die alte Leidenschaft auf, besonders in der 84. Minute, als Lucas Lehmann nach Vorarbeit von Joonas Aaltonen den Deckel draufmachte. Ein flacher Schuss ins lange Eck, so präzise, dass man das Netz fast lächeln sah. "Ich hab Joonas nur gerufen - und plötzlich war der Ball perfekt da", erzählte Lehmann später, als hätte er gerade ein Gedicht vorgetragen. Pullach versuchte danach alles, was das Lehrbuch hergibt - also lange Bälle, verzweifelte Flanken und den unerschütterlichen Glauben an ein Fußballwunder. Doch Schackendorfs Abwehr, angeführt von Jannis Schröter und Kurt Schindler, ließ nichts mehr anbrennen. Wenn überhaupt, brannte nur die Geduld der Gäste. In der Nachspielzeit kam es dann noch zu einer unschönen Szene: Leon Schumacher musste nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden. Trainer Bruckner reagierte blitzschnell, brachte Lucas Albers und murmelte dabei: "Wenn’s läuft, läuft’s - aber bitte nicht kaputtlaufen." Der Abpfiff wirkte fast wie eine Erlösung für Pullach, die trotz offensiver Ausrichtung kaum Durchschlagskraft zeigten. Ihre Statistik - fünf Torschüsse in 90 Minuten - sprach Bände. Trainer Engel vom SV Pullach nahm’s sportlich: "Wir haben uns bemüht. Aber Schackendorf war heute einfach wacher, giftiger und, na ja, ehrlicher mit dem Ball." Während die Fans jubelten und die Flutlichter langsam erloschen, blieb vor allem der Eindruck eines reifen Auftritts. Schackendorf hatte das Spiel im Griff, ohne es zu überdrehen, und bestätigte mit dieser Leistung eindrucksvoll den Aufwärtstrend der letzten Wochen. Und so ging dieser Abend zu Ende, wie ihn sich die Heimfans gewünscht hatten: mit einem Sieg, einem verletzten, aber glücklichen Torschützen und einem Trainer, der sich das Lächeln diesmal nicht verkneifen konnte. "Zwei Tore, null Gegentore - das ist Mathematik, wie ich sie mag", sagte Bruckner zum Schluss. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen: Wenn Schackendorf diese Mischung aus Effizienz und Spielfreude beibehält, wird das Saisonfinale noch richtig unterhaltsam - zumindest für alle, die nicht Pullach heißen. 21.05.2026 10:42 |
Sprücheklopfer
Dann zahl' ich ihm seine Jacketkronen.
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