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Regionalliga D | 26. Spieltag | 06.09.26 | SSV Reutlingen - TSV Schliersee 0:4 Schon nach drei Minuten war klar, dass Schliersee nicht angereist war, um sich höflich vorzustellen. Ralf Bartsch zog von links nach innen und brachte den TSV früh mit 1:0 in Führung. Es war der erste von insgesamt 18 Torschüssen der Gäste - und zugleich der Beginn eines Abends, an dem SSV-Torwart Nico Ludwig deutlich mehr zu tun bekam als sein Gegenüber Jacob Köhler. "Wir wollten von Anfang an über die Flügel kommen", erklärte Schliersees Trainer Christopher Fey später sinngemäß. Das gelang. Bartsch, Julius Bach und Heinz Holz wirbelten auf den Außenbahnen, während Carsten Hausmann im Zentrum die Fäden zog. Reutlingen hingegen wirkte, als habe man sich im Spielaufbau auf eine gemeinsame Überraschung geeinigt. Nach 19 Minuten sah Schliersees Mike Mai die Gelbe Karte, eine Minute später wurde Patrick Bergeron auf Reutlinger Seite verwarnt. Am grundsätzlichen Kräfteverhältnis änderte das wenig. Die Gäste blieben offensiv, schossen aus allen Lagen und ließen den Ball mit einer Ruhe laufen, die bei den Gastgebern zunehmend für Unruhe sorgte. In der 25. Minute fiel das 2:0. Heinz Holz vollendete eine Kombination mit Carsten Hausmann und belohnte damit seinen auffälligen Auftritt. Der 17-Jährige war auf der rechten Seite ständig anspielbar, schaltete schnell und bewies zudem, dass Holz nicht nur im Keller nützlich ist. Reutlingen fand kaum statt. Die Mannschaft von Diego Cristilli besaß zwar 42,9 Prozent Ballbesitz, kam aber in der ersten Halbzeit nicht zu einem einzigen registrierten Torschuss. Schliersee kontrollierte 57,1 Prozent der Spielzeit den Ball und gewann auch die Zweikampfquote mit 57,1 Prozent deutlich. In der Pause soll Cristilli seine Mannschaft sinngemäß aufgefordert haben, "endlich Fußball zu spielen und nicht nur die Trikots zu tragen". Ob dieser Satz tatsächlich so fiel, ist nicht überliefert - zur Lage passte er allerdings bemerkenswert gut. Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Schliersee blieb offensiv ausgerichtet, spielte über die Außen und suchte Abschlüsse ohne große Geduld mit dem gegnerischen Tor. Reutlingen gab durch Robert Koch in der 57. Minute zwar den ersten Schuss ab. Drei Minuten später traf Bartsch jedoch erneut und erhöhte nach Vorarbeit von Johann Kunkel auf 3:0. Kurz darauf wechselte Fey gleich dreifach: Alexander Friedrich, Philip Kessler und Michail Dotschew kamen für Mike Mai, Hans Greiner und Tomasz Werner. Das wirkte weniger wie eine Notmaßnahme als wie ein Trainer, der sich beim klaren Vorsprung noch einmal die Optionen im Werkzeugkasten ansieht. In der 69. Minute flog Bergeron nach einer zweiten Gelben Karte vom Platz. Reutlingen musste die letzten gut 20 Minuten in Unterzahl bestreiten. Robert Koch hatte in der 72. Minute noch einmal eine Möglichkeit, doch auch dieser Versuch änderte nichts daran, dass der SSV offensiv kaum Akzente setzen konnte. Den Schlusspunkt setzte Hausmann in der 80. Minute nach Vorlage von Andreas Hermann. 4:0 - und damit ein Ergebnis, das die Statistik sogar noch freundlich behandelt: Schliersee gab 18 Torschüsse ab, Reutlingen lediglich zwei. "Wir waren heute gierig, diszipliniert und auf den Flügeln sehr wach", lautete Feys sinngemäße Analyse. Reutlingen bleibt dagegen die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein kein Trostpreis ist. Schon gar nicht, wenn der Gegner damit deutlich mehr anzufangen weiß. 06.09.2026 22:14 |
Sprücheklopfer
Ich würde gegen die Italiener natürlich gerne mit zwei Stürmern spielen. Aber diese personellen Diskussionen werden bei uns gerne geführt. Wir haben in Österreich acht Millionen Einwohner, davon sind sechs Millionen Teamchef. Wenn man die alle fragen würde, hätten wir 3,5 Millionen verschiedene Aufstellungen.
Toni Polster