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Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball Geschichten schreibt, die selbst Drehbuchautoren für zu dick aufgetragen halten würden. 4.124 Zuschauer im Schwalmstadion sahen am 12. Spieltag der Regionalliga D ein Spiel voller Tempo, Emotionen und - natürlich - Kartenfarben. Am Ende jubelte Schwalmstadt über ein 3:1 gegen den FC Saarbrücken, obwohl die Gastgeber ab der 67. Minute in Unterzahl spielten. Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass Schwalmstadt an diesem Abend nichts herschenken wollte. Rafael Betz prüfte nach nur einer Minute Saarbrückens Keeper Daniel Kosowski - ein Warnschuss, wie sich herausstellen sollte. Die Hausherren kontrollierten den Ball, knapp 58 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. Die Gäste versuchten, mit schnellen Kontern dagegenzuhalten, doch Schwalmstadts Defensive ließ sich selten überraschen. In der 19. Minute brach dann der Jubel los: Ilie Stefanescu, der rechte Wirbelwind der Gastgeber, traf nach einer cleveren Vorlage von Jürgen Schwarz zur Führung. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Stefanescu später in die Kameras. "Und irgendwie war der Ball drin. Vielleicht wollte er auch einfach nach Hause." Doch Saarbrücken antwortete prompt. Nur neun Minuten später setzte sich David Mai im Strafraum durch und traf zum Ausgleich, vorbereitet von Emanuele Acquaformosa. Trainer Carsten Altmeyer klatschte zufrieden in die Hände - sein Team war wieder im Spiel. "Da haben wir gesehen, was wir können", sagte er später. "Leider haben wir’s danach gleich wieder vergessen." Mit dem 1:1 ging es in die Pause, und die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Schwalmstadt mit mehr Ballbesitz, Saarbrücken mit der Hoffnung, dass irgendwann einer der Konter durchrutscht. Doch in der 58. Minute war es wieder Stefanescu, der sich durch die blau-schwarze Abwehr tanzte und nach Zuspiel von Claude Schön zum 2:1 einschob. Spätestens da war klar: Der Mann hatte heute einen Lauf. "Ilie war überall", sagte Mitspieler Finn Turcotte. "Ich hab ihn einmal sogar beim Einwurf gesehen - auf der anderen Seite des Platzes!" Dann kam die Szene, die das Spiel zu kippen drohte: In der 67. Minute sah Rafael Betz nach einem übermotivierten Einsteigen die Rote Karte. "Ich hab den Ball gespielt", rief er noch, während er kopfschüttelnd vom Platz marschierte. Der Schiedsrichter sah das offenbar anders. Saarbrücken witterte Morgenluft, stellte offensiv um und brachte den 17-jährigen Yanik Pan. Doch statt des Ausgleichs fiel das 3:1 - und das ausgerechnet in der Nachspielzeit. Jürgen Schwarz, der schon an einem Tor beteiligt gewesen war, machte nach Vorlage von Turcotte den Deckel drauf. Die Zuschauer sprangen auf, Bierbecher flogen, und irgendwo auf der Tribüne rief einer: "So geht Regionalliga!" Trainer Altmeyer wirkte danach zerknirscht. "Wir waren eigentlich gut drin", murmelte er. "Aber Fußball ist kein Konjunktiv-Spiel." Schwalmstadts Trainer dagegen - offenbar ein Mann mit Humor - grinste nur: "Ja, wir haben’s am Ende clever gemacht. Und wenn man mit zehn Mann mehr Tore schießt als mit elf, dann war’s wohl der richtige Moment zum Durchatmen." Statistisch war die Sache eindeutig: 15 Torschüsse für Schwalmstadt, nur sieben für Saarbrücken. 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, eine stabile Abwehr und zwei eiskalte Vollstrecker vorne. Saarbrücken kämpfte, rackerte, foulte - drei Gelbe Karten sprechen Bände - doch am Ende reichte es nicht. Besonders beeindruckend: Wie ruhig Schwalmstadt auch nach dem Platzverweis blieb. Kein hektisches Hin-und-Her, kein panisches Wegbolzen, stattdessen kontrolliertes Spiel. Selbst als Saarbrücken in den letzten Minuten alles nach vorne warf und mit aggressivem Pressing versuchte, den Anschluss zu erzwingen, hielt Schwalmstadt stand. Nach dem Abpfiff sah man ausgelassene Gesichter: Stefanescu wurde von den Fans gefeiert, Schwarz ließ sich eine Fahne umhängen, und Torhüter Jacob Hayman klatschte mit jedem ab, der noch Energie hatte. "Das war Leidenschaft pur", sagte er mit einem breiten Grinsen. "Und jetzt gönn ich mir erstmal eine heiße Dusche - und vielleicht ein kaltes Bier." Ein Abend, wie er in Schwalmstadt wohl noch lange erzählt wird - mit roten Karten, glänzenden Flanken und einem Ilie Stefanescu, der sich an diesem 18. Februar 2026 unsterblich machte. Fazit: Saarbrücken hatte den Plan, Schwalmstadt hatte den Willen - und am Ende das Ergebnis. 3:1 nach 90 intensiven Minuten, die gezeigt haben, dass Fußball manchmal einfach gerecht ist. 07.11.643990 04:23 |
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Die einvernehmliche Trennung ist erfolgt, nachdem ich gesagt habe, wir machen nicht weiter.
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