Nemzeti Sport
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SE Bocs ringt Ujpest Budapest in wildem 3:2 nieder

Es war ein Dienstagabend, wie er in Lehrbüchern über die Kunst des geordneten Chaos stehen könnte: 36.886 Zuschauer im Bocs-Stadion, Flutlicht, ein lauer Frühlingswind - und zwei Mannschaften, die sich offenbar darauf geeinigt hatten, dass Verteidigen etwas für andere ist. Am Ende gewann SE Bocs mit 3:2 gegen Ujpest Budapest, und Trainer Matze Klopp kommentierte das mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Erleichterung und Unglauben lag: "Ich hab’ irgendwann aufgehört mitzuzählen, ob wir gerade führen oder nicht."

Bereits nach fünf Minuten ging es los - und wie! Alfie Hamlin, der rechte Flügelstürmer der Gastgeber, zog nach feinem Pass von Ignacio Pauleta trocken ab und versetzte Ujpests Keeper Niels Haase in eine Schockstarre. 1:0 für Bocs, und das Stadion kochte. Klopp, nie um ein Bonmot verlegen, soll seinem Co-Trainer zugeraunt haben: "Na siehste, mein Kurzpassspiel funktioniert - wenn der Ball lang genug fliegt."

Ujpest brauchte eine Weile, um sich zu schütteln. Archie McGowan und Ediz Sargun versuchten es mehrmals aus der Distanz, aber Torwart Jelle Costar hatte einen dieser Abende, an denen alles kleben bleibt. Trotzdem war klar: Die Gäste waren offensiv eingestellt, aggressiv, mit starkem Pressing - manchmal fast zu stark. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht zum Sightseeing hergekommen sind", meinte Ujpest-Coach Josh Allen später mit einem leicht gequälten Lächeln.

Zur Pause stand es 1:0, und statistisch war Bocs sogar leicht überlegen - 56 Prozent Ballbesitz, sieben Abschlüsse insgesamt, aber Ujpest hatte mehr Torschüsse (am Ende 12). Ein Spiel der Gegensätze: kontrollierte Offensive gegen ungestüme Angriffslust.

Dann kam die zweite Halbzeit - und mit ihr der Wahnsinn. In der 60. Minute erhöhte Toni Nyman nach feiner Vorarbeit von Gabri Custodio auf 2:0. "Ich hab’ nur draufgehalten", sagte Nyman später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. War keiner." Das Publikum jubelte, die Sache schien entschieden.

Aber wer das dachte, kennt Ujpest nicht. Keine 60 Sekunden später, in der 61. Minute, schlug Noah McGee zu - nach Pass von Zoltan Koranyi, und schon stand es 2:1. Zwei Minuten später, 64. Minute, Lajos Szollar. 2:2! Der Gästeblock tobte, und Matze Klopp trat einmal kräftig gegen die Wasserflasche. "Ich wollte sie nicht treffen, sie wollte mir einfach nicht ausweichen", erklärte er später augenzwinkernd.

Doch SE Bocs hatte noch eine Antwort parat. In der 67. Minute nahm Xabier Conceicao einen Pass von - natürlich - Pauleta auf, drehte sich elegant um die eigene Achse und jagte den Ball in den Winkel. 3:2! Diesmal blieb Klopp ruhig. "Ich hatte keine Flaschen mehr", sagte er trocken.

Danach wurde es ruppiger. Drei Gelbe Karten für Bocs - Custodio (69.), Benito (77.) und Mocana (87.) - zeugten davon, dass man das Ergebnis notfalls auch mit den Schienbeinen verteidigen würde. Ujpest drückte, brachte junge Kräfte wie Gianluca Pellegrino und Tibor Feldmann, doch die Zeit lief davon. In der 89. Minute noch ein Schuss von Jeno Dalnoki - vorbei. "Wenn der reingeht, schreiben Sie eine andere Geschichte", knurrte Josh Allen nach dem Spiel.

So blieb es beim 3:2 - ein Ergebnis, das den Abend kaum erfassen kann. Bocs zeigte taktisch eine offensive, aber strukturierte Spielweise mit vielen kurzen Pässen, während Ujpest wild und gefährlich nach vorn stürmte, als ginge es um Leben und Tod. Am Ende entschied die Effizienz: Drei Chancen, drei Tore für Bocs.

In der Mixed Zone spottete Alfie Hamlin: "Wir haben das Pressing von Ujpest einfach ausgesessen - und dann zugeschlagen, wenn sie nach Luft geschnappt haben." Sein Trainer nickte: "Wenn du 56 Prozent Ballbesitz hast, musst du auch irgendwann was draus machen. Heute haben wir’s geschafft - ausnahmsweise."

Ujpests Keeper Haase nahm’s sportlich: "Wir haben offensiv gespielt, vielleicht zu offensiv. Aber hey, wer will schon 0:0 sehen?"

Ein Spiel, das keiner so schnell vergisst - mit viel Tempo, noch mehr Emotionen und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Und irgendwo zwischen der fünften und der 67. Minute lag die Wahrheit: SE Bocs trifft einfach, wenn’s drauf ankommt.

Oder, wie Matze Klopp es beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn wir schon verteidigen müssen, dann wenigstens mit Stil - und Toren."

20.07.643996 09:59
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