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Promotion League A | 14. Spieltag | 18.07.26 | SC Servette - Züricher Greifen 2:0 Trainer Adrian Ursea hatte seine junge Servette-Elf vor der Partie noch mahnend gewarnt: "Die Greifen haben Erfahrung, wir haben Energie - wenn wir laufen, gewinnen wir." Und so kam es. Nach einer ersten Halbzeit, die man getrost als "taktisches Abtasten" in Zeitlupe bezeichnen konnte, nahm das Spiel in der zweiten Hälfte Fahrt auf. Die Greifen starteten mutiger. Bereits nach drei Minuten prüfte Jasper Speeck den Genfer Torhüter Jose Gomes mit einem strammen Schuss. Gomes, 19 Jahre jung, parierte souverän - und zeigte, dass er nicht nur für die Zukunft, sondern auch für die Gegenwart zwischen den Pfosten steht. Danach passierte lange wenig, zumindest im Strafraum. Ein paar harmlose Flanken, ein paar halbherzige Zweikämpfe, das Publikum vertrieb sich die Zeit mit Wellen und Diskussionen über die Stadionpreise für Mineralwasser. Dann, nach der Pause, drehte Servette auf. Zwischen der 46. und 60. Minute reihte sich Torschuss an Torschuss, als hätte Ursea in der Kabine ein geheimes Zauberwort gefunden. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon schießt, dann wenigstens aufs Tor", grinste der Trainer später. Der auffälligste Mann: Marcel Linke. 19 Jahre alt, Rechtsaußen, mit der Unbekümmertheit eines Straßenfußballers. Nach mehreren Versuchen war es in der 60. Minute so weit: Iniguez spielte steil, Linke zog diagonal, ein kurzer Blick - und der Ball zappelte im Netz. 1:0 Servette, und das Stadion endlich wach. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", gab Linke nach dem Spiel schmunzelnd zu. "Wenn man jung ist, denkt man nicht so viel nach. Vielleicht war das mein Vorteil." Ein Vorteil, den die Züricher Defensive bitter bezahlte. Denn während die Gäste versuchten, Ruhe zu bewahren, wirkte ihr Spielaufbau zunehmend nervös. Der erfahrene Julius Pare im Mittelfeld wirbelte zwar mit Gesten, aber nicht mit Ideen, und vorne blieb Jermolai Anissin ebenso blass wie sein Sturmpartner Christoph Martin. Servette hingegen spielte mit wachsender Spielfreude. Richard Krebs, auf der linken Seite unermüdlich, belohnte sich in der 85. Minute selbst. Nach einem Eckball von Baranek stand er goldrichtig und schob cool zum 2:0 ein. Damit war die Partie entschieden. "Er hat gesagt, er wollte eigentlich flanken", witzelte Mitspieler Hans Schulte später, "aber das sagen ja alle, die treffen." Krebs grinste nur und nahm den Spott sportlich. Die Greifen versuchten in den letzten Minuten noch einmal, wenigstens den Ehrentreffer zu erzwingen, doch ihre fünf Torschüsse insgesamt - gegenüber 14 auf Seiten Servettes - sprechen eine deutliche Sprache. Und als der erst 17-jährige Jean Beaupre in der Nachspielzeit noch Gelb sah, war das sinnbildlich: jung, engagiert, aber zu spät. Zürichs Trainer wirkte nach Schlusspfiff ratlos. "Wir waren nicht schlechter, nur ineffektiver", sagte er in die Kameras - ein Satz, den man in Fußballstadien öfter hört als den Anpfiff selbst. Ursea dagegen durfte zufrieden sein. "Wir haben mutig gespielt, das gefällt mir. Und wenn man jung ist, darf man ruhig Fehler machen - solange man sie mit einem Tor korrigiert." Statistisch gesehen war die Partie ausgeglichen: 52 Prozent Ballbesitz für Servette, 48 für die Greifen - also fast Gleichstand. Doch die Zahlen lügen manchmal, vor allem, wenn sie nicht rennen können. Servette rannte. Servette wollte. Servette traf. Und so war der Abend am Genfer See ein Lehrstück in jugendlicher Entschlossenheit. Zwei Tore, drei Punkte, zufriedene Fans und ein Trainer, der mit einem Espresso in der Hand in die Kameras lächelte: "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen Spaß haben - und das sieht man ja am Ergebnis." Fazit: Die Greifen flogen tief, Servette stieg auf - und wer an diesem Abend im Stadion war, wird den Namen Marcel Linke wohl nicht so schnell vergessen. 18.07.2026 21:08 |
Sprücheklopfer
Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
Günter Netzer