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Promotion League A | 5. Spieltag | 09.07.26 | SC Servette - SC Zofingen 3:0 Von Beginn an diktierte Servette das Geschehen - ruhig, präzise, beinahe gelangweilt dominant. Nach drei Minuten prüfte Juanito Antunes erstmals Zofingens Torhüter Jean‑Pierre Desjardins, der den Ball mit mehr Glück als Technik abwehrte. "Ich wollte den gleich reinmachen, aber der Keeper hat wohl heute Geburtstag", grinste Antunes später. Es sollte nicht der letzte Versuch bleiben: Der junge Portugiese schoss in der ersten Halbzeit gefühlt öfter aufs Tor, als Zofingen den Ball überhaupt sah. Die Gäste? Nun ja, sie standen tief - so tief, dass man fast ein Bergbau‑Zertifikat erwartet hätte. Der einzige nennenswerte Entlastungsversuch kam von Yves Turcotte in der 70. Minute, als er Servettes Keeper José Gomes daran erinnerte, dass auch er bezahlt wird. Das Spiel war längst einseitig, als in der 40. Minute endlich das logische 1:0 fiel. David Iniguez hatte im Mittelfeld Platz, steckte wunderbar durch, und Marcel Linke - gerade mal 19 - vollendete eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der Torschütze nach Abpfiff bescheiden. Trainer Adrian Ursea korrigierte mit einem Schmunzeln: "Marcel sagt das immer, wenn’s gut aussieht. Wenn’s daneben geht, war’s natürlich der Platz." Mit 1:0 ging’s in die Pause, und man fragte sich, ob Zofingen im zweiten Durchgang den Vorwärtsgang findet. Spoiler: tat es nicht. Servette blieb geduldig, kombinierte, ließ den Ball laufen - 59 Prozent Ballbesitz und 21 Torschüsse sprechen für sich. "Wir wollten die Kontrolle, keine Hektik", erklärte Ursea. "Es war wie Schach, nur dass wir alle Figuren waren und sie nur den König hatten." In der 76. Minute fiel die Entscheidung. Hans Schulte flankte butterweich, und wieder war Marcel Linke zur Stelle - diesmal per Direktabnahme. 2:0, Spiel vorbei, Rest war Schaulaufen. Zofingens Verteidiger Jannis Kruse griff sich an den Kopf, wenig später sah er Gelb - vermutlich für Frust über physikalische Gesetze, die gegen ihn arbeiteten. In der Nachspielzeit durfte sich dann auch Isaac Morrison noch in die Torschützenliste eintragen. Nach Vorarbeit des unermüdlichen Schulte drückte der 20‑Jährige den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 3:0, und das Publikum erhob sich zum Applaus. Morrison wirkte selbst überrascht: "Ich dachte, Hans flankt wieder zu Marcel. Als der Ball kam, blieb mir gar nichts anderes übrig." Zofingen versuchte sich derweil in Schadensbegrenzung. Coach Markus Heller (der Mann mit der stoischen Miene an der Seitenlinie) sagte hinterher: "Servette war heute in einer anderen Liga. Wir hatten den Plan, kompakt zu stehen - tja, manchmal ist der Plan halt Mist." Seine Mannschaft brachte es auf genau einen Torschuss, und der war, freundlich formuliert, von bescheidener Durchschlagskraft. Servette hingegen wirkte wie auf einer Trainingsmission. Ballbesitz, Passspiel, Abschluss - alles abgestimmt, alles diszipliniert. Kein wildes Pressing, keine Hektik, einfach gepflegter Dominanzfußball. Ursea fasste es trocken zusammen: "Wir haben geliefert, ohne zu übertreiben. Das ist manchmal schwieriger, als man denkt." Der Abend endete, wie er begonnen hatte - mit Servette am Ball. Als der Schlusspfiff ertönte, standen viele Zofinger Spieler noch in der eigenen Hälfte, als wüssten sie nicht genau, ob sie schon raus dürfen. Und die Moral? Wer 21 Torschüsse abfeuert und dreimal trifft, darf sich zufrieden zurücklehnen. Wer nur einmal aufs Tor schießt und trotzdem schwitzt, sollte über die Sommerpause nachdenken. Fazit: Servette tanzt, Zofingen stolpert - und die Promotion League hat ihren ersten ernsthaften Titelfavoriten. 09.07.2026 22:10 |
Sprücheklopfer
Mit 50 bist Du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn Du genug Geld verdient hast, kannst Du wenigstens erster Klasse liegen.
Otto Rehhagel