Außenseiter
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SG Birklar verliert spät - Hadamar dreht das Spiel in der Nachspielzeit

Es war einer dieser Abende in der Oberliga D, an denen Fußballgötter offenbar ein Faible für Dramatik hatten. 3.658 Zuschauer in Birklar sahen am 12. Spieltag ein Spiel, das erst mit dem letzten Pfiff entschieden wurde - und zwar zugunsten der Gäste aus Hadamar, die ein 0:1 in ein 2:1 verwandelten. Bitter für die SG, die bis zur 80. Minute alles im Griff zu haben schien.

Die Hausherren begannen mit viel Schwung, Ballbesitz (53 Prozent) und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. Bereits in den ersten 20 Minuten prüften Pfeiffer, Wolter und Reuter den Hadamarer Keeper Jakob Sauer - der hatte offenbar einen guten Tag erwischt. "Ich hatte das Gefühl, wir könnten noch eine Stunde weiterspielen und er hält immer noch alles", knurrte Birklars Stürmer Gerhard Reuter nach der Partie.

In der 38. Minute brach dann endlich der Bann: Rhys MacAulay, der 34-jährige Schotte im Zentrum, jagte den Ball nach feinem Zuspiel von Njazi Nyman humorlos ins Netz - 1:0 für Birklar. "Ich hab’ einfach mal draufgehalten", grinste MacAulay später, "der Ball hat entschieden, dass er rein will." Trainer und Fans gleichermaßen atmeten auf, Hadamar wirkte konsterniert.

Bis zur Pause blieb Birklar das bessere Team, kontrollierte das Mittelfeld und ließ Hadamar kaum zur Entfaltung kommen. Die Gäste wirkten, als hätten sie ihre Offensivabteilung im Bus vergessen. Erst in der zweiten Halbzeit kam Bewegung ins Spiel - leider aus Sicht der Gastgeber in die falsche Richtung.

Hadamars Trainer, dessen Team taktisch lange auf "ausgeglichen" gestellt war, schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. "Ich hab ihnen gesagt: Wir spielen ja Fußball und kein Schaulaufen", soll er laut einem Zeugen gesagt haben. Und tatsächlich: Ab Minute 70 kippte das Momentum. Erst hatte Edward Douglas eine gute Chance, dann Dennis Albers - beide Male fehlten Zentimeter.

In der 81. Minute fiel der Ausgleich: Mario Derlei flankte präzise von links, der 20-jährige Rafael Brenner hielt den Fuß hin - 1:1. Das Stadion wurde still, nur der Gästeblock feierte ausgelassen. "Das war so ein Moment, wo du weißt: Jetzt geht noch was", meinte Brenner später mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und jugendlichem Unglauben pendelte.

Birklar versuchte zu antworten, MacAulay prüfte in der 88. Minute noch einmal Sauer - doch der blieb unüberwindbar. Und dann kam die Nachspielzeit. Eine Ecke für Hadamar, der Ball wird halbhoch abgewehrt, Benjamin Moncreiffe nimmt ihn volley und erwischt Außenverteidiger Jakob Eder auf dem rechten Fuß - der zieht einfach ab. 91. Minute, 1:2. Die Gäste rennen jubelnd Richtung Eckfahne, die Birklarschen Spieler starren ungläubig in die kalte Januarluft.

"Das war kein Glück, das war einfach purer Wille", sagte Eder nach Abpfiff, während er sich mit einem Handtuch den Schmutz aus dem Gesicht wischte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er dann mit einem Grinsen zu.

Birklar-Trainer, sichtlich bedient, fand dennoch versöhnliche Worte: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Wer am Ende trifft, hat recht." Seine Mannschaft hatte 14 Schüsse aufs Tor, Hadamar nur acht - aber eben die wichtigeren.

Die Gelben Karten für Oliver Hiliard (65.) und Jakob Eder (82.) passten ins Bild eines umkämpften Spiels, das trotz aller Intensität fair blieb. Beide Teams spielten taktisch nahezu identisch - "balanciert" in allen Belangen, Pressing Fehlanzeige. Vielleicht war es genau das: ein Duell zweier Gleichgesinnter, das einer durch einen Lucky Punch gewann.

Als die Flutlichter erloschen, hörte man aus der Birklarer Kabine nur ein trockenes "So ist Fußball". Und vielleicht war das die ehrlichste Analyse des Abends.

Denn am Ende zählte kein Ballbesitz, keine Passquote, kein taktischer Feinschliff - sondern ein junger Außenverteidiger namens Jakob Eder, der in der 91. Minute beschloss, Geschichte zu schreiben.

Und während die Hadamarer jubelnd in die Busse stiegen, blieb Birklar zurück - mit dem Wissen, dass man ein gutes Spiel gemacht hatte, aber eben kein gutes Ergebnis. Fußball kann so grausam sein.

26.05.643987 13:45
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Christoph Daum
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