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SG Perl spielt Riegelsberg schwindlig - ein 0:4, das wehtut

Es war eine dieser Nächte, in denen der Mond über Riegelsberg sanft leuchtete - und die Defensive der Gastgeber trotzdem komplett im Dunkeln tappte. 1847 Zuschauer sahen am Dienstagabend in der Landesliga 32 ein Spiel, das für SG Perl wie ein Spaziergang im Frühlingsregen verlief, während Riegelsberg sich eher fühlte, als stehe man barfuß in einem Hagelschauer. Am Ende hieß es 0:4 (0:2), und das war keineswegs zu hoch.

Schon die Statistik spricht Bände: 19 Torschüsse für Perl, ein einziger für Riegelsberg. Die Gastgeber hatten zwar mit 54 Prozent mehr Ballbesitz - aber was nützt das, wenn der Ball meist in ungefährlichen Zonen zirkuliert? Trainer NoDC Killbot von SG Perl grinste später: "Wir haben sie spielen lassen, wo’s nicht wehtut. Das ist wie beim Zahnarzt - man bohrt ja nicht gleich im ersten Moment."

Die Gäste legten von Beginn an offensiv los, als hätten sie das Spielfeld mit einem Trampolin verwechselt. Schon in der 6. Minute prüfte der 18-jährige Lennard König den Riegelsberger Keeper Hanns Freitag - der erste Warnschuss. In der 27. Minute war es dann soweit: Martin Kraft, der rechte Wirbelwind von Perl, netzte nach Vorlage des jungen König ein. "Ich hab’ einfach draufgehauen", sagte Kraft später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Verwunderung lag.

Elf Minuten später erhöhte Pavlos Vryzas auf 0:2, nach schöner Kombination über Noah Grossmann. Da hatte Riegelsberg längst den Überblick verloren, und auf der Tribüne rief ein älterer Fan resigniert: "Vielleicht sollten wir mal auf Handball umsteigen!"

Kurz vor der Pause holte sich Herbert Burger von SG Perl noch Gelb ab - eine kleine Erinnerung daran, dass auch die Gäste nicht ganz ohne Makel blieben. Doch Riegelsberg nutzte die Unterbrechung nicht, um Struktur zu finden. Stattdessen kassierte Innenverteidiger Horst Schenk direkt nach Wiederanpfiff Gelb, und man ahnte: Es würde ein langer Abend.

Die zweite Hälfte begann wie die erste endete - mit Perl im Vorwärtsgang. Wieder war es Martin Kraft, der in der 55. Minute zuschlug. Vorausgegangen war ein wuchtiger Angriff über Noah Grossmann, der auf rechts durchbrach und mustergültig querlegte. Nur eine Minute später krönte Paul Jaeger die Gala mit dem 0:4. Vorlage diesmal vom linken Verteidiger Arne Müller, der offenbar vergessen hatte, dass er eigentlich Defensivspieler ist.

Riegelsbergs einziger echter Moment kam in der 72. Minute, als Nevio Sturm sich ein Herz fasste und aus 18 Metern abzog - Perl-Keeper Lars Wiese war aber hellwach. Der Ballbesitz blieb zwar auf der Seite der Gastgeber, doch es war ein Ballbesitz ohne Biss.

In der 74. Minute gönnte sich Killbot den Luxus dreier Wechsel: Der 17-jährige Hartmut Sommer kam für Grossmann, Patrick Hesse ersetzte Doppeltorschütze Kraft, und Markus Schulz durfte für König ran. "Ich wollte, dass die Jungs auch mal Rasen riechen, wenn’s läuft", erklärte der Coach später süffisant.

In der Nachspielzeit dann noch ein kleiner Schönheitsfehler: Herbert Burger, zuvor schon verwarnt, sah nach einem übermotivierten Einsteigen Gelb-Rot. "Ich war einfach zu früh im Feiermodus", grinste er hinterher, während Trainer Killbot die Augen verdrehte.

Riegelsbergs Trainer - der Name blieb an diesem Abend unauffällig wie sein Team - stand nach dem Abpfiff minutenlang an der Seitenlinie und starrte ins Nichts. "Vier Tore - und das, obwohl wir eigentlich gut im Spiel waren", murmelte er. Ein Reporter fragte nach, ob er das ernst meine. "Nein", antwortete er trocken.

SG Perl zeigte an diesem 14. Spieltag eine fast klinische Effizienz. Offensiv, zielstrebig, mit sicherem Passspiel und hohem Einsatz - genau das, was ihre taktischen Daten auch verraten. Riegelsberg dagegen wirkte wie eine Mannschaft, die vergaß, dass man Tore nicht durch Ballzirkulation, sondern durch Schüsse erzielt.

Das Publikum verabschiedete die Spieler höflich, aber ohne Begeisterung. Einige Kinder baten um Autogramme, andere fragten, ob es wenigstens Pommes gäbe.

Am Ende blieb ein deutlicher Sieg für SG Perl, ein klarer Auftrag für Riegelsberg - und die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein noch nie ein Tor geschossen hat.

Oder, wie Perl-Kapitän Vryzas es zusammenfasste: "Wir hatten weniger Ball, aber mehr Spaß. Und das ist doch, worum’s geht, oder?"

Vielleicht. Zumindest in Perl.

07.11.643999 20:06
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