Anpfiff
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SG Vegesack feiert Torfestival gegen TV Badenstedt - 5:2 und viel Applaus

An einem lauen Maiabend, unter Flutlicht und vor 9132 Zuschauern, verwandelte sich das Stadion an der Aue in eine Bühne für die große Vegesacker Fußballoper. Die SG Vegesack schlug den TV Badenstedt mit 5:2 (2:1) und zeigte dabei eine Mischung aus jugendlichem Übermut, taktischer Disziplin und einem Hauch Straßenfußball. Trainer Neville Omalley grinste nach dem Schlusspfiff: "Wir wollten Spaß haben - und fünf Tore machen. Beides hat geklappt."

Dabei begann das Spiel mit einem Paukenschlag auf der falschen Seite. Schon in der ersten Minute prüfte Luka Binder aus kurzer Distanz Vegesacks Torwart Michael Simon - der junge Keeper parierte und riss die Arme in den Himmel, als hätte er gerade die Meisterschaft gerettet. "Ich wollte gleich zeigen, dass hier heute nichts geschenkt wird", erklärte Simon später und grinste in die Kameras.

Danach übernahm Vegesack das Kommando. Mit 58 Prozent Ballbesitz und einer Passquote, die eher an geduldiges Schachspiel als an Konterfußball erinnerte, bestimmten die Nordbremer das Geschehen. In der 29. Minute war es dann soweit: Ronald Sonnenschein - ja, der Name ist Programm - traf nach feiner Vorarbeit von Andre Lang zum 1:0. "Ich dachte, der Ball sei zu weit", gab Lang lachend zu, "aber Ronald hat einfach längere Beine."

Der Ausgleich kam prompt: Pavel Wagner, der Badenstedter Linksaußen, zirkelte in der 38. Minute eine Flanke von Gerhard Balzac ins Netz. Trainer TVBS Wingman rief von der Seitenlinie: "Endlich mal einer, der weiß, wo das Tor steht!" - nur zwei Minuten später musste er jedoch wieder die Arme verschränken. Philippe Pelletier, eigentlich Innenverteidiger und damit normalerweise mit dem Tore verhindern beschäftigt, schoss nach einer Ecke das 2:1 für Vegesack. "Ich wollte eigentlich nur klären", witzelte Pelletier, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause. Badenstedt wirkte bemüht, blieb aber harmlos. Ihre offensive Taktik - Angriff über die Flügel, Pressing Fehlanzeige - verpuffte an der disziplinierten Defensive der Gastgeber.

Nach dem Wiederanpfiff kam kurz Hoffnung auf. In der 60. Minute traf Christian Guillory für Badenstedt, nach Vorlage von Johann Max, zum 2:2. Ein Tor, das den Gästen kurzzeitig Mut gab. "Da dachte ich, jetzt kippt’s vielleicht", sagte Wingman später, "aber dann kam dieser Lang wieder."

Denn Andre Lang war an diesem Abend nicht zu bremsen. Vier Minuten nach dem Ausgleich vollendete er einen blitzsauberen Angriff über Ernesto Teixeira zum 3:2. Und als ob das nicht genug wäre, setzte Teixeira selbst in der 78. Minute noch einen drauf - nach Vorarbeit von Pelletier. 4:2, der Widerstand der Gäste war gebrochen.

In der 83. Minute krönte Lang seinen Abend mit seinem zweiten Treffer. Eine butterweiche Flanke von Luis Barbosa, ein Volley, der die Kugel an Freund und Feind vorbei ins Netz jagte - 5:2, Endstand. Das Publikum tobte, und selbst Trainer Omalley wurde kurz sentimental: "Manchmal läuft’s einfach. Dann steht man da, schaut zu und denkt: Fußball ist doch ganz schön."

Badenstedt versuchte es noch mit jugendlichem Elan - Mathias Herbst kam noch zu einem späten Schuss in der Nachspielzeit, doch die Kugel rauschte am Pfosten vorbei. Die Gäste sammelten immerhin drei Gelbe Karten (Wolf, Schumann, Guillory) - ein Zeichen dafür, dass Frust auch laufen lernen kann.

Besonders bitter: In der 69. Minute musste Vegesacks junger Stürmer Pablo Morales verletzt vom Platz. "Ich hab ihn lieber rausgenommen, bevor er sich selbst heilt", sagte Omalley trocken. Für ihn kam Matthew Carr - ein Debütant, der zwar kein Tor schoss, aber immerhin mehr Applaus bekam als erwartet.

Die Statistik unterstreicht das deutliche Bild: 21 Torschüsse für Vegesack, nur acht für Badenstedt. Ballbesitz 58 zu 42 Prozent. Tacklingquote 54 zu 46 Prozent - kurz gesagt: Vegesack hatte alles im Griff, was sich bewegen durfte.

Nach dem Spiel stand Badenstedts Trainer Wingman mit verschränkten Armen vor den Reportern. "Wir haben offensiv gespielt, aber leider auch defensiv", sagte er mit einem gequälten Lächeln. Sein Gegenüber Omalley zwinkerte nur: "Ich mag’s, wenn meine Jungs das Tor treffen. Und heute haben sie es fünfmal gemocht."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht nur wegen der Tore, sondern wegen der Spielfreude einer Mannschaft, die einfach Lust auf Fußball hatte. Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine Toranzeige mit drei Stellen."

Ob Vegesack damit den Aufstieg anpeilt, ließ Omalley offen. "Wir denken von Spiel zu Spiel", sagte er - und verschwand mit einem Grinsen in den Kabinengang. Man darf annehmen, dass das nächste Spiel nicht ganz so torreich wird. Aber wer weiß - vielleicht doch.

06.02.644000 10:56
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Ich mache immer das, was mir gesagt wird. Das habe ich im Osten gelernt.
Jens Jeremies
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