Anpfiff
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SG Versbachtal fegt Einheit Frankfurt mit 4:0 vom Platz

Ein bitterkalter Januarabend, Flutlicht, 4865 frierende, aber bestens gelaunte Zuschauer - und eine SG Versbachtal, die an diesem 3. Spieltag der 3. Liga Deutschland so heiß lief, dass man fast Mitleid mit Einheit Frankfurt haben musste. Das offizielle Endergebnis: 4:0 (3:0). Inoffiziell: ein Klassenunterschied, der an diesem Samstagabend kaum zu übersehen war.

Schon die ersten Minuten ließen ahnen, dass Trainer Cedric Browns Team heute nicht zum Tee trinken angetreten war. Gerade einmal neun Minuten waren gespielt, da durfte Justin Wolter den Ball nach perfektem Zuspiel von Christopher Marley über die Linie drücken. 1:0. Und Frankfurt? Stand da und schaute zu, wie Versbachtal den Ball wie an der Schnur gezogen durch die Reihen laufen ließ. "Wir wollten offensiv spielen, aber irgendwie war der Ball nie bei uns", seufzte Gästecoach Leo Gert später mit einem gequälten Lächeln.

Versbachtal, taktisch klar offensiv ausgerichtet, spielte weiter wie im Rausch. In der 30. Minute war es Manuel Miglierina, der die Vorarbeit von Linksverteidiger Manuel Morais dankend annahm und trocken ins rechte Eck abschloss. 2:0. Nur vier Minuten später legte Arno Dupon nach - ein junger Wilder, gerade einmal 20 Jahre alt, aber mit der Coolness eines Routiniers. Miglierina hatte ihm den Ball maßgerecht serviert, Dupon vollendete, als hätte er nie etwas anderes getan.

Zur Pause 3:0, das Spiel praktisch entschieden. Frankfurt hatte bis dahin ganze zwei Torschüsse zustande gebracht, beide eher freundliche Grüße an Versbachtals Keeper İbrahim Martin. Der wiederum hatte so wenig zu tun, dass er sich zwischendurch mit den Balljungen über das Wetter unterhielt - zumindest sah es so aus.

In der zweiten Halbzeit versuchte Einheit Frankfurt, etwas mehr Struktur in ihr Spiel zu bringen. Trainer Gert wechselte in der 54. Minute gleich doppelt: der 17-jährige Knud Born kam für Olaf Mann, Yossi Levinger musste für Jacob Schuster weichen. Und weil alle guten Dinge drei sind, durfte auch Munis Saglik für Carl Beck ran. Doch die erhoffte Wende blieb aus.

Versbachtal kontrollierte Ball und Gegner, 58 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - das war anschaulicher Offensivfußball. Frankfurt dagegen wirkte wie ein Team, das vergessen hatte, wo das eigene Tor steht. Nur vier Schüsse fanden überhaupt den Weg in Richtung Versbachtaler Kasten.

In der 83. Minute durfte das Publikum dann noch einmal jubeln. Wieder war es Arno Dupon, diesmal nach Vorlage von Ghalib Mofaz, der mit einem wuchtigen Schuss das 4:0 besorgte. Der junge Flügelspieler wurde anschließend von seinen Mitspielern beinahe erdrückt vor Freude. "Ich hab nur gedacht: nicht wieder in die Ecke schießen, einfach draufhalten", grinste Dupon hinterher.

Einheit Frankfurt versuchte, das Unvermeidliche mit Fairness zu nehmen. Immerhin - sie hielten sich diszipliniert, auch wenn es drei Gelbe Karten setzte: Joel Thomas (39.), Javi Costa (52.) und, auf der Gegenseite, Versbachtals Morais (45.) sowie Innenverteidiger Wolfgang Friedrich (81.). Die Partie blieb trotz allem weitgehend fair, wenn man davon absieht, dass Frankfurt dem Ball regelmäßig beim Gegner zuschaute.

"Manchmal läuft’s einfach", sagte Versbachtal-Coach Cedric Brown nach Abpfiff. "Unsere Jungs haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: mutig spielen, Chancen nutzen. Und dann sieht so ein Ergebnis auch mal deutlich aus." Dass sein Team dabei 56,9 Prozent der Zweikämpfe gewann, dürfte ihm besonders gefallen haben.

Leo Gert hingegen wirkte wie jemand, der gerade eine lange Nacht vor sich hat. "Wir waren nicht aggressiv genug, nicht mutig genug. Und ehrlich - nach dem dritten Gegentor wollte ich nur noch, dass’s vorbei ist", gab er zu.

Die Fans in Versbachtal feierten ihre Mannschaft trotzdem wie nach einem Pokalsieg. Kinder kletterten auf die Zäune, Väter prosteten sich mit Bier zu, und irgendwo sang jemand eine leicht schiefe Version des Vereinsliedes.

Fazit: Versbachtal zeigte, was passiert, wenn Spielfreude auf Effizienz trifft. Frankfurt dagegen bekam eine Lehrstunde in Sachen Struktur und Mut. Wenn Cedric Browns Mannschaft dieses Tempo beibehält, könnte sie in dieser Saison noch richtig Spaß machen - allen anderen allerdings weniger.

Oder, um es mit den Worten des strahlenden Doppeltorschützen Arno Dupon zu sagen: "Vier Tore? Hätten auch fünf sein können. Aber man soll’s ja nicht übertreiben."

Ein Satz, den man in Frankfurt wohl nur mit trockenem Humor quittieren kann.

22.02.643987 19:38
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
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