Sport-Blick
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Sinclair trifft früh - Racing Club GE gewinnt zähe Partie gegen Frauenfeld

Manchmal entscheidet ein Moment über 90 Minuten Fußball. Und in diesem Fall war es die 16. Minute eines kalten Januarabends in Genf, als Racing Club GE durch Andrew Sinclair den entscheidenden Treffer erzielte. 11.153 Zuschauer im Stade de la Jonction sahen ein 1:0, das weniger nach Feuerwerk, dafür aber nach ehrlicher Handarbeit roch - und nach Schweiß, sehr viel Schweiß.

Trainer Truthan Trainer (ja, der Mann heißt wirklich so) grinste später in die Kameras: "Ich sage den Jungs immer, früh treffen, dann haben wir Ruhe. Dass sie das so wörtlich nehmen, war mir neu." Ruhe war allerdings relativ - Frauenfeld wehrte sich tapfer, hatte aber gegen die offensive, fast stürmische Anfangsphase der Hausherren kaum Mittel. Schon in der ersten Minute prüfte Cesar Capone den gegnerischen Keeper Olivier Heise mit einem satten Schuss, danach folgte eine ganze Serie von Angriffen, die eher an ein Handballspiel erinnerten.

Sinclair, der Mann des Abends, war von Beginn an ein Unruhestifter. Nach mehreren Abschlüssen in den ersten 15 Minuten war es dann soweit: Johann Benz legte von links perfekt in den Lauf, Sinclair nahm den Ball mit der Brust an und schob überlegt flach ins Eck - 1:0. Frauenfelds Torhüter streckte sich vergeblich. "Ich hab kurz überlegt, ob ich ihn lupfe", grinste Sinclair später, "aber dann dachte ich: lieber sicher als schön."

Danach schien Racing Club GE kurz zu glauben, das Spiel sei schon gewonnen. Frauenfeld kam ab Minute 20 besser ins Spiel, besonders der erst 17-jährige Gerhard Bonnaire sorgte im Sturmzentrum für Aufsehen - und immerhin für den ersten Torschuss der Gäste. Doch richtig gefährlich wurde es nur selten. Racing hatte 51,5 Prozent Ballbesitz, wirkte aber, als hätte es deutlich mehr vom Spiel. 19 Torschüsse stehen am Ende für die Genfer zu Buche, nur fünf für die Gäste.

Die Statistik erzählt allerdings nicht, wie oft Racing seine Fans an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachte. Besonders in der zweiten Halbzeit: Chancen zuhauf, aber keine Treffer. Thierry Haupt, der umtriebige Rechtsaußen, verzweifelte in der 68. Minute am Pfosten, während ein Zuschauer auf der Tribüne lautstark forderte: "Gebt ihm doch mal den Ball auf den rechten Fuß!" - als hätte das nicht schon jeder versucht.

Trainer Truthan Trainer reagierte zur Pause doppelt: Phillip Fouquet musste für Robert Kinmont weichen, Ivica Dordevic wurde durch Yanik Giese ersetzt. "Ich wollte frischen Wind und keine Windstille", erklärte der Coach später. Giese brachte tatsächlich Schwung über die rechte Seite, doch Fouquet, der 18-jährige Joker, blieb glücklos vor dem Tor.

Auf der anderen Seite hatte Frauenfelds Trainer - der lieber anonym bleiben wollte, vielleicht aus Selbstschutz - sein Team auf Offensive eingestellt, aber ohne zählbaren Erfolg. "Wir wollten hoch stehen, aber anscheinend standen wir zu hoch - nämlich neben dem Gegner", murmelte er nach dem Spiel, während sein Abwehrchef Ellis Chisholm mit gelber Karte und hängendem Kopf in die Kabine schlich.

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal hitzig. Racing verteidigte tief, Frauenfeld versuchte es mit langen Bällen, die meist in den Genfer Abendhimmel segelten. In der 91. Minute hatte Frank Michaud den Lucky Punch auf dem Fuß, doch Heise parierte glänzend. "Der Ball war ein bisschen zu ehrlich", meinte Michaud später, "nächstes Mal geb ich ihm mehr Lüge mit."

So blieb es beim knappen, aber verdienten 1:0. Racing Club GE klettert damit in der Tabelle der 3. Liga Schweiz (1. Div) weiter nach oben, während Frauenfeld auf den ersten Auswärtssieg weiter warten muss.

"Ein Arbeitssieg", fasste Kapitän Lars Ulrich (nicht der von Metallica, auch wenn er ähnlich laut dirigierte) zusammen. "Wir haben gezeigt, dass wir auch hässlich gewinnen können." Trainer Trainer nickte zufrieden: "Drei Punkte, keine Verletzten, keine roten Karten - was will man mehr? Vielleicht noch ein zweites Tor, aber das wäre Luxus."

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus und einem Hauch von Erleichterung. Sinclair bekam Standing Ovations, Benz ein Schulterklopfen, und Torhüter Olivier Benoist - der kaum geprüft wurde - immerhin ein Lächeln von der Ersatzbank.

Am Ende bleibt ein Spiel, das kein Fest war, aber ein Fundament: solide, kämpferisch, unaufgeregt. Und wenn Racing Club GE in dieser Form weitermacht, wird man in Genf bald wieder mehr als nur ein Tor feiern dürfen.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen formulierte: "Hauptsache gewonnen. Der Rest ist was für die Statistik." Und die Statistik weiß: 1:0 reicht völlig.

06.03.643987 09:50
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