Nemzeti Sport
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Siofok tanzt Barcs aus - frühe Doppelschläge und viel Spielfreude beim 2:0

Ein eiskalter Winterabend am Balaton, aber 38.237 Zuschauer im Stadion von Siofok hatten ihre Freude: Der KSC Siofok besiegte den FC Barcs mit 2:0 - und das völlig verdient. Vor allem in der ersten Halbzeit brannte die Elf von Trainer Sky Blue ein kleines Offensivfeuerwerk ab, während Barcs meist nur hinterherlief und sich fragte, ob der Ball vielleicht ein GPS-Signal besaß, das ihn magisch von den eigenen Füßen fernhielt.

Siofok spielte von Beginn an offensiv, wie es die taktische Marschroute versprach. "Wir wollten früh zeigen, dass wir das Spiel in die Hand nehmen", erklärte Trainer Sky Blue hinterher, während er sich lächelnd den Schnee von der Kapuze klopfte. Und seine Spieler gehorchten: Schon nach sechs Minuten prüfte Evan Donahue den Barcser Keeper György Obitz mit einem Distanzschuss. Nur zwei Minuten später versuchte es Gyula Dardai auf der Gegenseite - und das war’s dann auch fast schon mit den gefährlichen Szenen der Gäste in Halbzeit eins.

Ab der 20. Minute nahm das Spiel Fahrt auf - beziehungsweise: KSC Siofok nahm es in die Hand. Ivan Basa, der quirlig und passsicher das Mittelfeld ordnete, schickte mit einem scharfen Pass Oliver Davonport auf die Reise. Der Stürmer blieb cool, ließ noch einen Verteidiger aussteigen und schob den Ball ins lange Eck - 1:0. "Ich hab einfach gedacht: Wenn ich jetzt drüberhaue, ruft mich meine Oma an und fragt, was das sollte", grinste Davonport später in der Mixed Zone.

Nur vier Minuten danach der nächste Streich: Iban Jimenez flankte von rechts maßgerecht auf den heranrauschenden Donahue, der den Ball per Direktabnahme unter die Latte hämmerte - 2:0. Der Jubel war ohrenbetäubend, und mancher Zuschauer dürfte in dem Moment vergessen haben, dass die Finger an der Bierdose festgefroren waren.

Barcs versuchte danach, sich neu zu sortieren, doch Siofok blieb gefährlich. Die Gäste wirkten im Mittelfeld fahrig, und als Innenverteidiger Filip Neziri in der 76. Minute für ein rustikales Einsteigen Gelb sah, war das sinnbildlich für das Spiel der Gäste: einsatzfreudig, aber planlos. "Wir haben zu selten den Ball in der gegnerischen Hälfte festgemacht", seufzte Barcs-Coach (dessen Name die Statistikdatenbank wohl verschluckt hat) später.

Zur Pause hatte Siofok 11:3 Torschüsse und 52 Prozent Ballbesitz - ein Wert, der die Dominanz nur unzureichend ausdrückt. "Wir hätten das 3:0 machen müssen, vielleicht sogar das vierte", meinte Kapitän Dominique Corey, der selbst drei gute Chancen liegen ließ (47., 57., 90.). "Aber Hauptsache, wir haben hinten dichtgemacht."

Hinten dicht - das traf zu. Innenverteidiger Ryan Cochran räumte ab, was kam, und Torwart Eric Steinsson musste nur zweimal ernsthaft eingreifen. Als er in der 84. Minute den Schlenzer von Cesar Blanco aus dem Winkel fischte, brandete Applaus auf, als wäre gerade das dritte Tor gefallen.

Eine unschöne Szene gab’s in der 40. Minute: Der junge Torsten Schlüter musste nach einem Foul verletzt raus, Gelb hatte er sich kurz zuvor auch noch abgeholt - ein gebrauchter Abend. Für ihn kam Vicente Goncalves, der sich nahtlos einfügte. "Torsten wollte weitermachen, aber ich hab gesagt: Lieber ein Spiel pausieren als sechs", erklärte Coach Blue, der an der Seitenlinie übrigens so ruhig blieb, dass man ihm zwischendurch einen Glühwein in die Hand drückte - und er ihn tatsächlich austrank.

Die zweite Halbzeit verlief unspektakulärer. Siofok kontrollierte das Geschehen, ohne das Risiko zu erhöhen. Barcs kam zwar zu einigen Kontern, meist über den jungen Dardai, doch es fehlte an Präzision. Insgesamt verbuchten die Gäste nur sechs Torschüsse - ein magerer Wert gegen einen Gegner, der nie aufhörte, nach vorne zu spielen.

Am Ende stand ein klares 2:0, das genauso gut 4:0 hätte heißen können. Siofok bleibt damit in der Spitzengruppe der 1. Liga Ungarn, während Barcs weiter im Tabellenmittelfeld feststeckt.

"Manchmal läuft’s einfach", sagte Torschütze Donahue beim Abgang und klopfte sich den Schnee von den Stutzen. "Heute war einer dieser Abende."

Und so ging ein kalter Januarabend am Balaton zu Ende - mit warmen Herzen in Siofok, kalten Händen in Barcs und dem Gefühl, dass Fußball manchmal doch ganz einfach sein kann: Ball, Pass, Tor, Jubel. Oder, wie Trainer Sky Blue es trocken zusammenfasste: "Zwei Chancen, zwei Tore - Mathematik kann so schön sein."

16.06.643987 17:52
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Die Flanken von außen sind auch Roberto Carlos und Cafu denen ihre Spezialität.
Andreas Brehme
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