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SK Pruszkow dreht das Spiel: 4:2-Spektakel gegen Jarota Jarocin

Wenn man in Pruszkow pünktlich zum Anpfiff kam, hatte man das erste Tor schon verpasst. Keine sechzig Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball bereits im Netz - und zwar im richtigen. Der 19-jährige Joaquin Maniche schoss den SK Pruszkow mit jugendlicher Unbekümmertheit in Führung, bedient von seinem kongenialen Partner Philip Szamotulski. 36.240 Zuschauer im Stadion sprangen gleichzeitig auf, als hätte man die Steckdose des Fußballs gefunden.

Doch wer dachte, das wäre ein gemütlicher Abendspaziergang, wurde schnell eines Besseren belehrt. Jarota Jarocin, trainiert vom erfahrenen Henryk Kasperczak, antwortete mit britisch anmutender Härte und zwei Treffern, die eher nach Standardschule als nach Kunst aussahen. Zunächst köpfte Abwehrhüne James Cochran in der 12. Minute zum Ausgleich - ein Innenverteidiger, der sich dachte: "Wenn vorne keiner trifft, mach ich’s halt selbst." Zwölf Minuten später dann Luis Meireles, der linke Verteidiger, mit einem Schuss aus spitzem Winkel (33.). Jarota führte 2:1, und Trainer Kasperczak rieb sich die Hände, als hätte er gerade das Spiel auf dem Reißbrett gewonnen.

"In der Pause hab ich den Jungs gesagt: Das ist kein Schach, das ist Fußball", verriet SK-Trainer Stefan Petruck später mit einem Grinsen. Und seine Mannschaft nahm sich das offenbar zu Herzen - und zwar mit Nachdruck.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, drehte sich das Spiel wie ein Karussell in Übergeschwindigkeit. Zbigniew Spizak, 18 Jahre jung und so flink, dass man ihn auf dem Flügel kaum sah, traf in der 48. Minute zum 2:2. Drei Minuten später legte er gleich nochmal nach. Doppelpack! Dieses Mal hatte Angelo De Santis mustergültig vorbereitet. "Ich hab ihn gar nicht gesehen, ich hab nur gerochen, dass er da ist", scherzte De Santis nach dem Spiel - man mag ihm glauben, so blind und perfekt war der Pass.

Jarocin taumelte, Pruszkow tanzte. Die Gäste versuchten zwar, sich mit langen Bällen zu retten, aber die Luft war raus. Spätestens als Cochrans rustikales Einsteigen in der 83. Minute mit Rot geahndet wurde, war klar: Das wird nichts mehr mit der Aufholjagd. Während Kasperczak am Spielfeldrand gestikulierte wie ein Dirigent ohne Orchester, konterte Pruszkow nach Belieben.

In der Nachspielzeit setzte Philip Szamotulski den Deckel drauf - 91. Minute, 4:2, Vorarbeit erneut von Dauerläufer De Santis. Das Stadion bebte, und man hörte irgendwo auf der Tribüne jemanden rufen: "Was für ein Wahnsinnsspiel!" Treffender lässt sich dieser Abend kaum beschreiben.

Statistisch war die Partie fast ausgeglichen: 51 Prozent Ballbesitz für Pruszkow, 49 für Jarocin, 19 zu 10 Torschüsse - doch wer die zweite Halbzeit sah, wusste, dass Zahlen hier lügen können. Pruszkow spielte plötzlich befreit, mutig, variabel - und Jarocin verlor nach und nach nicht nur die Ordnung, sondern auch die Nerven.

"Wir haben uns in der Halbzeit einfach gesagt: Wir hören auf, brav zu sein", erklärte Doppeltorschütze Spizak mit jugendlichem Trotz. "Ich war nach dem ersten Treffer so euphorisch, dass ich gar nicht mitbekam, dass ich gleich wieder traf." Sein Trainer ergänzte trocken: "Ich hab ihm danach gesagt, dass er jetzt bitte nicht noch den dritten macht, sonst verkauft ihn jemand nach England."

Auf der anderen Seite herrschte betretenes Schweigen. Kapitän Cochran, noch leicht angesäuert von seiner späten Roten Karte, meinte nur: "Ich wollte den Ball spielen. Leider war der Ball in der Nähe des Gegners." Selbst Henryk Kasperczak, sonst ein Meister der Gelassenheit, murmelte: "Wir waren 45 Minuten lang gut. Leider dauert so ein Spiel länger."

Als die Nacht über Pruszkow hereinbrach, schwärmten die Fans noch immer von der Aufholjagd. Ein 1:2 zur Pause, ein 4:2 am Ende - das war Fußball mit Drama, Tempo und jugendlicher Frechheit. Pruszkow hat sich damit nicht nur drei Punkte, sondern auch ein Stück Herz der Liga erobert.

Und wer den Trainer Petruck nach dem Spiel sah, wie er mit einem Becher Kakao (angeblich) auf der Bank saß und in den Himmel grinste, wusste: Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst ein erfahrener Reporter kaum schöner erfinden könnte.

06.03.643987 09:12
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Ich habe immer gesagt, dass ich kein Dauerläufer bin, sonst könnte ich ja gleich beim Marathon starten.
Mario Basler
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