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SK Pruszkow zerlegt Sleza Wroclaw - ein 0:4 zum Staunen (und Kopfschütteln)

Wenn 30.244 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion von Sleza Wroclaw pilgern, dann erwarten sie Leidenschaft, Kampf - und wenigstens einen Treffer ihres Teams. Bekommen haben sie: Leidenschaft, Kampf - und vier Treffer der Gäste aus Pruszkow. 0:4 hieß es am Ende eines Abends, an dem Sleza zwar 51 Prozent Ballbesitz verbuchte, aber ungefähr so torgefährlich wirkte wie ein Schneemann mit Fußballschuhen.

Von Beginn an setzte Trainer Stefan Petrucks Pruszkow-Elf auf Angriff - und das sah man. Bereits nach drei Minuten prüfte der 18-jährige Zbigniew Spizak den jungen Sleza-Keeper Bartosz Blaszczykowski mit einem satten Schuss. Acht Minuten später machte er es besser: Nach einem schnellen Flankenlauf des 17-jährigen Yves Schäfer drosch Spizak den Ball zum 0:1 ins Netz. Ein Treffer, der so schnörkellos war, dass selbst die Heimfans kurz nickten. "Ich wollte eigentlich querlegen", grinste Spizak später, "aber der Ball hatte seine eigenen Pläne."

Wroclaw versuchte zu reagieren, doch was folgte, war ein Musterbeispiel ineffektiver Dominanz. Der Ball lief gefällig durch die eigenen Reihen, nur leider nie gefährlich Richtung Tor. Zwei Schüsse auf das Gehäuse - das war die gesamte Ausbeute in 90 Minuten. Trainer Petruck hatte es später trocken auf den Punkt gebracht: "Wenn du den Ball hast, aber wir die Tore, dann ist mir das Ballbesitzverhältnis ziemlich egal."

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann richtig bitter. In der 53. Minute legte Tomasz Mieciel von links mustergültig für Christopher Preston auf - und der junge Engländer vollendete eiskalt zum 0:2. Während die Pruszkower Bank jubelte, sah man beim Heimteam ratlose Gesichter. "Wir haben uns vorgenommen, kompakt zu stehen", erklärte Innenverteidiger Mateusz Gadocha, "aber irgendwie standen wir dann immer da, wo der Ball gerade nicht war."

Nur elf Minuten später folgte der nächste Nadelstich: Wieder Mieciel als Vorbereiter, diesmal für den frisch eingewechselten 19-jährigen Domenik Szymkowiak. Der nahm Maß und schlenzte das Leder sehenswert ins lange Eck - 0:3, und die Partie war endgültig entschieden. Sleza versuchte es danach mit Wut im Bauch, was immerhin in zwei Gelben Karten für Gadocha (5.) und Gorawski (67.) resultierte. Mehr Widerstand war nicht zu erkennen.

Als Krönung setzte erneut Spizak in der 86. Minute den Schlusspunkt. Nach einer Flanke von Linksverteidiger Adam Malfoy - ja, der heißt wirklich so - schob der 18-Jährige unbedrängt zum 0:4 ein. "Ich dachte kurz, ich steh im Abseits", erzählte er lachend. "Aber dann hab ich gesehen, dass deren Verteidiger noch am Hotdogstand steht."

Statistisch war das Spiel eine Demonstration der Effizienz. Pruszkow gab 17 Torschüsse ab, Sleza magere zwei. Trotz leichtem Ballbesitzvorteil wirkten die Hausherren ideenlos, während die Gäste mit jugendlicher Unbekümmertheit und Präzision glänzten. Kein Pressing, kein wildes Draufgehen - einfach sauberes Flügelspiel, kluge Pässe, kalte Abschlüsse.

Trainer Petruck zeigte sich nach dem Spiel dennoch bescheiden: "Wir haben viel richtig gemacht, aber das war nur ein Spiel. Nächste Woche zählt’s wieder bei Null." Sein Gegenüber, der sichtlich bediente Coach von Sleza, murmelte nur: "Manchmal verliert man, und manchmal wird man überfahren."

In den Katakomben des Stadions hörte man später einen Sleza-Spieler zu einem Kollegen sagen: "Immerhin hat’s nicht geschneit." Der andere antwortete trocken: "Doch, Tore."

So endete ein Abend, der in Wroclaw wohl noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird - nicht wegen eines spannenden Spiels, sondern wegen der Frage, wie man mit 51 Prozent Ballbesitz so chancenlos sein kann. Für Pruszkow hingegen war es ein Fest: jung, hungrig, torfreudig. Und wer weiß - vielleicht war dieser Auftritt der Startschuss für mehr als nur drei Punkte.

Ein kleines Fazit zum Schluss: Wenn Jugend forscht, und zwar auf dem Rasen, dann sieht das manchmal aus wie an diesem Abend. Vier Tore, vier unterschiedliche Geschichten, und jede davon ein Lehrstück in Sachen Effizienz. Sleza Wroclaw dagegen muss sich wohl erst wiederfinden - oder, wie es ein frustrierter Fan auf der Tribüne formulierte: "Nächstes Mal bring ich wenigstens ein Buch mit."

16.06.643987 06:37
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