Sportovni Noviny
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SK Strakonice kämpft tapfer, Hradec Kralove siegt clever: 1:2 im heißen Saisonfinale

Wenn 30.610 Zuschauer an einem lauen Aprilabend in Strakonice das Stadion füllen, dann weiß man: Das Saisonfinale der 1. Liga Tschechien hat begonnen - und zwar mit ordentlich Pfeffer. SK Strakonice und Hradec Kralove lieferten sich ein Duell, das zwar mit 1:2 endete, aber an Dramatik und Emotionen kaum zu überbieten war.

Schon nach wenigen Minuten deutete sich an, dass Hradec Kralove mit einer klaren Marschroute anreiste. Trainer Thomas Michael Rinesch hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, "Wir wollten früh zeigen, dass wir hier nicht zum Sightseeing sind", grinste er nach dem Spiel. Und tatsächlich: Bereits in der 8. Minute zappelte der Ball im Netz. Leon Kaiser, der flinke Linksaußen, vollendete einen Pass von Mittelfeldstratege Alfonso Bergantinos mit einer Präzision, die jedem Mathematiklehrer Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte.

Strakonice wirkte kurz konsterniert, fing sich aber schnell. Zoran Krasic prüfte nur wenige Minuten später den gegnerischen Keeper mit einem strammen Schuss - leider direkt in die Arme von Edvard Bruhn, dem Torwart aus Kralove, der an diesem Abend seinen Namen alle Ehre machte: hart, kühl, unbezwingbar.

In der 32. Minute folgte der nächste Dämpfer für die Heimfans. Guy König, der Name ist Programm, setzte sich rechts durch und drosch den Ball nach Zuspiel von Pieter Vrooman humorlos ins lange Eck - 0:2. Auf der Tribüne wurde es kurz still, bevor ein älterer Herr im Strakonice-Schal trocken bemerkte: "Na gut, wenigstens spielt das Bier mit vollem Einsatz."

Die Statistiken zur Pause sprachen eine klare Sprache: 51 Prozent Ballbesitz für Hradec, 13 Torschüsse zu 9 - und eine Effizienz, die jedem Buchhalter gefallen hätte. Strakonice-Coach Markus Falb reagierte in der Halbzeit mit gleich drei Wechseln. "Ich wollte frischen Wind und weniger Nervosität - und das möglichst in dieser Reihenfolge", erklärte er später.

Und siehe da: In der 49. Minute zahlte sich der Mut aus. Der eingewechselte Michal Kula legte mustergültig auf den jungen Marcio Pauleta ab, der aus spitzem Winkel zum 1:2 traf. Das Stadion explodierte. Falb sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man kurz dachte, er wolle selbst noch eingewechselt werden. "Das war das Signal, dass wir leben", jubelte der Trainer - und er hatte recht.

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams spielten mit offenem Visier, wobei Hradec Kralove weiterhin etwas abgeklärter agierte. Besonders Guy König drehte auf - zwischen der 56. und 79. Minute feuerte er gleich drei Mal aufs Tor, jedes Mal knapp vorbei. "Ich wollte den Deckel draufmachen, aber scheinbar war der Topf zu klein", lachte König nach dem Spiel.

Strakonice kämpfte weiter, und der junge Detlev Krauss hatte in der 84. Minute sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Sein Schuss aber segelte knapp über die Latte - und über die Hoffnungen der Heimfans hinweg.

Der Rest des Spiels war ein Lehrstück in cleverem Zeitmanagement. Hradec ließ den Ball laufen, Strakonice rannte an, und Schiedsrichter Havelka fand offenbar Gefallen an den Emotionen, denn er ließ großzügig nachspielen. Doch es blieb beim 1:2.

"Wir haben heute gesehen, was uns zur Spitzentruppe noch fehlt - Erfahrung und vielleicht ein bisschen Glück", bilanzierte Falb nüchtern. Sein Gegenüber Rinesch hingegen war zufrieden: "Zwei Tore aus der ersten Hälfte, das war unser Plan. Danach haben wir es einfach professionell runtergespielt."

Auch die Zahlen bestätigten das: 52 Prozent Zweikampfquote für Kralove, mehr Torschüsse, leicht mehr Ballbesitz - kleine Unterschiede, die am Ende den großen Unterschied machten.

Als die Spieler schließlich in die Kabinen verschwanden, applaudierten die Strakonicer Fans trotzdem. Denn auch wenn es am Ende nicht zum Punkt reichte, hatte ihre Mannschaft Moral gezeigt - und das Publikum wusste das zu schätzen.

Vielleicht war es symbolisch, dass nach dem Abpfiff ein Balljunge den Spielball aufhob, ihn kurz betrachtete und dann lachend meinte: "Der hat heute mehr gelaufen als ich."

Ein bitteres, aber ehrenvolles Ende für SK Strakonice - und ein cleverer Auswärtssieg für Hradec Kralove, die mit diesem 2:1 noch einmal zeigten, warum sie zu den unangenehmsten Gegnern der Liga zählen.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne zusammenfasste: "Verloren? Ja. Aber wenigstens nicht langweilig."

15.02.643997 21:55
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