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Skene trifft doppelt - Cerrense schockt Rio Boston zum Saisonauftakt

Ein lauer Abend, 30.997 Zuschauer im Estadio Municipal, der Rasen noch frisch geschnitten - und am Ende doch wieder diese eine Frage: Wie kann man so viel Ballbesitz haben und trotzdem so wenig Zählbares daraus machen? CF Rio Boston startete mit viel Elan in die neue Saison der 1. Liga Uruguay, doch am Ende jubelte nur einer: Ryan Skene, der 31-jährige Sturmveteran von CD Cerrense. Zwei Tore (57. und 67. Minute) reichten, um den Gastgebern die Grenzen aufzuzeigen.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Schon in der 6. Minute prüfte der junge Pedro Ziganda den gegnerischen Keeper Mendes - und das Publikum raunte zustimmend, als der Ball knapp über die Latte rauschte. Trainer Reini Stöger klatschte an der Seitenlinie, als wolle er sagen: "So, Jungs, genau so weiter!" Es war der erste und fast letzte Moment echter Euphorie für die Hausherren.

Cerrense ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit ruhigem Passspiel und cleverem Positionswechsel kontrollierten sie mehr und mehr das Geschehen. 53 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. Besonders auffällig: die Mittelfeldachse um Knud Brinkmann und Sean MacPhee - Letzterer sollte später noch zweimal als Vorlagengeber glänzen. "Wir wussten, dass Rio Boston gerne nach vorne rennt, also haben wir sie einfach kommen lassen", grinste Cerrense-Coach Leahcim Gnipeur nach der Partie.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0, was nicht an mangelnden Chancen lag. Auf beiden Seiten flogen die Torschüsse - zehn für Rio, elf für Cerrense - nur selten gefährlich genug, um die Torhüter ernsthaft zu prüfen. "Das war wie Schach in Gummistiefeln", murmelte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne, während er sein Mate-Tee nachfüllte.

Dann kam die 57. Minute. MacPhee flankte von rechts, Skene stieg höher als Verteidiger Devaney, köpfte wuchtig - 0:1. Torwart Petri Sainio stürzte sich noch vergeblich in die Ecke, doch da war der Ball schon im Netz. Kurz darauf, in der 67. Minute, das gleiche Duo: MacPhee legt quer, Skene vollendet eiskalt aus 14 Metern. Rio Boston stand da wie eingefroren.

"Wir haben in zehn Minuten alles herschenkt", ärgerte sich Stöger später. "Die Jungs waren da gedanklich wohl noch beim Pausentee." Der sonst so sachliche Österreicher ließ sogar einen Wasserflaschenwurf in Richtung Bank folgen - ein seltenes Schauspiel.

Es half nichts. Zwar reagierte er, brachte in der 78. Minute den erfahrenen Eduardo Costa für den jungen Albert Barbosa, der sich kurz zuvor verletzt hatte. Doch auch dieser Wechsel brachte keinen Schwung. Barbosa humpelte vom Feld, während ihm Stöger etwas zuraunte, das wohl besser unübersetzt blieb.

Cerrense dagegen spielte die Partie mit der Gelassenheit einer Mannschaft herunter, die wusste, dass sie an diesem Abend einfach cleverer war. Ihr Pressing blieb dosiert, kein hektisches Draufgehen - eher ein kontrolliertes Warten auf Fehler. Und die kamen: Fehlpässe, überhastete Schüsse, verzweifelte Flanken.

"Wir hatten das Gefühl, sie könnten noch zwei Stunden spielen, ohne ein Tor zu machen", sagte Skene mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Selbstzufriedenheit lag. "Aber ehrlich, ich hätte auch nichts dagegen gehabt."

Die Fans von Rio Boston honorierten immerhin den Einsatz. In der 92. Minute donnerte Rafael Antonio noch einmal einen Schuss in Richtung Cerrense-Tor - der Ball zischte Zentimeter am Pfosten vorbei. Es wäre der Treffer zum 1:2 gewesen, ein Trostpflaster. Stattdessen blieb es beim 0:2, und die Gäste feierten ausgelassen vor ihrem kleinen Anhang im Oberrang.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen: 10:11 Torschüsse, 50 zu 49 Prozent Zweikampfquote. Aber Fußball ist bekanntlich kein Statistikseminar. Es zählt, wer trifft - und das war an diesem Abend ausschließlich Ryan Skene.

Zum Schluss, als die Flutlichter langsam erloschen, stand Stöger noch immer an der Seitenlinie. "Wir müssen ruhiger bleiben, wenn’s eng wird", sagte er leise, fast zu sich selbst. "Und vielleicht auch mal einen Skene haben."

Ein bitterer Auftakt für Rio Boston, ein perfekter Start für Cerrense. Und irgendwo in der Kabine summte Skene leise vor sich hin - wahrscheinlich kein Lied, sondern einfach die Melodie des Siegers.

Schlusswort? Fußball ist manchmal einfach: Wer zweimal trifft, hat meistens recht.

11.11.643993 15:23
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