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Skene trifft früh, Basa rettet spät - Cerrense und Liverpool teilen die Punkte

Ein lauer Februarabend, 35.807 Zuschauer, ein Rasen wie gemalt - und doch endete alles mit einem Ergebnis, das man in Fußballerkreisen gern als "leistungsgerecht" bezeichnet, wenn keiner so richtig weiß, wer besser war. CD Cerrense und UD Liverpool trennten sich am 5. Spieltag der 1. Liga Uruguay mit 1:1 - ein Spiel, das mehr Geschichten schrieb, als das nackte Resultat vermuten lässt.

Schon nach fünf Minuten schickte Gerd Vilhelmsen ein erstes Warnsignal gen Liverpools Tor, ein Schuss, der mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Trainer Leahcim Gnipeur kommentierte später trocken: "Wenn der Ball wenigstens in Richtung Tor fliegt, verbuche ich das schon als Fortschritt." Der Mann hat Humor - und vermutlich starke Nerven.

Nach einer Viertelstunde nahm die Partie Fahrt auf. Cerrense kombinierte gefällig, Liverpool lauerte, und während die Gäste lieber auf Ballbesitz (51,5 %) setzten, versuchte Cerrense, mit schnelleren Aktionen Nadelstiche zu setzen. In der 24. Minute gelang das mit chirurgischer Präzision: Christian Petrizzi steckte den Ball durch, Ryan Skene fackelte nicht lange und jagte die Kugel trocken ins Netz. 1:0! Das Stadion bebte, und Skene lief jubelnd zur Eckfahne, als wolle er sie persönlich in die Hall of Fame eintragen. "Ich hab einfach gedacht: Wenn ich jetzt nicht schieße, schießt wieder keiner", grinste der Linksaußen später in die Kameras.

Liverpool wirkte kurz geschockt, dann wütend. Taylor McShane prüfte Cerrense-Keeper Joseba Mendes mehrfach - mal mit Wucht, mal mit Gefühl, aber stets mit dem gleichen Ergebnis: Kein Tor. "Der Ball wollte einfach nicht rein", seufzte McShane, der nach dem Spiel aussah, als hätte er gerade ein ganzes Fitnessstudio besiegt.

In der 40. Minute wurde es kurios: Gästecoach Savo Partizan wechselte Innenverteidiger Serhat Adatepe aus - und brachte Ingo Lupus. Keine fünf Minuten später lag der Neue am Boden, verletzt. "Das war nicht der Plan", knurrte Partizan, "aber wenigstens habe ich jetzt schon mein Wechselkontingent getestet."

Nach der Pause erhöhte Liverpool den Druck merklich. 16 Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache - auch wenn viele davon eher an harmlose Luftballons erinnerten als an Granaten. Cerrense verteidigte tapfer, bis zur 71. Minute: Damian Quevedo, eigentlich rechter Verteidiger, flankte so präzise, dass Dorde Basa nur noch den Kopf hinhalten musste - 1:1! Ein Tor aus dem Lehrbuch, oder wie Partizan es formulierte: "Endlich mal einer, der zuhört, wenn ich sage, dass Flanken erlaubt sind."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Liverpool den Sieg etwas mehr wollte, Cerrense aber das Glück des Tüchtigen hatte. Mendes im Tor fischte in der 85. Minute einen Schuss von McShane aus dem Winkel, und als James Mayhew in der Nachspielzeit erneut abzog, hielt das ganze Stadion den Atem an. Ball drüber, Publikum erleichtert, Gnipeur grinste: "So spannend wollte ich’s eigentlich nicht machen."

Zwei Gelbe Karten sorgten zwischendurch für Farbe: Zeeman Putnam (49.) und Vilhelmsen (79.) hielten den Schiedsrichter wenigstens beschäftigt. Ansonsten blieb’s fair - erstaunlich, bei Cerrenses "starker Aggressivität", wie die Taktikdaten verraten.

Statistisch gesehen war Liverpool leicht überlegen - mehr Schüsse, minimal mehr Ballbesitz, aber auch mehr Frust. Cerrense dagegen kämpfte, lief und verteidigte mit Herz. Der junge Xabier Sainz, in der 69. Minute eingewechselt, brachte frische Energie in die Abwehr, während der 22-jährige Domingo Andrade im Mittelfeld debütierte, als hätte er nie was anderes gemacht.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Gnipeur zufrieden: "Ein Punkt gegen Liverpool? Den nehme ich mit Schleife." Partizan dagegen murmelte etwas von "verpassten Chancen und zu wenig Biss" - wobei sein Stürmer McShane das wohl anders sah: "Ich hab gebissen, aber der Ball war zäh."

Am Ende trennten sich zwei Teams, die so unterschiedlich agierten wie sie aufgestellt waren - Cerrense diszipliniert, Liverpool verspielt, beide mit dem Gefühl, mehr verdient zu haben. 1:1 also, ein Ergebnis, das keiner liebt, aber jeder akzeptiert.

Und während die Zuschauer das Stadion verließen, hörte man einen älteren Fan murmeln: "So spielt man kein Schach, aber immerhin Fußball." Treffender kann man’s kaum sagen.

Ein gerechtes Remis, ein Abend voller kleiner Dramen - und ein Spiel, das zeigt: In Uruguay ist selbst ein 1:1 selten langweilig.

15.07.643990 09:53
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Worüber ich mir die ganze vergangene Zeit Gedanken gemacht habe? Meine Frisur, die ist nämlich scheiße.
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