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Sleza Wroclaw zerlegt Stal Poniatowa - 8:0 und kein Ende in Sicht

Man wusste schon nach zehn Minuten, dass es für Stal Poniatowa kein gemütlicher Abend in Wroclaw werden würde. 14.825 Zuschauer sahen ein Heimteam, das sich in Spiellaune befand - und ein Gästeteam, das offenbar die Einladung zur Demütigung angenommen hatte. Sleza Wroclaw spielte, als ginge es um die Torjägerkrone der ganzen Liga, und gewann am Ende mit 8:0 (3:0).

"Wir wollten einfach Spaß haben", grinste Trainer Andy Larkin nach dem Spiel, und das sah man seiner Mannschaft in jeder Minute an. Sleza kombinierte sich mit einem Ballbesitz von über 60 Prozent humorlos durch die gegnerischen Reihen, die man bestenfalls als orientierungslos bezeichnen konnte. 30 Torschüsse der Gastgeber standen null (!) Abschlüssen von Stal Poniatowa gegenüber - ja, null, Sie haben richtig gelesen.

Den Torreigen eröffnete der junge Georgier Irakli Firsow in der 16. Minute. Nach feinem Zuspiel von Rechtsverteidiger Wladimir Wisio schlenzte er den Ball ins rechte Eck - das 1:0 und der Beginn eines Abends, an dem Torhüter Jan Muster im Poniatowa-Kasten wohl ernsthaft überlegte, ob er im nächsten Leben lieber Handball spielt.

Nur sechs Minuten später erhöhte Mateusz Piechaczek, der linke Wirbelwind im Mittelfeld, nach Vorlage von Grzegorz Mila auf 2:0. "Da war so viel Platz, ich dachte, ich bin im Training", witzelte Piechaczek später. Kurz vor der Pause machte Andrej Stastny das 3:0 klar - und man hatte das Gefühl, dass Sleza gar nicht wusste, wann Schluss sein soll.

In der Kabine soll Trainer Larkin laut Zeugen gesagt haben: "Bleibt locker, Jungs, aber wenn’s geht, schießt noch fünf." Gesagt, getan. Nach dem Wiederanpfiff traf Adrian Adamski (55.), bevor Piechaczek seine persönliche Tor-Show startete: in der 64., 68. und 71. Minute legte er drei weitere Treffer nach und hatte damit vier Tore auf dem Konto. Dazwischen durfte auch Grzegorz Mila (66.) einmal jubeln - nach einem Pass von Stürmer Grzegorz Jelen, der an diesem Abend alles tat, außer selbst zu treffen.

Während Sleza kombinierte, wirkte Stal Poniatowa wie ein Team, das noch auf den Bus wartete. "Wir haben versucht, kompakt zu stehen", erklärte Gästecoach Koko Stark nach dem Spiel mit stoischer Ruhe, "aber irgendwie standen wir meistens gar nicht." Eine treffende Analyse, wenn man bedenkt, dass seine Mannschaft defensiv wie offensiv abgemeldet war.

In der 57. Minute kam dann auch noch Pech dazu: Linksaußen David Mathiasen verletzte sich und musste durch Marc Rose ersetzt werden. Es war der einzige Tausch, der bei den Gästen etwas Bewegung brachte - allerdings nur auf dem Papier. Kurz darauf sah Tomasz Schlegel für ein rustikales Einsteigen Gelb, was immerhin zeigte, dass jemand aus Poniatowa noch wach war.

Sleza dagegen gönnte sich Luxuswechsel: Marek Warzycha, Marek Waldoch und Patryk Ledwon kamen in der 68. Minute - offenbar, um ebenfalls ein bisschen Spaß am Spektakel zu haben. "Ich wollte eigentlich nicht mehr wechseln", sagte Trainer Larkin, "aber die Ersatzbank hat so laut gejubelt, ich dachte, sie wollen auch noch mitmachen."

Dass Stal-Coach Stark nach dem Schlusspfiff seine Spieler einzeln umarmte, war fast rührend. Einige wirkten, als hätten sie gerade ein besonders strenges Fitnessprogramm absolviert, andere schauten einfach leer in die Nacht von Wroclaw.

Statistisch war das Spiel ein Monolog: 30 Torschüsse zu null, 60 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, dazu ein Offensivfeuerwerk, das selbst in höheren Ligen Seltenheitswert hat. "Ich wusste gar nicht, dass wir so gut aussehen können", meinte Innenverteidiger Mateusz Gadocha augenzwinkernd.

Ob dieses 8:0 nun ein Ausrutscher nach oben oder ein Fingerzeig für größere Ambitionen ist, bleibt abzuwarten. Für den Moment darf Sleza Wroclaw jedenfalls den fünften Spieltag der 2. Liga Polen als großes Fußballfest verbuchen - und Stal Poniatowa als warnendes Beispiel, dass "balanciertes Spiel" in der Taktiktafel nichts hilft, wenn der Gegner einfach alles trifft.

Oder, um es mit den Worten von Andy Larkin zu sagen: "Wir haben heute gezeigt, dass man auch ohne Pressing Spaß haben kann."

Das Publikum ging lachend nach Hause - und wer weiß, vielleicht träumt Stal Poniatowa noch ein paar Nächte von diesem Abend. Für Sleza Wroclaw war es ein rauschendes Fest aus Passspiel, Präzision und purer Spielfreude. Für Poniatowa war es schlicht ein Albtraum in Rot und Gelb.

07.05.643997 14:11
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Meine Besonderheit ist, dass ich das Gleiche wie alle anderen Männer auch tue mit Frauen, nur 20 Minuten kürzer.
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