Sporski Journal
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Smederevo schockt Partizan - ein Tor, ein Sieg, ein Abend voller Nerven

Manchmal braucht der Fußball keine Torflut, keine spektakulären Fallrückzieher und auch keine Schiedsrichterdramen, um groß zu sein. Manchmal reicht ein einziger Moment, ein sauber gesetzter Schuss - und ein Stadion, das kollektiv den Atem anhält. So geschehen am 8. Spieltag der serbischen Superliga, wo der FK Smederevo den großen Favoriten Partizan Belgrad mit 1:0 bezwang.

36.915 Zuschauer drängten sich bei frostigen Temperaturen im Smederevo-Stadion, und sie sollten ein Spiel erleben, das zwar torarm, aber reich an Spannung, Zweikämpfen und latentem Wahnsinn war. Trainer Osteroder FC, sonst eher ein Mann der ruhigen Worte, brüllte schon nach zehn Minuten Anweisungen, als ginge es um den Champions-League-Titel. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr sie nicht laufen lasst, lauft ihr halt selbst!", grinste er später mit heiserer Stimme.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - allerdings nur in Form eines Fernschusses von Partizans Igor Stepanov in der zweiten Minute, der mehr auf den Fluss hinter dem Stadion zielte als auf das Tor. Doch das war das Fanal: Beide Teams schenkten sich nichts. Elf Torschüsse auf beiden Seiten, fast identischer Ballbesitz (50,4 % zu 49,6 %) - Zahlen, die ein Spiegelbild des Geschehens waren.

Smederevo spielte, wie man es von einem Außenseiter erwartet: tief stehen, lange Bälle, Konter fahren. Callum Perlman prüfte Belgrads Keeper Ellis Ireland schon in der achten Minute, dann wieder in der 20. - beide Male flog Ireland, als wolle er eine Postkarte für das Torwartlehrbuch liefern. "Ich dachte, der zweite war drin", gestand Perlman später, "aber der Typ hat Hände wie Klettverschluss."

Belgrad antwortete über Bedrettin Denizli, der zwischen der 25. und 32. Minute gleich dreimal abschloss - jedes Mal knapp vorbei. In der 30. Minute murmelte Trainer Uwe Schumacher an der Seitenlinie: "Wenn er so weitermacht, schießt er irgendwann doch ein Tor - im Training."

Die erste Halbzeit endete torlos, aber keineswegs ereignislos. Smederevos Innenverteidiger Milan Filipovic kassierte kurz nach der Pause Gelb, nachdem er Dragan Krstajic eher rustikal als elegant vom Ball trennte. "Der Ball war irgendwo dazwischen, glaube ich", witzelte Filipovic nach dem Spiel.

Dann kam die 63. Minute - jener Moment, der diese Partie unsterblich machte. Zvonimir Kujovic, erst 20 Jahre jung, nahm einen Pass von Agustin Aznar zentral vor dem Strafraum an, hob den Kopf und schlenzte den Ball mit einer Ruhe, die man sonst nur in Cafés sieht, in die linke obere Ecke. 1:0 für Smederevo! Das Stadion explodierte. Trainer FC warf seine Mütze in die Luft, der Stadionsprecher überschlug sich, und Kujovic rannte jubelnd in Richtung der Haupttribüne, als hätte er gerade die Weltmeisterschaft entschieden.

"Ich hab einfach geschossen. Ehrlich, ich wollte eigentlich passen", sagte der Held des Abends später grinsend. Aznar ergänzte: "Er passt sonst nie, also war das die logische Konsequenz."

Ab da wurde es ein Kampfspiel. Partizan Belgrad warf alles nach vorne. In der 77. Minute scheiterte Krstajic aus spitzem Winkel, in der 82. legte Denizli noch einen drauf - doch Smederevos Keeper Danko Veskovac war an diesem Abend ein Bollwerk in Handschuhen. Selbst in der Nachspielzeit, als Krstajic noch einmal aus 20 Metern abzog, blieb Veskovac cool wie ein Kühlschrank.

Smederevo verteidigte mit Herz, Kopf und allem, was dazwischenliegt. Osteroder FC reagierte mit klugen Wechseln - Keersmaekers kam für den verwarnten Filipovic, Dragutinovic ersetzte den Torschützen Kujovic, um das Zentrum zu stabilisieren. "Ich hab ihm gesagt, das war’s mit der Offensivfreiheit", scherzte der Coach.

Belgrad-Trainer Schumacher zeigte sich nach Abpfiff gewohnt trocken: "Wir hatten genug Chancen. Aber wenn du den Ball nicht ins Tor bringst, bringt’s der Gegner halt rein. Fußball kann so einfach sein - und so gemein."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen. In Smederevo weiß man, dass solche Abende selten sind - und dass man sie genießen muss, solange sie dauern.

Am Ende stand ein 1:0, das mehr war als nur drei Punkte: Es war ein Statement, ein kleiner Triumph der Leidenschaft über die Routine. Und irgendwo in der Kabine summte Kujovic leise vor sich hin, während der Trainer noch immer grinste. "Wenn wir so weitermachen", sagte FC, "muss ich bald eine Sonnenbrille tragen - wegen all der strahlenden Gesichter hier."

Ein bisschen Pathos darf sein - schließlich gewinnt man nicht jeden Tag gegen Partizan Belgrad.

10.04.643987 10:30
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