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Southampton dreht verrücktes 4:2 gegen Bournemouth

Premier League | 21. Spieltag | 08.10.26 | FC Southampton - Bournemouth FC 4:2

49.503 Zuschauer kamen an diesem Abend ins Stadion - und vermutlich hatten die meisten von ihnen nach 45 Minuten bereits überlegt, ob man Fußball nicht auch in zwei Halbzeiten à 20 Minuten spielen könnte. Der FC Southampton lag gegen Bournemouth FC mit 1:2 zurück. Am Ende aber stand ein 4:2 auf der Anzeigetafel. Ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt, nur mit mehr Grätschen und deutlich weniger Sicherheitsgurten.

Southampton begann am 21. Spieltag der Premier League offensiv, beinahe trotzig offensiv. Trainer Michael Böning hatte seiner Mannschaft ein klares Rezept mitgegeben: Druck machen, schießen, nicht lange fragen. Schon in der fünften Minute prüfte Henry Roades Bournemouths Torwart Lewis Ward, wenig später zielte Meir Pizanti knapp am Erfolg vorbei. Die Gastgeber hatten zunächst mehr vom Spiel, doch Bournemouth ließ sich davon ungefähr so beeindrucken wie ein Kater von einer höflichen Bitte.

In der 27. Minute schlug der Gast zu. Nach einer Ecke oder zumindest einer Standardsituation mit ausreichend Unordnung traf Innenverteidiger Kian Henderson zur Führung. Nelson Agirre hatte vorbereitet, Henderson vollstreckte. Southampton wirkte kurz so, als müsse man sich erst daran erinnern, dass ein Fußballspiel nicht automatisch gewonnen wird, nur weil man früh schießt.

Die Antwort kam acht Minuten später. Daniel Morriss, gerade einmal 17 Jahre alt, fand Billy Benett, und der linke Mittelfeldspieler schob zum 1:1 ein. "Daniel hat den Ball mit einer Ruhe gespielt, die ich in seinem Alter nicht einmal beim Öffnen einer Wasserflasche hatte", sagte Benett später mit einem Grinsen. Viel Zeit zum Feiern blieb allerdings nicht.

In der 40. Minute brachte Agirre Bournemouth erneut nach vorn. Der 33-Jährige nahm die Einladung dankend an und stellte auf 2:1. Zur Pause führte Bournemouth, obwohl Southampton weiterhin mutig blieb. Die Gäste hatten sogar etwas mehr Ballbesitz: 53,65 Prozent gegenüber 46,35 Prozent der Hausherren. Auch bei den Abschlüssen lag Bournemouth mit 16:14 vorne. Statistisch sah das ordentlich aus - nur leider hatte niemand den Statistikbogen darüber informiert, dass die zweite Halbzeit noch bevorstand.

Böning reagierte zur Pause und wechselte Gabriel Beecroft sowie Riley Stanton ein. Southampton erhöhte den Druck, und in der 50. Minute war Roades zur Stelle. Liam Allington legte vor, Roades traf zum 2:2. "Nach dem Rückstand haben wir gesagt: Jetzt spielen wir unser Spiel. Und dann haben wir es tatsächlich getan - ausnahmsweise", erklärte Trainer Böning.

Nun kippte die Partie endgültig. In der 60. Minute bediente Leo Broderick Daniel Morriss, der zum 3:2 traf. Der Youngster war damit nicht nur Vorbereiter, sondern auch Torschütze - und damit vermutlich der einzige 17-Jährige im Stadion, der an diesem Abend mehr Einfluss hatte als sämtliche Halbzeitansprachen zusammen.

Nur zwei Minuten später setzte Morriss noch einen drauf. Seine Vorlage verwertete Alexander Roades zum 4:2. Bournemouth war geschlagen, obwohl die Gäste bis in die Schlussphase hinein weiter nach vorne spielten. Phillip Lavoie, Noah McLeod und Aaron Davonport suchten mehrfach den Abschluss, doch Brandon Lithgow im Southampton-Tor und seine Abwehr hielten stand. Gelbe Karten für Samuel MacArthur und Benett zeigten zudem, dass die Gastgeber den Sieg nicht mit Samthandschuhen verteidigten.

"Wir hatten den Ball, wir hatten Chancen, wir hatten sogar lange Zeit die bessere Statistik", sagte Bournemouth-Trainer Raffael Vogelsang. "Leider hatten wir am Ende vier Gegentore. Das ist eine Statistik, die sich sehr ungern wegdiskutieren lässt."

Southampton gewinnt damit ein spektakuläres Spiel, in dem Bournemouth mehr Ballbesitz und mehr Torschüsse hatte, aber Southampton die entscheidenden Momente besser nutzte. Oder, wie Morriss es formulierte: "Wir waren hinten, aber nicht fertig." Ein Satz, der sich an diesem Abend als erstaunlich treffende Spielanalyse erwies.

08.10.2026 22:18
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Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
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