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Southampton ringt Millwall nieder - ein 3:2 mit Herz, Chaos und Humor

Ein lauer Aprilabend an der Südküste, 56.312 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, und wer dachte, der zweite Spieltag würde gemächlich verlaufen, bekam stattdessen 45 Minuten puren Fußballwahnsinn serviert. Der FC Southampton besiegte den FC Millwall mit 3:2 (3:2) - ein Spiel, das so elektrisierend begann, dass selbst die Stadionkatze kurz das Fressen vergaß.

Schon in der 12. Minute ließ Gabriel Nilsson, der 22-jährige Rechtsaußen mit der Unschuld eines Chorknaben und dem Selbstbewusstsein eines Superstars, das Netz zappeln. Billy Benett hatte ihm den Ball butterweich in den Lauf gespielt. Nilsson grinste nach seinem Treffer und sagte später: "Ich wollte eigentlich flanken - ehrlich! Aber wenn der Ball schon mal so freundlich ist, kann man ja nicht nein sagen."

Doch wer dachte, Millwall würde erschüttert zurückweichen, irrte. Nur elf Minuten später, in der 23. Minute, traf Daniel Darabont zum Ausgleich. Der wendige Linksaußen tanzte sich nach Zuspiel von Bradley Crichton durch die Abwehr, als wäre sie ein schlecht geschnittener Tanzkurs. "Wir hatten sie da, wo wir sie wollten", meinte Millwalls Trainer Sonny Crocket nach dem Spiel. "Leider wollten wir sie etwas weiter hinten haben."

Die Antwort der Saints ließ nicht lange auf sich warten: Drei Minuten später, 26. Minute, brachte Manuel Tiago Southampton wieder in Führung. Der bullige Mittelstürmer nahm einen Abpraller auf und drosch den Ball humorlos unter die Latte. "Ich habe einfach die Augen zugemacht", gab Tiago später zu. "Das hilft manchmal."

Und weil es offenbar Nilssons Abend war, legte der Schwede in der 32. Minute nach - sein zweiter Treffer, diesmal nach Vorlage von Meir Pizanti. 3:1, und die Tribünen bebten. Man hätte meinen können, das Spiel sei entschieden, aber Millwall hatte andere Pläne. Wieder war es Darabont, der in der 39. Minute verkürzte - sein zweites Tor, fast eine Kopie des ersten.

Zur Halbzeit stand es 3:2, und die Fans rieben sich die Augen. Danach? Naja, sagen wir: Die zweite Halbzeit war die ruhigere Schwester des ersten Durchgangs. Millwall hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent) und mehr Torschüsse (12 zu 10), aber weniger Glück. Southampton verteidigte mit der stoischen Ruhe eines englischen Butlers, auch wenn Carles Ordono in der 73. Minute mit Gelb bedacht wurde - wegen "einer Meinungsverschiedenheit über die Schwerkraft", wie ein Fan auf der Tribüne witzelte.

Trainer Michael Böning reagierte taktisch clever: In der 70. Minute nahm er Doppel-Torschütze Nilsson vom Feld und brachte Jan Ovesen, der prompt in der Nachspielzeit noch einen Schuss aufs Tor setzte. "Gabriel hatte genug gearbeitet", meinte Böning trocken. "Außerdem wollte ich sehen, ob Jan auch mal den Ball trifft, wenn’s zählt."

Millwall-Coach Crocket hingegen wechselte doppelt in der 61. Minute, brachte Noah Clancy und den erfahrenen Elliot Lockwood - letzterer sorgte in der 84. Minute mit einem Schuss fast für den Ausgleich. Torwart Brandon Lithgow, sonst eher unauffällig, flog und fischte den Ball aus dem Winkel. Danach klopfte er lachend an den Pfosten: "Wir zwei, wir schaffen das schon."

Die Schlussphase war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man ein Spiel gleichzeitig verwalten und überleben kann. Southampton zog sich zurück, spielte kurze Pässe (die Statistik vermerkt einen Wechsel auf Kurzpassspiel in der Endphase), während Millwall mit aller Macht presste. Ein paar hitzige Szenen, ein paar verzweifelte Flanken - doch das Tor blieb vernagelt.

Nach dem Abpfiff fiel Böning seinem Co-Trainer in die Arme. "Drei Punkte, keine Nerven mehr, aber dafür ein volles Stadion - das ist englischer Fußball", grinste er. Auf der anderen Seite schüttelte Crocket den Kopf: "Wenn man zwei Tore auswärts schießt und trotzdem verliert, sollte man vielleicht mal über das Wort ’defensiv’ nachdenken."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit Applaus, und irgendwo auf der Tribüne summte jemand "When the Saints go marching in" - nicht ganz textsicher, aber voller Inbrunst. Ein passendes Bild für diesen Abend: unperfekt, laut, leidenschaftlich. Southampton steht nun mit zwei Siegen aus zwei Spielen oben in der Tabelle, und wer solche Spiele liefert, darf ruhig ein bisschen träumen.

Oder, wie Nilsson es mit einem Augenzwinkern sagte: "Wenn das so weitergeht, muss ich mir bald überlegen, welchen Fuß ich diesmal zum Schießen nehme."

Ein Spiel mit fünf Toren, unzähligen Chancen und einer Prise englischen Wahnsinns - kurz: Fußball, wie man ihn liebt.

02.04.643997 20:55
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Der Serbe an sich ist leichtsinnig im Umgang mit Chancen.
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