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Premier League | 15. Spieltag | 01.10.26 | FC Southampton - Liverpool Reds 2:1 Southampton begann um 20.30 Uhr mit offenem Visier. Trainer Michael Böning hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet und aktives Pressing angeordnet. Liverpool-Coach Kurt Kaiser ließ sein Team dagegen zunächst kontrollierter auftreten, ausgewogen, geduldig und offenbar mit dem festen Glauben, dass sich ein Fußballspiel auch ohne unnötige Hektik gewinnen lasse. Eine Theorie, die später einer gründlichen Prüfung unterzogen wurde. Die erste Gelegenheit gehörte den Gästen. Juhani Kuqi prüfte Southamptons Torhüter Brandon Lithgow bereits in der dritten Minute. Kurz darauf versuchte es Adam Wiltshire, doch Southampton ließ sich nicht beeindrucken. Riley Stanton und Arjen Schuyler antworteten mit eigenen Abschlüssen, Daniel Morriss scheiterte ebenfalls - und war wenige Minuten später nicht mehr nur Statist. In der 30. Minute schlug der 17-jährige Morriss zu. Nach Vorarbeit von Joaquin Maniche brachte der rechte Mittelfeldspieler Southampton mit 1:0 in Führung. Die Tribünen erhoben sich, als hätte jemand im Stadion den kollektiven Energiesparmodus abgeschaltet. Morriss, der zuvor bereits mehrfach Gefahr angedeutet hatte, belohnte den mutigen Auftritt der Gastgeber. "Ich habe den Ball gesehen und gedacht: Warum eigentlich nicht?", sagte Morriss anschließend sinngemäß - eine bemerkenswert einfache Erklärung für einen bemerkenswert wichtigen Treffer. Trainer Böning dürfte innerlich ähnlich gedacht haben, äußerlich aber vermutlich professioneller gewirkt haben. Liverpool blieb dran. Kuqi tauchte mehrfach gefährlich auf, doch Southampton verteidigte konzentriert. Kurz vor der Pause nahm Kaiser Harrison Lujan vom Feld und brachte Mateo Peragon. Der Wechsel war nicht folgenlos: Peragon erhielt in der 26. Minute bereits die Gelbe Karte - allerdings noch vor seiner Einwechslung, was die Chronologie dieses Abends nicht gerade übersichtlicher macht. Der Fußballverband wird es überleben. Nach dem Seitenwechsel blieb Southampton offensiv eingestellt, reduzierte allerdings das Pressing. Liverpool nutzte die Räume und kam in der 61. Minute zum Ausgleich. Harrison Lujan, der zuvor zwar ausgewechselt worden war, erzielte den Treffer nach Vorarbeit von Bo Kristensen. Die Daten dieses Spiels hatten offenbar ihren eigenen kleinen Sinn für Ironie. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Liverpool kam auf zehn Torschüsse, Southampton auf elf. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,25 Prozent nur hauchdünn vorn. Auch die Zweikampfquote war beinahe ausgeglichen: Southampton kam auf 50,54 Prozent, Liverpool auf 49,46. Es war also kein Abend für Statistiker, die klare Machtverhältnisse lieben. Southampton blieb gefährlich. Stanton, Henry Roades und Samuel MacArthur suchten den Abschluss, während Liverpool durch Nicola Lombardo, Freddie Madigan und Sean Hiliard antwortete. Die Gäste hatten ihre Möglichkeiten, doch Lithgow und seine Vorderleute hielten stand. Dann kam die 90. Minute. Meir Pizanti, kurz zuvor für Gabriel Beecroft eingewechselt, erzielte das 2:1. Ein Joker-Tor zum perfekten Zeitpunkt - später geht es eigentlich nur noch, wenn der Bus bereits wartet. Liverpool versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, doch Southampton brachte den Vorsprung über die Zeit. "Wir haben bis zum letzten Moment an unsere Chance geglaubt", wurde Böning nach dem Spiel zitiert. Kaiser erklärte sinngemäß, Liverpool habe "nicht schlecht gespielt, aber schlecht verloren". Das ist immerhin ehrlich. Southampton dagegen darf feiern: Morriss legte vor, Pizanti vollendete - und St. Mary’s bekam einen Abend, den man so schnell nicht vergisst. 01.10.2026 21:38 |
Sprücheklopfer
Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
Rudi Völler nach dem 1:5 gegen England