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Sparta Nijkerk zerpflückt Dordrecht - ein 6:2 voller Spielfreude und Spott

Wenn ein Fußballspiel zur Lehrstunde wird, dann sollte wenigstens einer etwas lernen - in diesem Fall war es wohl SC Dordrecht, das sich am 7. Spieltag der 1. Liga Niederlande in Nijkerk eine deftige 2:6-Klatsche abholte. 49.709 Zuschauer im Stadion sahen ein Heimteam, das von der ersten Minute an in Spiellaune war, als hätte Trainer Markus Kuzmich ihnen vor dem Anpfiff gesagt: "Jungs, wir spielen heute auf Zeit - aber nur, weil wir keine Lust haben, zweistellig zu werden."

Schon nach sechs Minuten zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Bastiaan Schuyler, der Mann mit der linken Klebe und dem Dauerlächeln, vollstreckte eiskalt nach Vorlage von Joris Winchel. "Ich hab den Ball gesehen, den Torwart gesehen - und dann nicht mehr viel gedacht", grinste Schuyler später. Nur vier Minuten später revanchierte sich Winchel und traf selbst, diesmal gefüttert von Wouter Rutgers. In Minute elf hieß das Duo wieder Schuyler-Winchel - und Dordrecht schaute nur hinterher. 3:0 nach elf Minuten. Es war, als hätte Sparta die Pausenglocke übersprungen und gleich auf Fast Forward gedrückt.

Während die Gäste noch versuchten, ihre Formation zu sortieren, kam in der 36. Minute auch noch der junge Joseba Godo zu seinem großen Moment. Der 21-Jährige, gerade erst eingewechselt, knallte das Leder nach Vorarbeit von Laurens Groesbeck humorlos in die Maschen. 4:0 zur Pause, und die Fans auf den Rängen sangen, als stünde der Aufstieg schon fest.

Kuzmich blieb ruhig. "Wir haben viel gearbeitet, aber ehrlich gesagt - das sah heute einfach nach Spaß aus", sagte der Trainer mit einem Augenzwinkern. Spaß - das war das richtige Wort. Denn Sparta spielte mit einer offensiven Flügel-Ausrichtung, die Dordrecht immer wieder alt aussehen ließ. 19 Torschüsse und 55,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe sprachen eine deutliche Sprache.

Dordrecht dagegen? 49 Prozent Ballbesitz, aber wenig Ertrag. Ihr Trainer - der sich die erste Halbzeit lieber nochmal auf Video ansehen wollte, "um zu verstehen, was da eigentlich passiert ist" - musste nach der Pause immerhin zwei Lichtblicke erleben. Gijs Vanderveer, einer der wenigen, die nicht völlig untergingen, traf in der 63. Minute nach feinem Zuspiel von Alessio Pentone zum 4:1. "Ich dachte, jetzt kommt vielleicht was", meinte er später, "aber dann kam wieder Bastiaan."

Denn der hatte an diesem Abend noch nicht genug. In der 82. Minute machte Schuyler seinen Hattrick perfekt, diesmal nach Vorarbeit von Godo - und grinste dabei, als hätte er gerade ein Kunststück vollbracht. "Ich wollte eigentlich flanken", sagte er lachend, "aber manchmal ist der Ball eben klüger als ich." Das Publikum tobte, die Dordrecht-Abwehr betete um den Schlusspfiff.

Doch der kam nicht, bevor Diego Oliveira in der 95. Minute den Ball noch einmal humorlos ins Netz drosch - 6:2. Dass Duarte Rocha zwischenzeitlich (76.) für Dordrecht noch ein zweites Tor erzielte, interessierte da nur noch die Statistikfreunde. "Klar, wir haben zwei gemacht", murmelte Rocha nach Abpfiff, "aber die haben sechs geschossen. Da wird’s schwer mit der Laune."

Auch Pech spielte mit: In der 53. Minute verletzte sich Dordrechts Innenverteidiger Mario Juanez, musste raus - und wurde prompt ersetzt durch Felix Loktew, der das Unheil auch nicht mehr stoppen konnte. Henry Stack holte sich kurz vor Schluss noch Gelb ab, vielleicht aus Frust, vielleicht als Souvenir.

Sparta Nijkerk spielte das Ganze mit einer Leichtigkeit, die fast schon unanständig wirkte. Kuzmichs Offensivkonzept über die Flügel ging auf, während Dordrecht mit seiner "balancierten" Ausrichtung eher an einen Yoga-Kurs erinnerte als an Verteidigungsarbeit. Ballbesitz war nahezu ausgeglichen, doch die Qualität der Chancen nicht. 19:6 Torschüsse - das war eher ein Statement als eine Zahl.

Beim Abpfiff standen die Zuschauer, applaudierten und sangen. Auf dem Rasen klatschte Bastiaan Schuyler dem Gegner fair die Hand, bevor er mit einem breiten Grinsen in Richtung Fans winkte. "Vielleicht sollte ich öfter lachen, wenn ich treffe", meinte er später augenzwinkernd, "scheint ja zu funktionieren."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Sparta Nijkerk den Fußball zelebrierte - mit Witz, Tempo und einer Prise Spott. Dordrecht dagegen nahm die Heimreise mit hängenden Köpfen an, aber vielleicht auch mit einer Erkenntnis: Gegen diese Sparta-Offensive ist kein Rezept bekannt. Oder, wie ein Fan beim Rausgehen sagte: "Das war kein Spiel - das war eine Lektion in Freude am Ball."

Ein Schlusswort? Vielleicht dies: Wer 6:2 gewinnt, darf auch mal überheblich strahlen. Und wer 2:6 verliert, sollte einfach hoffen, dass die nächste Partie nicht wieder gegen Nijkerk ist.

08.04.643987 19:11
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