Anpfiff
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Später Ausgleich raubt Steinbach den Sieg - Stadtlohn jubelt in Minute 87

3837 Zuschauer im Steinbacher Stadion erlebten am 19. Spieltag der Regionalliga D ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende stand es 1:1 zwischen dem SV Steinbach und dem SuS Stadtlohn - ein Ergebnis, das wohl nur die Gäste glücklich machte. Denn wer 86 Minuten lang führt, darf sich zu Recht ärgern, wenn kurz vor Schluss doch noch einer reinrutscht.

Von Beginn an zeigte Steinbach, dass Trainer Martin Schmittel seine Jungs mit einem klaren Plan aufs Feld geschickt hatte: mutig, offensiv, ohne falsche Zurückhaltung. Und tatsächlich dauerte es nur bis zur 24. Minute, bis das Konzept Früchte trug. Der 22-jährige Adrian Kristinsson, quirlig wie ein Eichhörnchen auf Koffein, vollendete nach feinem Zuspiel von Cesar Juarez zum 1:0. "Cesar hat mir den Ball perfekt in den Lauf gespielt. Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Kristinsson später.

Die Steinbacher Fans jubelten, das Flutlicht flackerte, und Trainer Schmittel ballte die Faust - kurz, die Welt war in Ordnung. Stadtlohn dagegen wirkte überrascht, fast ein wenig beleidigt, dass der Gastgeber tatsächlich wagte, nach vorn zu spielen. Doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr übernahmen die Gäste das Kommando. Ein Schussfestival begann: Donkow (4.), Meier (5.), Kirsch (10.), Grenier (11.) - Steinbachs Keeper Fabian Schmitz hatte alle Hände voll zu tun.

Schmittel rief von der Seitenlinie: "Männer, das ist kein Elfmetertraining!" Doch seine Abwehr blieb nervös. Trotzdem rettete Steinbach die knappe Führung in die Pause.

Nach Wiederanpfiff drehte Stadtlohn-Coach Klaus Krenzek an der Intensitätsschraube. "Wir wussten, Steinbach kann nicht 90 Minuten so rennen", erklärte er später mit einem zufriedenen Lächeln. Und tatsächlich: Der Ballbesitz kippte endgültig Richtung Gäste (59 Prozent), die nun Angriff um Angriff fuhren. Theodor Lecjaks, 34 Jahre jung und mit der Kondition eines Marathonläufers, prüfte Schmitz gleich dreimal binnen 20 Minuten (48., 59., 74.).

Schmittel reagierte - vielleicht zu spät. In der 58. Minute kam Max Henning für den wackeren, aber müden Xavier Galvao. Kurz darauf brachte er Felix Wilke und schließlich Sascha Schütz für den Torschützen Kristinsson. Das Publikum murrte: "Warum nimmst du ihn runter, Martin?" Ein älterer Fan schüttelte den Kopf und sagte trocken: "Wenn’s schiefgeht, wissen wir wenigstens, woran’s lag."

Und es ging schief. In der 87. Minute, als Steinbachs Defensive schon auf wackligen Beinen stand, kam Stadtlohns Linksverteidiger Felipe Flores nach einem Pass von Fabian Meier zum Abschluss. Der Ball zischte durch Freund und Feind hindurch - 1:1. Ein Tor, das die 18 Gäste-Fans auf der Tribüne jubeln ließ und die restlichen 3819 in Schockstarre versetzte.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", stöhnte Torwart Schmitz nach Schlusspfiff, während Flores sein Trikot in die Nachtluft schwenkte. Trainer Krenzek grinste: "Flores trainiert sonst Freistöße. Vielleicht sollte er das öfter im Spiel versuchen."

Die letzten Minuten brachten außer einer Gelben Karte für Steinbachs Lefteris Konstantinou (89.) nichts Zählbares mehr. Stadtlohn wollte plötzlich gar nicht mehr so recht gewinnen, Steinbach konnte nicht mehr. "Uns fehlte am Ende etwas die Luft. Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen", sagte Schmittel. "Nur vielleicht dem Schicksal."

Statistisch gesehen war der Ausgleich verdient: 18 Torschüsse für Stadtlohn gegenüber 8 der Gastgeber sprechen eine klare Sprache. Auch im Zweikampf (54 zu 45 Prozent) und Ballbesitz hatte das Team von Krenzek die Nase vorn. Doch Fußball wird eben nicht auf Excel-Tabellen gespielt.

So blieb es beim 1:1 - einem Ergebnis, das beiden Teams wenig hilft, aber immerhin Stoff für emotionale Diskussionen am Vereinsstammtisch liefert. Steinbach hadert mit dem verpassten Sieg, Stadtlohn feiert den späten Punkt wie einen Pokalerfolg.

Ein Zuschauer brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches." Und ehrlicher Fußball ist heutzutage ja fast schon ein Luxusgut.

Abpfiff, Punkteteilung, Frust auf der einen, Erleichterung auf der anderen Seite - und das Gefühl, dass der Fußball manchmal einfach gerecht ist, wenn auch mit sadistischem Zeitgefühl.

04.01.643991 20:25
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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