Dagbladet Sport
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Später Ausgleich raubt Varde BK den Sieg - 2:2 gegen Gentofte-Vangede

Ein bitterer Winterabend in Varde: 43.500 Zuschauer sahen am 8. Spieltag der 1. Liga Dänemark ein Fußballspiel, das alles hatte - Tore, Karten, Verletzungen und ein Publikum, das zwischen Hoffnung, Unglauben und kalten Fingern hin- und hergerissen war. Am Ende trennten sich Varde BK und Gentofte-Vangede mit 2:2. Und während die Gäste jubelnd in die Nacht verschwanden, blieb Trainer Franz Huber mit hochrotem Kopf und einer Thermoskanne in der Hand zurück.

Gentofte-Vangede begann druckvoll, als hätte Trainer Hans Meier seine Jungs mit Espresso intravenös versorgt. Bereits in der 13. Minute zappelte der Ball im Netz: Alberte Lauritsen, der Mittelstürmer mit der Eleganz eines norwegischen Elchs, traf nach präzisem Zuspiel von Javier Castano zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Lauritsen später und fügte mit einem Zwinkern hinzu: "Wenn du nicht triffst, sieht’s halt dumm aus."

Varde wirkte zunächst verunsichert. Trotz 54 Prozent Ballbesitz lief wenig zusammen, die Defensive stand tief, das Angriffsspiel beschränkte sich auf vorsichtige Konter. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, aber irgendwie hat das Spiel uns kontrolliert", gab Huber nachdenklich zu. Erst kurz vor der Pause kam sein Team gefährlich vor das Tor, doch Duarte Ibanez scheiterte knapp - das Publikum atmete hörbar frostige Luft aus.

Dann kam die Halbzeit, und Huber griff tief in die Trickkiste - oder besser gesagt: in die Jugendabteilung. Drei Wechsel zur Pause: Pol Aznar, Peer Frandsen und Bo Henriksen, alle 17 Jahre jung, kamen für erfahrene Kräfte. "Wir wollten frischen Wind - und der kam mit Orkanstärke", kommentierte Huber später mit Galgenhumor.

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, kippte das Spiel. Varde wurde offensiver, Ibanez rannte, als sei er von einer dänischen Bulldogge verfolgt. In der 52. Minute belohnte er sich selbst: Nach Vorarbeit von Hanns Barnier drosch der 22-Jährige den Ball zum 1:1 unter die Latte. Die Arena explodierte - zumindest so sehr, wie man mit Wollmützen und Glühweinbechern in der Hand explodieren kann.

Nur drei Minuten später folgte der nächste Jubelsturm: Der 17-jährige Peer Frandsen, gerade erst eingewechselt, traf nach feinem Zuspiel seines gleichaltrigen Kollegen Pol Aznar zum 2:1. "Ich hab gar nicht nachgedacht", sagte Frandsen später verlegen. "Vielleicht war das das Geheimnis." Sein Trainer grinste: "Manchmal hilft es, dass sie noch keine Angst kennen."

Doch wer glaubte, die Partie sei entschieden, kannte Gentofte-Vangede schlecht. Trotz gelber Karten für Lauritsen (49.) und Agirre (67.) kämpften die Gäste unbeirrt weiter. In der Nachspielzeit, als viele Fans schon ihre Sitzkissen zusammenpackten, schlug Gentofte-Vangede erbarmungslos zurück. Wieder war Castano der Vorlagengeber, diesmal für den jungen Lukas Hoj, der in der 93. Minute eiskalt zum 2:2 einschob.

Während die Gäste jubelten, sank Vardes Torhüter Dorinel Lacatus auf die Knie. "Ich hab den Ball spät gesehen", murmelte er. "Vielleicht war das Flutlicht schuld. Oder mein Karma."

Die Statistik sprach am Ende für niemanden so richtig: Varde hatte mehr Ballbesitz (54,5 %), Gentofte-Vangede mehr Torschüsse (10 zu 8). Es war ein Duell der Generationen - hier die jungen Wilden aus Varde, dort das erfahrene Ensemble aus Gentofte. Und irgendwo dazwischen lag ein Spiel, das beiden gerecht wurde.

Trainer Meier zeigte sich zufrieden: "Ein Punkt auswärts, das nehmen wir gern. Und ehrlich gesagt: Der Ausgleich war verdient." Sein Kollege Huber hingegen seufzte: "Fußball kann grausam sein. Vor allem in der 93. Minute."

Kurios am Rande: Gentofte musste kurz vor Schluss den verletzten Jacinto Calvente ersetzen, der nach einem Zweikampf humpelnd vom Feld musste. "Nichts Ernstes", versicherte Meier. "Nur ein Muskel, der mit dem dänischen Winter nicht klarkam."

So endete ein Spiel, das keinem wehtun, aber beiden Mannschaften auch nicht wirklich helfen wollte. Varde bleibt mit dem Gefühl zurück, zwei Punkte verloren zu haben; Gentofte feiert, als hätte man gerade die Champions League gewonnen.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne: "Früher hätten wir so ein Spiel gewonnen." Sein Enkel grinste und antwortete: "Ja, Opa - früher war auch der Rasen grüner."

Ein gerechtes 2:2, ein bisschen Drama, ein bisschen Hoffnung - und der Beweis, dass Fußball auch im Januar in Dänemark nicht einfrieren kann.

21.04.643987 06:45
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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