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Später Ausgleich rettet Borussia Neunkirchen einen Punkt gegen Bischmisheim

2390 Zuschauer im Ellenfeld-Stadion bekamen am 6. Spieltag der Landesliga 32 ein Spiel zu sehen, das an Spannung kaum zu überbieten war - zumindest dann, wenn man Freude an vergebenen Chancen, jugendlichem Übermut und dramatischen Schlussminuten hat. Borussia Neunkirchen und der Gast aus Bischmisheim trennten sich am Ende 1:1 (0:0), doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte eines Abends, an dem die jungen Borussen alles gaben - und Bischmisheim mit einem Mann weniger noch irgendwie über die Zeit kam.

Von Beginn an drückte Neunkirchen aufs Tempo. Trainer Kada Schmide hatte ihre Elf wie gewohnt offensiv eingestellt, und schon nach einer Minute prüfte der 18-jährige Mittelstürmer Jan Klein den Gästetorhüter Domingo Pacos - der erste von insgesamt 15 Torschüssen der Hausherren. Schmide gestikulierte an der Seitenlinie wild herum, rief "Mehr Mut, Jungs, der Ball ist euer Freund!". Ihr Team nahm sie beim Wort: Günther Berndt (17) und Karsten Kirchner (ebenfalls 17) wirbelten auf den Flügeln, als hätten sie vergessen, dass es sich nicht um ein Jugendturnier, sondern um Landesliga handelte.

Bischmisheim dagegen stand tief und lauerte auf Konter. Das Team von Coach - nennen wir ihn pragmatisch den "Mann mit der defensiven Seele" - vertraute auf Routine statt Raserei. Pascal Zander, 32 Jahre alt und der Denker im Mittelfeld, ordnete das Spiel, während vorne Oskar Hansen hin und wieder anrannte, als ginge es um den letzten Bus nach Hause. Vier Torschüsse insgesamt - und doch sollten sie fast reichen.

Nach einer torlosen ersten Hälfte, in der Borussia Chancen für zwei Spiele liegen ließ, wurde das Geschehen nach der Pause ruppiger. In der 67. Minute verletzte sich Bischmisheims Louis Michels und musste raus - der eingewechselte Walther Bertram kam, um später tragische Geschichte zu schreiben. "Ich wollte eigentlich gar nicht spielen", murmelte er nach Abpfiff ironisch, noch mit Eisbeutel auf dem Knie.

Dann die 74. Minute: Aus dem Nichts zog Pascal Zander aus rund 20 Metern ab, der Ball flatterte leicht, und Keeper Gerhard Stein stand einen Schritt zu weit vorn - 0:1. Die 20 mitgereisten Bischmisheimer Fans schrien sich die Seele aus dem Leib, während Schmide an der Seitenlinie die Hände vors Gesicht schlug. "So ein Sonntagsschuss an einem Montagsspieltag", schnaubte sie später.

Doch Borussia wäre nicht Borussia, wenn sie sich damit abgefunden hätten. Nur fünf Minuten später war es wieder Jan Klein, der nach feiner Vorarbeit von Linksaußen Klaus Scherer die Kugel wuchtig unter die Latte setzte - 1:1! Das Stadion explodierte. Klein, 18 Jahre jung, riss die Arme hoch, rannte zur Trainerbank und brüllte: "Jetzt holen wir’s!" Schmide lachte: "Ich dachte, der Ball sei schon draußen - und dann zischt das Ding rein wie ein Silvesterböller."

Die Schlussphase wurde dann zum Drama in Rot: In der 90. Minute sah Bischmisheims Walther Bertram glatt Rot nach einem übermotivierten Einsteigen. "Ich habe den Ball gespielt", versuchte er später zu erklären, während er mit gesenktem Kopf vom Platz trottete. Der Schiedsrichter sah das anders - und die Fans quittierten es mit einem vielstimmigen "Endlich!".

Trotz Überzahl gelang Neunkirchen kein zweiter Treffer. Drei Abschlüsse in den letzten fünf Minuten, davon zwei aus spitzem Winkel - allesamt Beute des glänzend reagierenden Pacos zwischen den Pfosten. "Wenn der noch ein paar Jahre jünger wäre, hätten wir heute verloren", grinste Schmide nach Abpfiff.

Die Statistik spricht klar für die Borussia: 50,5 Prozent Ballbesitz, 15:4 Torschüsse, bessere Zweikampfquote - aber eben nur ein Punkt. Bischmisheim dagegen dürfte sich über den glücklichen Zähler freuen. Trainer Schmide fasste es trocken zusammen: "Wir haben alles richtig gemacht - außer das Gewinnen."

Und so bleibt dieses 1:1 ein Lehrstück darüber, dass Fußball selten gerecht ist, aber immer Geschichten schreibt. Eine davon: Ein 18-jähriger Jan Klein, der trifft wie ein Alter. Eine andere: Ein 27-jähriger Walther Bertram, der wohl noch eine Weile über seine späte Einwechslung nachdenken wird.

Vielleicht war es kein großer Fußballabend, aber einer, der in Neunkirchen noch ein paar Tage für Gesprächsstoff sorgen wird. Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn sie so weitermachen, krieg ich bald wieder Herzklopfen - und das ohne Aufstieg."

18.03.643987 00:10
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