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Später Ausgleich rettet Buceo einen Punkt - Sa Pint trifft in der Nachspielzeit

Es war einer dieser Abende im Estadio Buceo, an denen 33.779 Zuschauer ahnten: Hier wird Fußball nicht gespielt, hier wird er erlitten. Funebreros Buceo und CD Cerrense trennten sich am 16. Spieltag der 1. Liga Uruguay 1:1 - ein Ergebnis, das beiden Seiten irgendwie gerecht wurde, auch wenn es sich für die Gäste wohl eher wie eine Niederlage anfühlte.

Denn bis zur 91. Minute sah alles nach einem Auswärtssieg der Cerrense aus. Tomasz Szymkowiak, sonst links hinten zu Hause und eher als Abräumer denn als Vollstrecker bekannt, hatte in der 37. Minute nach Vorarbeit von Duarte Galindo trocken abgezogen und den Ball sehenswert in den Winkel gezirkelt. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Szymkowiak hinterher mit einem Grinsen zu, "aber wenn’s so reingeht, sage ich natürlich, das war Absicht." Trainer Leahcim Gnipeur schüttelte daneben den Kopf: "Er erzählt das jedes Mal, wenn er trifft - was zum Glück selten genug vorkommt."

Buceo lief dem Rückstand lange hinterher und tat das, was man in solchen Momenten immer tut: wild anrennen, halbwegs organisiert verzweifeln, und hoffen, dass irgendein Ball doch noch den Weg ins Tor findet. Und tatsächlich, nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Marius Berg in der Nachspielzeit war es ausgerechnet Innenverteidiger Manuel Sa Pint, der mit wuchtigem Kopfstoß den Ausgleich erzielte. Der 33-Jährige jubelte wie ein Stürmer in seinen besten Jahren, während Trainer Stefan Dörner an der Seitenlinie die Stirn rieb - wohl aus Freude und Fassungslosigkeit zugleich. "Manuel hat drei Wochen lang Freistöße geübt, vielleicht war das die Belohnung. Oder schlicht göttliche Ironie", lachte Dörner nach dem Spiel.

Zuvor hatte Buceo mehr vom Spiel, aber weniger vom Glück. 12 Torschüsse zählte die Statistik, darunter mehrere gute Gelegenheiten von Bruno Mendes, der gleich viermal gefährlich abschloss - und jedes Mal am glänzend reagierenden Torhüter Joseba Mendes scheiterte. "Ich dachte irgendwann, der Kerl hat Magnete in den Handschuhen", fluchte Mendes (der Stürmer) nach Abpfiff, während Mendes (der Keeper) mit einem Augenzwinkern entgegnete: "Vielleicht. Oder einfach gutes Positionstraining."

Cerrense war indes nicht nur durch Szymkowiak gefährlich. Nael Marques prüfte Buceo-Keeper Moshe Galili mehrfach (34., 60. und 95. Minute), doch der israelische Schlussmann hielt sein Team mit starker Fußabwehr im Spiel. "Wir haben es uns selbst schwer gemacht", meinte Cerrense-Kapitän Christian Petrizzi, "nach vorn war’s ordentlich, aber hinten fehlte am Ende die Konzentration. Wenn du in der 91. Minute so ein Ding kassierst, ist das wie ein Albtraum in Zeitlupe."

Das Spiel war insgesamt ausgeglichen - 48 zu 52 Prozent Ballbesitz, nahezu identische Zweikampfquoten. Beide Teams spielten taktisch ausgewogen, ohne allzu viel Risiko. Ein bisschen zu brav, könnte man sagen. Zwar gab es vier Gelbe Karten (MacPhee, Szymkowiak und Vilhelmsen bei Cerrense, sowie Amaury Galindo bei Buceo), doch die meisten Zweikämpfe blieben im Rahmen. "Wir wollten Fußball spielen, nicht Ringen", sagte Dörner trocken.

Der 18-jährige Silvestre Semprun sorgte in der Schlussphase noch für frischen Wind, als er in der 86. Minute knapp vorbeizielte - ein Moment, in dem man spürte, dass Buceo den Punkt noch erzwingen wollte. Und tatsächlich, am Ende reichte eine letzte Flanke, ein letzter Kopfball, ein letzter Schrei - 1:1, Punkt gerettet, Stadion explodiert.

"Wir haben Charakter gezeigt", lobte Dörner seine Mannschaft, "auch wenn ich lieber gewonnen hätte - aber das hätten wir wohl alle." Gnipeur hingegen wirkte nachdenklich: "Wenn du auswärts führst und das Ding fast über die Linie bringst, und dann so ein Tor kassierst, dann willst du dein Clipboard essen. Aber so ist Fußball."

Die Fans verließen das Stadion zwischen Erleichterung und leichter Melancholie. Ein Punkt ist ein Punkt - aber dieser fühlte sich für Buceo wie ein Sieg an und für Cerrense wie ein Diebstahl ohne Täter. Vielleicht trifft man sich ja zum Rückspiel wieder - dann, wenn Manuel Sa Pint wieder vorne lauert und Tomasz Szymkowiak wieder Flanken schießt, die keine sind.

Und wer weiß: Vielleicht wird dann aus einem Punkt ein Märchen. Oder wenigstens ein Spiel, das weniger an Herzstillstand grenzt.

11.07.643987 21:57
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