Sportske Novosti
+++ Sportzeitung für Kroatien +++

Später Ausgleich rettet Cakovec ein 1:1 gegen Osijek

Wenn 20.000 Zuschauer an einem kalten Januarabend in Cakovec ins Stadion strömen, dann wollen sie nicht nur heißen Tee, sondern auch heißen Fußball. Und tatsächlich: Beim 1:1 (0:1) zwischen Medimurje Cakovec und NK Osijek bekamen sie beides - ein torloses Geduldsspiel mit spätem Knalleffekt, garniert mit jugendlichem Übermut, taktischem Kalkül und einem Hauch von Slapstick.

Von Beginn an war klar, wohin die Reise gehen sollte: Osijek, vom temperamentvollen Mate Sovu an der Seitenlinie dirigiert, spielte mit leichtem Übergewicht im Ballbesitz (53 Prozent) und deutlicher Aggressivität. Cakovec-Coach Rocky Pet hatte seine Elf dagegen in klassischer Abwehrformation aufgestellt - "defensiv mit Herz", wie er später sagte. Und Herz brauchte es reichlich. Schon nach fünf Minuten prüfte Luke Kinsella den Osijek-Keeper Marcio Tonel mit einem satten Schuss aus halblinker Position. Der Ball klatschte auf die Brust des Torwarts - kein Tor, aber immerhin ein Weckruf.

Osijek antwortete mit feiner Klinge. Der 22-jährige Oscar Costa, quirliger Linksaußen mit dem Temperament eines Espresso-Doppels, war an diesem Abend kaum zu bändigen. In der 30. Minute wurde er von Innenverteidiger Jorge Capucho perfekt in Szene gesetzt, nahm den Ball mit der Brust an und drosch ihn volley ins rechte Eck. 0:1 - und das Publikum murmelte so etwas wie: "Na, das war ja absehbar." Costa grinste später: "Ich habe einfach draufgehalten. Wenn ich nachdenke, schieße ich daneben."

Bis zur Pause dominierte Osijek das Geschehen. Luke Lewis und Nelio Antonio feuerten aus allen Lagen, während Cakovec sich in die Defensive verkrallte. Torwart Igor Rakitic hatte genug zu tun, um die Partie erträglich knapp zu halten. "Ich hatte das Gefühl, der Ball liebt mich heute", witzelte er nach dem Spiel - und ganz unrecht hatte er nicht.

In der zweiten Halbzeit wechselte Rocky Pet gleich dreimal binnen zwei Minuten. Mit den Youngstern Milos Kerkez, Georgi Donkow und Alessandro Florenzi kamen drei Teenager aufs Feld, die zusammen gerade mal so alt sind wie Vereinslegende Andre Turcotte. "Ich wollte frischen Wind, keinen Museumsbesuch", erklärte Pet trocken. Und tatsächlich: Das Spiel begann zu kippen.

Kinsella, der schon in Durchgang eins auffälligster Cakovecer war, versuchte es in der 47. und 56. Minute erneut. Noch hielt Osijek stand, auch weil Torwartwechsel Mihael Stanic (seit der 60. Minute im Kasten) zunächst sicher wirkte. Doch die Gastgeber rochen Lunte. Der Ball lief flüssiger, Ion Deleanu zog an der Seitenlinie die Fäden - und kassierte dafür in der Nachspielzeit immerhin Gelb, weil er beim Freistoß den Abstand eher als Empfehlung verstand.

Dann kam die 84. Minute, und das Stadion explodierte. Nachwuchsverteidiger Alessandro Florenzi schlug eine butterweiche Flanke von rechts, und Kinsella verwandelte per Kopf ins lange Eck - 1:1! Der Jubel war ohrenbetäubend, der Torschütze verschwand unter einem Berg aus Mitspielern. "Ich wollte eigentlich in die andere Ecke köpfen", gab Kinsella schmunzelnd zu. "Aber egal, Hauptsache drin."

Osijek versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles. Charlie Houghton zog in der 88. Minute aus 20 Metern ab, doch Rakitic war zur Stelle. Trainer Sovu fluchte lautstark an der Seitenlinie, während Rocky Pet demonstrativ gelassen in seinen Kaffeebecher lächelte. "Ich wusste, dass wir zurückkommen", sagte er später - wobei die hochgezogene Augenbraue vermuten ließ, dass er sich selbst nicht ganz glaubte.

Am Ende stand ein 1:1, das niemandem so recht schmeckte und doch allen irgendwie passte. Ein Spiel, das Cakovec mit jugendlichem Mut gerettet und Osijek mit fahrlässiger Chancenverwertung verloren hatte. Zehn Torschüsse der Gastgeber, neun der Gäste - die Statistik spricht von Ausgeglichenheit, der Spielverlauf eher von zwei Halbzeiten mit völlig unterschiedlichem Charakter.

"Wir haben schön gespielt, aber zu schön", resümierte Osijeks Kapitän Dimas Sa Pint. "Manchmal muss man hässlich treffen." Cakovecs Trainer Pet dagegen strahlte: "Ein Punkt gegen Osijek - das fühlt sich an wie ein Sieg. Und die Jungs haben gezeigt, dass sie leben."

Und so verließen die Zuschauer das Stadion mit einem zufriedenen, leicht ironischen Lächeln. Sie hatten ein Spiel gesehen, das man nicht vergisst - nicht, weil es perfekt war, sondern weil es so schön unperfekt war. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Endlich mal einer, der in der 84. Minute wach ist."

Ein Unentschieden - ja. Aber eines, das sich anfühlt wie ein kleiner Sieg der Leidenschaft über die Statistik.

06.03.643987 09:12
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Hitlers Tagebuch. Das hat mich dann doch interessiert.
Stefan Effenberg auf die Frage, welches Werk der Weltliteratur ihn besonders geprägt habe
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager