Voetbal International
+++ Sportzeitung für Niederlande +++

Später Ausgleich rettet Dordrecht - Eindhoven hadert mit der Chancenflut

Ein Freitagabend in Dordrecht, Flutlicht, 38.117 Zuschauer und zwei Teams, die einander nichts schenken wollten. Am Ende trennten sich der SC Dordrecht und PVC Eindhoven mit 1:1 - ein Ergebnis, das beiden irgendwie zu wenig, aber auch irgendwie gerecht erschien.

Von Beginn an machte Eindhoven Druck. Schon in der dritten Minute zwang Ignacio Postiga den Dordrecht-Keeper Fabio Mocana zu einer ersten Glanztat - der Ton war gesetzt. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz (51,7 Prozent) und feuerten eine ganze Salve an Torschüssen ab - genau 18 an der Zahl. Es war also kein Mangel an Zielstrebigkeit, sondern eher an Präzision, der Markus Freys Team den vollen Lohn kostete.

Das 0:1 fiel dann fast zwangsläufig: In der elften Minute zog Azmi Ramon nach feinem Zuspiel von Andre Lansing von links in den Strafraum und schlenzte trocken ins rechte Eck. Mocana streckte sich vergeblich - ein Treffer für die Galerie. "Ich hab’ gesehen, dass er Platz hat, also hab’ ich ihm einfach den Ball gegeben", grinste Lansing nach der Partie. Ramon ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn’s so reingeht, beschwert sich keiner."

Dordrecht wirkte in der ersten halben Stunde überrascht, fast überrumpelt. Die Defensive wackelte, Eindhoven kombinierte - und doch fiel kein zweites Tor. Trainer Frey schüttelte an der Seitenlinie mehr als einmal den Kopf. "Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Aber wir sind keine Chirurgen, Präzision ist offenbar Glückssache heute", knurrte er später.

Kurz vor der Pause dann das erste Lebenszeichen der Gastgeber: Emil Slawkow prüfte in der 45. Minute aus spitzem Winkel Harrison Corey im PSV-Tor. Der junge Keeper lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte - eine Szene, die das Publikum aufweckte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Dordrecht kam mit mehr Mut und Tempo aus der Kabine. Der Ausgleich lag förmlich in der Luft - und fiel schließlich in der 52. Minute. Duarte Rocha, bis dahin eher unauffällig, nutzte nach einem energischen Vorstoß von Rechtsverteidiger Matteo Sabatini eine Unordnung in Eindhovens Abwehr. Sein Flachschuss schlug links unten ein - 1:1, und das Stadion bebte. "Matteo hat das super vorbereitet. Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", sagte Rocha bescheiden.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Eindhoven wollte die Führung zurück, Dordrecht die Wende. Alexander Almond und Olivier Guillory setzten Nadelstiche, während Everhart Vanderzee und Jelle Landseer auf der Gegenseite Chancen im Minutentakt vergaben. Besonders Vanderzee dürfte noch schlecht schlafen - allein dreimal zielte er aussichtsreich daneben.

In der 76. Minute musste Dordrecht dann kurz zittern: Guillory verletzte sich nach einem Zweikampf und wurde ausgewechselt. "Ich hab’ mich beim Sprint verhoben - das Alter, wissen Sie", witzelte der 33-Jährige hinterher mit einem Eisbeutel auf dem Knie. Für ihn kam Stefan Mihajlovic, der prompt mit einem Distanzschuss auffiel - knapp drüber.

Die Schlussphase war hitzig. Gelbe Karten für Postiga (39.), Guillory (71.), Osterhoudt (75.) und Arens (84.) zeigten, dass die Nerven blank lagen. Doch trotz aller Hektik blieb es beim 1:1. Eindhoven hatte in der Nachspielzeit noch zwei Riesenchancen - Ramon und Innenverteidiger Daniel Eliezer prüften Mocana, der beide Male glänzend reagierte.

Nach Abpfiff stand Frey mit verschränkten Armen in der Coaching-Zone, während die Dordrecht-Fans feierten, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen. "Ein Punkt ist besser als keiner", brummte der Gästecoach. Sein Gegenüber - nennen wir ihn den glücklichen Mann ohne Namen, da die Vereinsführung offenbar noch keinen neuen Cheftrainer offiziell vermeldet hat - grinste nur: "Wir haben Charakter gezeigt. Und Fabio hat uns im Spiel gehalten. Das war heute unser kleiner Sieg."

Rein statistisch war Eindhoven überlegen - mehr Schüsse, etwas mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (52,5 Prozent). Aber Fußball wird eben nicht auf dem Reißbrett entschieden. Manchmal reicht ein Moment, ein Laufweg, ein Flankenversuch, der doch kein Flankenversuch war.

Und so blieb es in Dordrecht bei einem Unentschieden, das beide Seiten mit gemischten Gefühlen verließen. Eindhoven mit der Frage, wie man 18 Torschüsse in nur ein Tor ummünzen kann. Dordrecht mit dem Gefühl, einen Punkt erkämpft zu haben, den kaum jemand erwartet hatte.

Oder wie Torwart Mocana es lachend zusammenfasste: "Wenn du so viele Bälle fliegen siehst, lernst du irgendwann, sie alle zu lieben - Hauptsache, sie gehen nicht rein."

Ein 1:1 also, das in keiner Highlight-Show fehlen wird - nicht wegen der Tore, sondern wegen des ehrlichen, leicht chaotischen Fußballs, den beide Mannschaften boten. Und vielleicht war das das Schönste an diesem Abend: ein Spiel ohne Taktik-Geschwafel, aber mit Herz, Schweiß und einem Happy End für den neutralen Zuschauer.

01.04.643997 03:29
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Jürgen ist ein Weltmann. Er war ja immer ein Gegenpool zu mir.
Lothar Matthäus über Jürgen Klinsmann
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager