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Eliteserien | 9. Spieltag | 13.07.26 | Bergen IF - Fredrikstad BK 0:1 Der bullige Mittelstürmer von Fredrikstad BK hatte bis dahin schon fast alles probiert: in der 11., der 20., der 61., der 77. und der 83. Minute - immer flog der Ball, selten ins Ziel. "Ich dachte schon, das Tor hat heute was gegen mich", lachte Grindheim später, als er mit einem Eisbeutel auf der Schulter in der Mixed Zone erschien. Aber dann kam Marius Berg. Ein feiner Pass vom rechten Flügel, ein kurzer Blick, ein kontrollierter Abschluss - und Bergen IF stand plötzlich im Regen, nicht nur meteorologisch. Dabei hatte Bergen über weite Strecken das Spiel kontrolliert. 51 Prozent Ballbesitz, acht Torschüsse, eine Menge Laufarbeit. Besonders der junge Knut Hoiland auf der linken Seite sorgte mit vier Abschlüssen für Gefahr, während Azar Flo auf rechts immer wieder in die Tiefe startete - meist jedoch ohne Fortune. "Wir haben viel investiert, aber am Ende fehlt uns das Tor", knurrte ein sichtlich frustrierter Bergen-Trainer (der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte, man kann es ihm kaum verdenken). "Vielleicht hätten wir den Ball einfach mal reinschießen sollen, statt ihn zu streicheln." Fredrikstad hingegen spielte, wie es Peter Lundekvam nach dem Spiel trocken zusammenfasste, "so defensiv wie ein Elch im Winter - stur, unbeweglich, aber irgendwie effektiv." Seine Mannschaft stand tief, wartete geduldig und schaltete blitzschnell um. Dass sie lange ohne Torjubel blieb, lag an der uneigennützigen Kunst des Vergebens: Grindheim und der flinke Tommy Flo schossen alles, was sich bewegte - nur nicht ins Netz. Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel nordischer Nüchternheit: viele Zweikämpfe, wenig Glanz, ein Schiri mit konsequenter Gelb-Laune (Kristofer Aas sah sie in der 70. Minute, und zwar völlig verdient nach einem rustikalen Einsteigen). Auf der Tribüne wurde gewitzelt, man solle vielleicht den Ball austauschen - "der scheint allergisch auf Tore zu reagieren". Nach dem Wechsel kam etwas mehr Leben in die Partie. Bergen drängte, Hoiland prüfte Keeper Bosingwa mehrfach, der wiederum seine Jugend mit Reflexen eines Veteranen konterte. Fredrikstad wechselte in der 60. Minute doppelt: Ragnhild Lydersen ersetzte den müden Fritz Jadin, und Kai Hangeland kam für Gunnar Flo ins Mittelfeld. "Ich hab den Jungs gesagt, bleibt ruhig, einer geht noch rein", erzählte Lundekvam später mit einem Grinsen, das zwischen Prophet und Glückspilz pendelte. Und tatsächlich: Als alle schon auf den Abpfiff warteten, kombinierte sich Fredrikstad noch einmal durchs rechte Mittelfeld. Berg zog an, Grindheim löste sich in der Mitte, und ehe Torhüter Solveig Bergmann reagieren konnte, zappelte der Ball im Netz. 1:0 - eiskalt, spät, unbarmherzig. Während die Gäste jubelten und Grindheim sich im Freudentaumel fast in den Fangzaun legte ("Ich wollte nur schauen, ob die Fans mich noch mögen"), stand Bergen IF konsterniert da. Reece Maxwell, der erfahrene Mittelfeldmotor, schüttelte nur den Kopf: "Manchmal spielt man 88 Minuten guten Fußball, und dann reicht eine Sekunde Unaufmerksamkeit. Das ist wie beim Einkaufen - du denkst, du hast alles, und an der Kasse merkst du, dass du das Wichtigste vergessen hast." Statistisch war die Partie ausgeglichen: 13:8 Torschüsse für Fredrikstad, minimaler Ballbesitz-Vorteil für Bergen, kaum Fouls, wenig Spektakel. Aber Fußball wird nun mal nicht nach Prozenten entschieden. Grindheim wird in Fredrikstad als Held empfangen, Bergen bleibt die Erkenntnis, dass Schönheit allein keine Punkte bringt. Und so ging ein nasskalter Abend an der Westküste zu Ende, an dem die Zuschauer immerhin ein spätes Drama geboten bekamen. Ein Fan fasste es beim Hinausgehen treffend zusammen: "Wir sind gekommen, um Tore zu sehen - immerhin haben wir eins bekommen. Schade nur, dass es das falsche war." Ein Spiel wie das Wetter: grau, zäh und am Ende mit einem kleinen Donnerschlag. 13.07.2026 21:12 |
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Dieter Eilts auf eine Hätte-wenn-und-aber-Frage eines Journalisten