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Speldorfer Offensiv-Feuerwerk: Nürnberg-Süd erlebt einen bitteren Abend

Es war ein kühler Mittwochabend in Nürnberg, aber was der VfB Speldorf da auf den Rasen zauberte, ließ die 4188 Zuschauer im Stadion zeitweise vergessen, dass März noch kein Wonnemonat ist. Mit 4:1 fegten die Gäste aus dem Ruhrgebiet den SV Nürnberg-Süd vom Platz - und das, obwohl die Hausherren zu Beginn gar nicht so schlecht aussahen. Doch was der Statistik nüchtern als 51,6 Prozent Ballbesitz und 18 Torschüsse der Gäste ausweist, fühlte sich für die Nürnberger an wie ein unaufhörlicher Dauerregen aus Angriffen.

Schon in der 20. Minute klingelte es zum ersten Mal: Asier Espriu, der Speldorfer Rechtsaußen mit dem Charme eines Stierkampfes, drückte nach feiner Vorarbeit von Vincent Preher den Ball über die Linie. "Ich hab’ einfach gedacht: Wenn ich jetzt nicht schieße, schimpft der Trainer wieder", grinste Espriu später in die Mikrofone. Und Trainer Jakob Meier nickte zufrieden: "Das war ein klassischer Asier - wenig Nachdenken, viel Instinkt."

Doch die Gastgeber reagierten prompt. Nur sieben Minuten später glich Luís Antunes nach einem klugen Pass von Mittelfeldroutinier Nick Heinemann aus. Der Jubel war groß, die Hoffnung zurück. "Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel", meinte SV-Coach Marwin Steiner hinterher, "aber dann haben meine Jungs wohl gedacht, ein 1:1 sei auch ein ganz schönes Ergebnis."

Diese Hoffnung zerrann nach der Pause schneller als frisches Eis in der Sonne. Speldorf kam aus der Kabine, als hätte Meier statt Wasser Espresso verteilt. In der 52. Minute war es wieder Espriu, diesmal perfekt bedient von Lasse Rose - 2:1. Sechs Minuten später revanchierte sich Rose und traf selbst nach Vorlage von Javier Manu zum 3:1. Spätestens da war klar: Nürnberg-Süd hatte die Kontrolle verloren.

Ein unglücklicher Moment folgte in der 65. Minute, als Speldorfs junger Flügelflitzer Albert Raymer verletzt vom Platz musste. "Ein Schlag aufs Sprunggelenk, nichts Dramatisches", beruhigte Meier. Stattdessen kam Javier Gonzalez, der prompt in der 65. Minute gleich einen gefährlichen Schuss abgab. Dass Paulus Eriksson kurz darauf Gelb sah, passte nur ins Bild: Speldorf spielte weiterhin druckvoll, aber mit der nötigen Portion Biss.

In der 84. Minute setzte Javier Manu den Schlusspunkt - wieder nach Zuspiel von Preher. Und was für ein Treffer! Ein Schlenzer in den Winkel, den selbst Nürnbergs Keeper Jewgeni Frolow nur bewundernd hinterherschauen konnte. "Ich hab den Ball noch gesehen", seufzte Frolow nach der Partie, "aber mehr auch nicht."

Die letzten Minuten waren nur noch Schadensbegrenzung. Godewyn Dirk versuchte es in der 88. Minute noch einmal, sein Schuss strich knapp über die Latte. Das Publikum applaudierte tapfer, wohl wissend, dass dieser Abend keiner für die Vereinschronik werden würde.

Statistisch gesehen war Nürnberg-Süd gar nicht so unterlegen - 48 Prozent Ballbesitz, acht Torschüsse, engagiertes Pressing. Aber während Speldorf zielstrebig und präzise agierte, wirkten die Hausherren oft so, als suchten sie eher die schönsten Laufwege als den direkten Weg zum Tor.

"Wir wollten offensiv spielen, das haben wir auch", sagte Trainer Steiner mit einem müden Lächeln. "Nur leider war Speldorf einfach offensiver." Sein Gegenüber Meier konnte sich den Seitenhieb nicht verkneifen: "Wir hatten heute Lust auf Fußball - und das hat man, glaube ich, gesehen."

Ein kleines Kuriosum am Rande: Speldorfs Keeper Kirill Berjosin hatte über weite Strecken des Spiels so wenig zu tun, dass er sich in der 70. Minute lautstark beim Schiedsrichter beschwerte, weil ihm langweilig war. "Ich hab’ ihm gesagt, er soll wenigstens mal einen Rückpass versuchen", lachte Meier nach dem Spiel.

Als die Flutlichter erloschen, blieb ein klarer Sieger: Speldorf, mit einem überragenden Flügelspiel und gnadenloser Effizienz. Nürnberg-Süd hingegen muss sich die Frage stellen, warum die Offensive zwar mutig, aber nicht zwingend war - und warum man nach dem 1:1 so komplett den Faden verlor.

Vielleicht fasste es Kapitän Heinemann am besten zusammen: "Wir haben 20 Minuten lang gut mitgespielt. Danach hat Speldorf uns gezeigt, wie man Regionalliga-Fußball spielt."

Ein bitterer, aber lehrreicher Abend für Nürnberg-Süd. Und für Speldorf? Ein Statement-Sieg - laut, klar und mit Nachhall.

04.12.643993 19:40
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